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I'm walking in the park And I'm talking to the dark But there ain't nobody listening My heart has turned to stone When I found myself alone Now all I do is whisper to the dark

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How life can change

Überall ist Blut! Erschrocken trat ich einen Schritt zurück. Mein Herz raste bei diesem schrecklichen Anblick. Ich stosse die Tür zum Bad ganz auf. Ich wollte schreien, doch ich hörte meine Stimme nicht. Mein Freund lag tot im Bad in einer riesigen Blutlache.

Ich schrie und plötzlich sass ich Schweiss gebadet in meinem Bett. Tränen liefen über mein Gesicht. Immer wieder diese schlimmen Alpträume, unverarbeitete Erinnerungen. Erinnerungen die ich gerne löschen würde. Doch sie kehren immer wieder zurück.

Genau heute vor einem Jahr nahm sich mein Freund das Leben. Er hielt es nicht mehr aus. Stress bei der Arbeit und dann auch noch dieser Unfall. Zwei Wochen vor dem Selbstmord, hatte meine Familie einen Autounfall. Ein Geisterfahrer fuhr frontal in das Auto meiner Mutter. Alle waren sofort tot.
Nun war ich ganz alleine.

Ich hielt es hier nicht mehr aus - Ich muss weg von hier! Ich beschloss das Angebot meiner Freundin anzunehmen und zog zu ihr nach Finnland.
Sie ist meine beste und einzige Freundin. Sie heisst Ines und lebt bereits seit 2 Jahren in Helsinki um zu studieren.

Am Flughafen

Nun stand ich mitten im Züricher Flughafen und suchte den Check-In. Nach Wegschildern suchend lief ich durch die riesige aber Menschen leere Halle. Es war früh morgens, darum war wohl keiner da, dachte ich mir.
Endlich hatte ich den Weg gefunden und lief rasch den Terminal entlang und krachte in der nächsten Ecke ziemlich heftig in jemanden. Da lagen wir nun.
Der Typ, welcher unglücklich auf mich gefallen war, versuchte aufzustehen aber sein Knie tat wohl zu sehr weh, da er sich gleich wieder hinsetzte.
Ich schaute ihn etwas verlegen an und fragte besorgt: "Bist du ok? Tut's sehr weh?"
"Nein es ist ok", sagte er grinsend um den Schmerz zu verstecken, was ihm aber nicht gelang.
Ich stand auf und hielt ihm meine Hand hin: " Übrigens ich heisse Lynn", sagte ich mit meinem süssesten Grinsen. " Bitte nicht böse sein, hab dich echt nicht gesehen. Ich träum wohl zu viel."
Er nahm meine Hand und zog sich hoch," Hi ich heisse Lauri. Ist schon gut. Ich hab dich ja auch nicht gesehen. Wir waren wohl beide in unseren Gedanken versunken" sagte er grinsend.
Er sah mir direkt in meine Augen dabei und erst dann viel mir auf wie schön seine Augen waren. Ich konnte meinen Blick nicht abwenden. Ich war wie gefesselt von dem Glitzern in seinen Augen.
Plötzlich hörte ich lautes Lachen und stimmen die seinen Namen riefen. Ich riss mich von seinem Blick los und drehte meinen Kopf in die Richtung wo ich die Stimmen hörte. Es waren wohl seine Freunde, da er schnell seinen Rucksack packte und kurz noch ein: " Tut mir leid ich muss gehen," raus rutschte und los lief . Ich sah ihm verdutzt hinterher.
Ich bückte mich runter und nahm meinen Rücksack und lief den Terminal entlang weiter. Immer noch dachte ich an diesen Typen. Lauri hiess er. "Hmm.. schöner Name", dachte ich mir. So melodiös und richtig süss, wie er. Ohne dass ich es wollte musste ich lächeln. Warum fühlte es sich plötzlich so warm in mir an?, fragte ich mich. Aber bei dem Gedanken daran, dass ich ihn eh nicht mehr sehen würde, verlor ich mein lächeln wieder.
Ich lief weiter und erreichte den Passport. " Flughäfen sind was komisches. Menschen sind glücklich, gehen in die Ferien, holen Freunde ab, oder ihre Verwandten. Anderseits waren sie auch traurig. Mussten von den Ferien nach Hause, mussten ihren Partner verlassen oder solche wie ich, die ihr Zeug packten und aus ihrem traurigen Leben flüchten wollten. Ich sah bedrückt zu Boden und merkte wie Tränen in meine blauen Augen stiegen.
Ich ging in die "Smoking Zone" und zündete mir eine Zigarette an. Ich war nervös, hatte Angst vor meiner Zukunft. Eine erste Träne lief langsam an meiner rechten Wange runter.
Plötzlich fühlte ich eine warme Hand auf meinem Gesicht. Ein Finger strich meine Träne weg.
Langsam sah ich hoch und blickte direkt in diese wunderbaren Augen, die mich jetzt traurig oder doch eher besorgt ansahen. Es war Lauri. " Wieso weinst du", fragte er ich mich etwas unsicher. Er war vielleicht nicht sicher, ob er wirklich wissen wollte, was passiert war.
Ich zog an meiner Zigarette und sah wieder auf den Boden. " Nichts", ich atmete tief durch, in der Hoffung mich besser zu fühlen," ich möchte nicht darüber sprechen, es würde dich nur bedrücken."
Er sah mich verständnisvoll an und meinte:" Komm rüber zu meinen Freunden, wenn du nicht allein bist, hast du auch keine Zeit an deinem Problem rum zu denken." Er schnappte nach meiner Hand und ohne das ich ein Wort sagen konnte, zog er mich zu seinen Freunden. Die Jungs grinsten schon von weitem, " Was die wohl vorhaben?" Er stellte mir jeden einzeln vor und sie schienen sehr nett zu sein. Sie fingen gleich an Witze zu reissen. Obwohl mir nicht zum lachen zu mute war, konnte ich es nicht zurück halten und musste mitlachen. Mein Bauch tat schon weh, da hörten wir den Aufruf, dass es Zeit zum boarden war. Die Jungs sahen mich komisch an, als ich zeitgleich mit ihnen meinen Rucksack schnappte. Ich wollte mich schon verabschieden und sagen dass ich jetzt gehen muss, aber Lauri kam mir zuvor. " Hey, wo fliegst du eigentlich hin? " Helsinki, wieso?" fragte ich ihn. Ich muss wohl ziemlich naiv und dumm aus der Wäsche gekuckt haben, da die Jungs wieder anfingen zu lachen. " Wir kommen auch aus Helsinki. Dann lasst uns mal gehen, bevor die ohne uns abfliegen", meinte Aki mit einen Grinsen das sich gewaschen hatte.
Wir liefen los und wurden vom Flugpersonal schon erwartet. Die Stewardess sah verlegen die Jungs an und war zu freundlich. Ich gab ihr das Ticket und sie grinste mich an und zeigte in die Richtung wo sich mein Platz befand. Ich ging den engen Gang entlang. Ich sah Lauri schon von weitem Grinsen. Er kniete umgekehrt auf seinem Sitz und sah mir zu wie ich meinen Platz suchte. Plötzlich stand ich vor ihm. Platz 12D! Ich sass direkt neben ihm. " Schicksal", grinste er und fügte hinzu," jetzt mussts du noch ne Stunde neben mir aushalten." Ich grinste ihn an und meinte: " Dass werde ich schon überleben, habs ja auch schon 2 Stunden ertragen und leb noch." Er drehte sich um und setzte sich hin. Ich setzte mich neben ihn und lehnte meine Kopf entspannt an die Kopflehne. Ich schloss meine Augen und musste lachen. "Der Typ ist unglaublich, wie kann einer so viel Energie haben", ging es mir durch den Kopf.
" Wo in Helsinki lebst du denn?" fragte er mich. " Ich wird bei einer Freundin leben, ganz im Süden von Helsinki. Ich kann aber die Adresse immer noch nicht aussprechen", sagte ich. Alle mussten lachen. Ich glaub die haben keine Ahnung wie schwer es für andere ist , Finnisch zu verstehen.
Ich zog eine Karte aus meinem Rucksack und zeigte sie ihm. Er kuckte die Karte mit der Adresse drauf ganz verdutzt an, dann mich und wieder die Karte. " Was ist denn?" fragte ich ihn ganz nervös.
"Ach, nichts, schöne Gegend wo du wohnst," grinste er verlegen. " Wie heisst denn deine Freundin?" " Sie heisst Ines und studiert Medizin. Mir ging es in letzter Zeit nicht so gut, also haben sie und ihre beste Freundin Hanna mich überredet zu Ines zu ziehen. Damit ich nicht allein bin", sagte ich verlegen.
Lauri kuckte mich traurig an: " Wieso alleine? Was war den?"
Ich wollte ihm antworten, doch genau in diesem Moment hörten wir jemanden schreien. Erschrocken zuckte ich zusammen. Da kam auch schon ein ca. 13 jähriges Mädchen auf uns zu gerannt und schrie Lauris Namen die ganze Zeit. Fragend sah ich Lauri an, dann die anderen Jungs und wieder Lauri der etwas rot angelaufen auf den Boden sah. Das Mädchen blieb neben uns stehen und hielt ihm ein Poster hin, welches er unterschrieb. Ich sah dieser ungewohnten Situation zu und fühlte mich etwas fehlplatziert. Ich wusste nicht was los war und wieso dieses Mädchen mich so dumm ankuckt.

Als sie dann endlich verschwand, da wir nun bereit zum Starten waren. Sah mich Lauri unsicher an.
"Was war das den?" fragte ich ihn mit leicht zitteriger Stimme.
Lauri lächelte:" Du hast echt keine Ahnung wer ich bin?" " Nö, wieso?" fragte ich und ich hätte mich gleich für diesen dummkuckenden Ausdruck in meinem Gesicht schlagen können.

" Ich bin der Sänger von The Rasmus, und die anderen Jungs spielen auch in der Band", sagte er und sah mich mit glänzenden Augen an.

Ich lächelte ihn verlegen an: " Sorry, dass ich nicht gecheckt habe, wer ihr seit. Ich kenn eure CD und ich find sie echt Klasse, aber irgendwie hab ich mir nie Bilder von euch angesehen."

Wir redeten noch ununterbrochen mit einander und hatten viel Spass.

"Bling" und schon ertönte das Anschnallzeichen und wir landeten.

Jetzt kam der witzigste Teil vom Fliegen. Hinterm Gepäckband nachrennen und sich auf das Gepäck stürzen.

Alle hatten natürlich ihr Gepäck, nur Eero war wieder mal am rum träumen. Er sah noch sein Gepäck um die Ecke biegen und rannte los um es noch zu erreichen. Mit einem Hecksprung Richtung Lieferband konnte er seine Tasche noch greifen, knallte aber voller Wucht auf den Boden.

"Au, dass tat weh", hörte ich Aki ironisch sagen. Alle mussten sich das Lachen verkneifen.
Eero rappelte sich wieder auf und lief mit einem fetten Grinsen auf seinem Gesicht zu uns.

Wir gingen zum Ausgang. Ich schaute mich um konnte aber Ines nicht finden. Sie hatte doch versprochen mich abzuholen. Wie sollte ich bloss die Wohnung finden? Lauri sah mich an und sah dass wohl was nicht stimmte. " Hey Kleine alles ok?" Wie hat der mich genannt? Kleine?
" Ich find meine Freundin nicht und hab keine Ahnung wie ich nach Hause komme." Er hielt mir sein Handy hin und bot mir an Ines anzurufen.
"Nein Danke, ich hab selber eins" und kramte in meinem Rucksack. Eine SMS: Sorry ich kann dich heute nicht abholen, aber meine Freundin Hanna wird dich und ihren Bruder abholen kommen.
Ich sagte es Lauri und er schien nervös zu werden. " Was ist den mit dir los?" fragte ich verwirrt.
Aber ehe Lauri etwas sagen konnte, schrie wieder was weibliches seinen Namen. " Oh nein, wieder so ein Groupie?" sah ich ihn fragend an. Lauri musste lachen, so fest dass er sich auf den Boden setzen musste. " Nein, dass ist meine Schwester Hanna, Ines beste Freundin. Ach übrigens ich bin dann wohl dein neuer Nachbar", sagte er lachend.

Hanna stand neben mir und wir beide kuckten nur auf den Boden und hatten wohl beide das gleiche fragende Gesicht.
"Was ist mit dem den los?" fragte sie mich.
Ich sah sie nur fragend an. Lauri stand wieder auf und legte seine Hand auf meine Schulter.
" Tut mir leid, ich wollte dich nicht auslachen. Hanna darf ich dir vorstellen, Ines's Freundin Lynn."
Hanna begrüsste mich mit einem freundlichen Lächeln. Anscheinend war ich ihr auch so sympathisch wie ich ihr.

Sie packte uns in ihr Auto und fuhr uns nach Hause. Ich war todmüde und schloss meine Augen, welche bereits vor Müdigkeit brannten. Ich döste ein. Mein Kopf lehnte an Lauris Schultern. Ich fühlte wie er seinen Arm um mich legte. Obwohl ich ihn kaum kannte fühlte ich mich pudelwohl.

" Lynn, wach auf!" Lauri versuchte mich auf zu wecken. Ich öffne langsam meine Augen und sah wieder in seine unglaublichen Augen. Er lächelte mich an: " Komm lass uns hochgehen. Ines wartet bestimmt schon auf dich."
Ich stieg aus. Ein sanfter Wind wehte mir ins Gesicht. Es roch nach Salzwasser. Ich liebe diesen Geruch. Ich schnappte nach meiner Tasche und meinem Rucksack und ging mit Lauri in das Gebäude vor dem wir geparkt hatten.
Ich war nervös und wie es aussah schien Lauri das zu merken, denn er nahm mich an der Hand.
Nun standen wir vor unseren Haustüren. Ich konnte es nicht fassen, aber er wohnt wirklich neben mir.
Wir standen uns gegenüber und sahen uns an. Ich fühlte wie ich weiche Knie bekam. Keiner von uns beiden wusste was sagen. Ich machte einen Schritt auf ihn zu und fragte ihn: "Hast du Lust heute Abend mir die Stadt zu zeigen?" " Ja, klar! Mach ich gern. Ich hol dich ab um 8, ok?" Ich nickte und lächelte schüchtern. Ich glaub ich wurde sogar rot, jedenfalls wurde mir plötzlich ziemlich warm.
Ich presste nun auf die Türklingel und schon riss jemand die Tür auf und fiel mir um den Hals.

Ines war total glücklich mich zu sehen und zog mich direkt in unsere Wohnung. So schnell, dass ich nur noch Lauri kurz zu lächeln konnte, als Zeichen, dass ich mich wirklich auf heute Abend freue.

Ines erzählte mir alles, was sie im letzten halben Jahr so erlebt hat, alles über ihre Freunde, die Schule und das sie sich freut mich endlich wieder zu sehen. Es war wirklich schwer sie gehen zu lassen - meine beste Freundin.
Nach dem leckeren Abendessen, setzten wir uns auf den Balkon um zu rauchen. Dann kam die Frage auf die ich den ganzen Abend schon gewartet hatte. Ich wunderte mich nur, dass sie es so lange aushielt ohne mich zu fragen. "Und wie findest du den Lauri so?" fragte sie grinsend. " Er ist echt lieb , süss und witzig. Und diese Augen." Verträumt sah ich in den Sternenhimmel. Es war eine wunderbare Nacht und ich freute mich immer mehr auf das Treffen.

Ich ging in mein Zimmer. Ines hat es eingerichtet. Ich bin richtig froh, dass sie mich so gut kennt und weiss wie mein Zimmer sein muss, damit ich mich wohl fühle. Ich packte meine schwarze Hose, mein Lieblings Shirt und eine Art Tuch welches ich immer um meine Hüfte trage. Ich hab mal damit angefangen, weil's mich genervt hat, wenn mir schleimige Typen auf den Hintern gegafft haben. Und jetzt gefällt es mir richtig.
Ich frischte noch mal mein Make -Up auf. Nur Kajal, Mascara und etwas Lip-Glos. Mehr brauchte ich nicht. Ich zog gerate meine Stiefel an und da klingelte es auch schon an der Türe. Ich schnappte meine Tasche und lief zur Tür.
Lauri stand mit einem riesigen Smile vor der Türe. Ich hatte echt ein süsses lächeln. So natürlich, frech. Durch das schwarz umranden mit dem Kajal, scheinen seine Augen noch mehr zu leuchten.

Er nahm mich an der Hand und wir liefen die Treppen runter. Wir liefen durch die Strassen und sprachen so intensiv miteinander, dass ich gar nicht mitbekam wohin wir genau liefen. Aber es war der schönste Platz den je gesehen habe. Wir setzten uns auf die Bank welche dort stand. Der Sternenhimmel über uns, Wald hinter und Wasser , welches all die schönen Sternen wieder spiegelte, vor uns.

Er legte seine Hand auf mein Knie. Ich strich mit meinen Fingern über seinen Handrücken. Ich hatte mich schon lange nicht mehr so wohl gefühlt.

Ich merkte wie zu mir rüber sah. Es fühlte sich an als könnte ich seine Blicke spüren. Ich legte meinen Kopf an seine Schulter und er legte seinen Arm wieder um mich. Ich fühlte sein Herz klopfen und lauschte seinem Atem.
" Weißt du, dass du echt süss bist?" fragte er. Ich hob meinen Kopf und sah ihn an, als könnte ich nicht glauben was er gerade gesagt hat. Das Lächeln welches er im Gesicht hatte verschwand. Er kuckte mich mit enttäuschten Augen an, drehte seinen Kopf und sah geradeaus aufs Meer.
Ich versuchte mich zu beruhigen und man meinen ganzen Mut zusammen. Ich rutschte ganz nahe an ihn, hackte an seinem Arm ein und küsste ihn sanft auf seine Wange, küsste die Träne weg die über seine Wange lief. Er drehte sein Gesicht wieder zu mir. Wenige Zentimeter weg von meinem. Seine warmen Hände hielten mein Gesicht und er küsste mich zärtlich auf meine Lippen. Ich wurde noch nie so zärtlich geküsst wie von ihm. Ich fühlte wie warme Tränen über meine Wangen liefen. Lauri sah die Tränen und sah mich erschrocken an. " Wieso weinst du? Hab ich was falsch gemacht?" " Nein, alles ist gut. Ich bin..i..ch.. hmm." Er hielt seinen Finger auf meine Lippen " Shh". Und noch mal küsste er mich.
Danach gingen wir weiter. Zurück in die Stadt und trafen seine Freunde in einem Club.
Wir verbrachten eine tolle Nacht zusammen und feierten bis in den Frühen Morgen.
Als wir nach Hause gingen, sahen wir Ines und Hanna zur Arbeitgehen. Nun waren wir alleine und ich lud Lauri noch auf einen Drink ein. Obwohl er aussah, als wäre es besser dass er nichts mehr trinkt.

Wir sassen zusammen auf den schwarzen Sofa und tranken noch ein Bier. Ich hatte das Gefühl dass ich ihn schon seit Jahren kennen würde. Ich setzte mich auf seinen Schoss und küsste ihn. Zuerst zärtlich dann immer leidenschaftlicher. Die einte Hand legte ich ihm auf seine Hüfte und die andere an seinen Nacken. Sanft strich ich ihm über den Hals, seine Wangen und streichelte seinen Nacken wieder.
Es blieb nur bei Küssen, weil wir beide nicht die Typen dazu sind, es zu übereilen. Der Schmerz in meinem Herzen, der durch den Verlust meines Freundes entstand war noch zu gross.
Ich wusste nur nicht ob ich Lauri erzählen sollte, wieso ich hier bin, was passiert war. Aber ich konnte nicht. Ich wollte die Zeit mit ihm nur geniessen und nicht traurig sein.
Wir standen auf dem Balkon und rauchten eine Zigarette. Die Sonne war gerade am aufgehen. Der Himmel war wunder schön golden. Lauri streichelte mit seiner Hand meinen Rücken. Er war so liebevoll zu mir. Als wir fertig waren mit unseren Zigaretten, gingen wir in mein Zimmer schlafen. Es war so schön, wieder in den Armen von jemandem einzuschlafen. Sein Herz zu hören und seinem Atem zu zuhören und langsam in den Schlaf zu sinken. Die erste Nacht seit langer Zeit ohne Alpträume.

Lauris Sicht:

Ihre Augen sehen mich immer so traurig aber so liebevoll an. Ich glaub ich hab mich richtig verliebt. Anders kann ich mir dieses Gefühl in meinem Bauch nicht erklären. Es fühlt sich richtig gut an. Ich möchte sie in den Arm nehmen und nie mehr loslassen. Ihre Küsse sind so zärtlich. Aber wieso hat sie geweint als wir uns küssten? Wieso hat sie so traurige Augen? Ich glaub ich werd sie morgen fragen. Ich muss doch wissen wie es meinem Engel geht.

Er legte seinen Arm um ihre Hüften uns schlief ein.

Stunden später...

Lynn's Sicht:

Oh.. mano mein Kopf. Hab ich echt so viel getrunken, dass ich jetzt Kopfschmerzen haben muss? Verfluchte sie innerlich sich selbst.
Sie drehte sich um und sah Lauri neben ihr liegen. Er sieht so unschuldig aus wenn er schläft. Sie stieg vorsichtig aus dem Bett, nahm ein paar Klamotten aus dem Schrank und verzog sich in das Bad. Frisch geduscht und schon etwas munterer ging sie zurück in ihr Zimmer. Er schlief immer noch. Sie entschied ihn weiterschlafen zu lassen und einen Spaziergang zu machen. Sie schrieb ihm ein Zettel, dass sie kurz draussen wäre.

Sie lief für eine Weile und ohne dass sie es merkte stand sie plötzlich wieder vor der Bank... vor ihrer Bank. Sie musste Lächeln und setzte sich hin.
"Ich glaub ich hab mich verliebt, aber irgendwie macht es mir Angst. Ich möchte ihm nicht weh tun. Oder hab ich einfach nur Angst wieder jemanden zu verlieren?" Sie begann zu weinen. Sie war wütend... der Schmerz in ihrem Herzen war zu viel... sie wollte nur noch alles raus weinen.

Zur gleichen Zeit:

Lauris Sicht

"Hmmm... " Lauri öffnet seine Augen," wo bin ich den hier? Ach ja, Lynn." Er musste lächeln. "Wo ist sie den?" Er sah sich verwirrt um. Stand auf und sah den Zettel auf dem Tischchen. Lauri zog sich an und ging in seine Wohnung. Nach der Dusche fühlte er sich schon besser und wollte an die frische Luft, mit dem Gedanken, vielleicht seinen kleinen Engel zu sehen.

Er lief an der Promenade entlang und lief zu seinem Lieblings Platz. Er sah Lynn schon von weitem auf der Bank sitzen, aber wieso hatte sie ihre Hände vor dem Gesicht?

"Hey Engel, was ist mit dir", fragte er als er sich hinsetzte und seinen Arm um sie legte.
Sie versuchte sich zu beruhigen. Er strich ihr durch ihre braunen Haare. Ihre Augen waren rot und das strahlende blau ihrer Augen erloschen.
Sie erzählte ihm alles was passiert war und wieso sie hier ist und wie verwirrt sie ist.
Lauri hielt sie in seinen Armen:" Ich lass dich nicht im Stich, ich liebe dich und du kannst mit mir reden wenn du willst, ich werde dir immer zu hören." Sie sah hoch zu ihm. Ihre Augen fingen wieder an zu glänzen, voller Leben und Liebe. " Du liebst mich?" fragte sie ungläubig. Er nickte.
Zusammen gingen sie wieder nach Hause.

Eine Woche später:

"Ach bitte komm doch an unser Konzert. Es bedeutet mir echt viel," flehte Lauri Lynn an. "Ok, ich komm ja, wieso auch nicht? Aber nicht dass ich von irgendwelchen Groupies erschlagen werde", antwortete sie. Lauri gab ihr einen Zettel.. "Heute Abend um 10 Uhr beim Hintereingang. Ich hol dich dort ab."

Später am Abend

Es war eine kalte aber klare Nacht. Die Sterne funkelten am Himmel. Ich genoss den kurzen Spaziergang zur Konzerthalle.

Von weitem hörte ich schon Schreie. Ein ungutes Gefühl kam in mir hoch. Wenn ich etwas hasste dann kleine agro Teenies die sich gegenseitig die Rübe einschlagen um eine Reihe weiter vorne zu sein.

Ich lief gelassen an Ihnen vorbei zum Hintereingang, wo Lauri auch schon auf mich wartete.

"Hey Engel, habe dich schon vermisst," rief Lauri und nahm mich in den Arm. Er war wirklich der Beste. Er nahm mich an der Hand und wir gingen in den Backstagebereich. Er zeigte mir seine Garderobe. Ein helles Zimmer mit einer roten Couch und einem Tischchen mit Aschenbecher und vielen Getränken. Ich setzte mich auf die Couch und zog meinen Mantel aus. Lauri setzte sich neben mich und nahm mich in den Arm. "Bist du schon nervös?" fragte ich ihn. "Nein, dass kommt erst ein paar Minuten vor dem Auftritt." grinste er und drückte mich fest an sich.

Nach einer Weile kamen auch die restlichen Jungs von der Band mit Ines und Hanna im Schlepptau. "So Jungs schon nervös?" fragte Hanna mit einem fiesen Grinsen. Eigentlich musste keiner der Jungs antworten, denn man sah es ihnen bereits an, dass sie total hibbelig waren. Keiner wollte still sitzen.

Irgend so ein Typ kam rein und sagte den Jungs, dass sie in 5 min dran wären. Nun standen wir hinter dem Vorhang und warteten alle gespannt. Lauri hielt mich ganz fest an sich gedrückt, so dass ich fast sein rasendes Herz fühlen konnte.
Das Intro ertönte und die Jungs liefen auf die Bühne. Nur Lauri stand noch bei mir, gab mir einen flüchtigen Kuss und rannte nun auch auf die Bühne.
Ines, Hanna und ich standen nun hinter dem Vorhang und steckten unsere Köpfe hindurch um ja alles zu sehen.
Das Konzert war grossartig. Ich wusste wie schön Lauris Stimme war, da ich aber nie zu den Proben mit ging, kannte ich die neuen Songs noch nicht und dass sie live auch so toll waren. Da hab ich wohl was bei den Proben verpasst.
Ausserdem wollte ich, dass Lauri auch alleine mit seinen Jungs sein konnte, währenddessen versuchten Ines und Hanna verzweifelt mir finnisch bei zu bringen.
Nach dem Konzert rannten die Jungs klitsch nass von der Bühne. Lauri rannte direkt zu mir und blieb einen Schritt vor mir stehen, " und sagt schon wie fandest du es?" fragte er aufgeregt. " Es war das beste Konzert, dass ich je gesehen habe. Ich find deine Stimme einfach der Hammer.", sagte ich und fühlte wie ein paar Tränen über meine Wangen liefen.

Lauri strahlte mich an und schien überglücklich zu sein. Die Jungs verzogen sich in die Garderobe um zu duschen und wir Girls warteten in der immer leerer werdenden Halle. Irgendwie war ich vom Konzert noch so aufgewühlt, dass ich eine Zigarette nach der anderen rauchte. Plötzlich legten sich zwei Arme um meine Taille. Lächelnd drehte ich mich zu meinem Liebsten.
"Und was möchtest du noch machen?" fragte ich ihn. " In deinen Armen einschlafen", sagte er und küsste mich sanft. Überglücklich liefen wir Hand in Hand nach Hause und verbrachten eine wunderbare Nacht.

2 Monate später

"Schatz, wo hast du den Karton mit dem Geschirr hingestellt?" rief ich zu Lauri. " Hinter der Tresse. Kannst du mir kurz mit der Schranktür helfen, die will nicht so richtig halten." Sagte Lauri zu mir. " Ist eben IKEA", grinste ich frech zurück.
Endlich hatten wir eine schönen Wohnung für uns gefunden. Eine Strasse weiter von unserem alten Zuhause. Aber Lauri meinte, dann könne ich mich wenigstens nicht verlaufen, was er wohl eher als Scherz gemeint hatte.
Die Wohnung hatte 3 Schlafzimmer, wo von eines als Büro benutzt wurde. Das Wohnzimmer war gross und hell.. und in der Küche war auch genug Platz. Ich liebte diese Wohnung und war so glücklich endlich mein Glück gefunden zu haben. Alles war perfekt.

Bald war auch der Stress vom umziehen vorbei, denn in letzter Zeit fühlte ich mich nicht wohl.

Lauri's Sicht:

-klirr- Was war das? Fragte ich mich und lief in die Küche. "Lynn, was ist passiert?" fragte ich, doch sie lag immer noch regungslos auf dem Küchenboden. Sie blutete am Kopf. Zerbrochenen Scherben lagen überall. Lauri griff nach seinem Handy und rief einen Krankenwagen.

Im Spital:

" Und wie geht es ihr? Was ist überhaupt passiert?" fragten alle durcheinander. Hanna sass neben Lauri und hielt seine Hand. " Ich weiss nicht, die Ärzte haben noch nichts gesagt." Flüsterte er leise vor sich hin. Die Tür zum Behandlungszimmer ging auf und Lauri rannte direkt zu dem Arzt. "Und was hat meine Freundin?" fragte er aufgeregt und mit Tränen in den Augen.
" Sie hatte zu viel Stress und ihr Kreislauf fiel zusammen. Denn Rest wird sie ihnen selber sagen. Sie können sie besuchen, wenn sie möchten." Sagte der Arzt.
Langsam öffnete Lauri die Tür und ging zu Lynn. "Alles ok mit dir, Süsse?" fragte er leise und sprich ihr dabei durch ihr Haar.
" Ich fühl mich schon besser, nur mein Kopf tut noch weh und mir ist ziemlich schwindlig." Antwortete sie leise.
" Der Arzt sagte du hättest zu viel Stress gehabt und denn Rest würdest du mir sagen." Sagte er. Lynn sah ihn erschrocken an. Tränen liefen über ihr bleiches Gesicht.
Lauri setzte sich auf ihr Bett und legte seine Arme um sie. " Ich weiss nicht wie ich es dir sagen soll. Du wirst ich bestimmt hassen dafür," schluchzte sie. Unsicher sah Lauri sie an und meinte, " Wieso denkst du ich könnte dich hassen? Was ist den passiert?"
" Ich .. ich bin schwanger." Sagte sie leise mit zitternder Stimme. Eigentlich erwartete sie jetzt dass er völlig ausrastet, aber er sah sie nur erstaunt an. " Aber du hast doch dieses Stäbchen Ding, du kannst doch gar nicht schwanger sein," fragte er. " Mein Arzt muss mir das falsche gegeben haben. Anstatt eines das 3 Jahre hält, gab er mir eines für 2 Jahre und nun bin ich Anfangs des 2 Monats. Bist du jetzt böse auf mich?" fragte sie ängstlich.
" Nein, wieso sollte ich böse sein? Ich liebe dich und ich werde auch unser Kind lieben. Es ist nur eine ziemliche Überraschung," sagte er und lächelte mich lieb an.
" Bist du denn bereit für ein Kind? Ich meine möchtest du es auch behalten?" fragte er und sah mich verständnisvoll an. " Ja, ich bin ja nicht alleine. Zusammen werden wir dass schon schaffen," antwortete ich ihm und küsste ihn sanft.
Nun öffnete sich die Tür und auch die anderen kamen rein. " Und kleine wie geht's dir?" fragte Aki besorgt. " Gut, danke der Nachfrage." Sagte ich und wusste auch schon, dass diese Antwort ihm nicht genügen würde. "Aber was hast du nun? Fragte nun auch Eero. " Wir sind schwanger!" antwortete Lauri für mich und wir beide mussten laut los lachen als wir all die geschockten Gesichter von unseren Freunden sahen.

2 Wochen später

"Schatz, hast du auch die Zahnbürste eingepackt?" rief ich Lauri nach. " Ja, hab ich. Du klingst echt schon wie ne super Mami", grinste er mich an. Wieder mal musste mein Schatzi auf Tour gehen. Natürlich ging ich wieder mit, obwohl ich kein gutes Gefühl hatte.
Nun standen wir mit unserem Gepäck vor unserer Haustür und warteten auf den Tourbus.
Lauri legte seine Arme um mich und liess seine Hände auf meinem Bauch ruhen. Ich fühlte mich so geborgen und geliebt, es war ein unglaubliches Gefühl, das Baby in mir wachsen zu spüren und den besten Mann an meiner Seite zu haben.
Das Kinderzimmer war schon bereit obwohl ich erst im 3 Monat war. Lauri konnte einfach nicht warten mit streichen vom Zimmer. Das Bettchen war bereits bestellt und mit Trinkflaschen und Schnullern waren wir auch ausgerüstet.
Den riesigen Smile auf Lauris Gesicht als wir den ersten Ultraschall machten, werde ich nie mehr vergessen. Seine Augen schienen vor lauter Interesse bald aus seinem Kopf zu fallen. Und wie stolz er aussah als er allen das Bild zeigte.
"Wieso lächelst du so?" fragte Lauri mich neugierig. " Ich bin nur so glücklich", sagte ich und drehte mich zu ihm um ihn zu küssen.
Und dann kam auch schon der Bus.
Zum Glück hatten sie unterdessen einen neuen Bus gekauft, der etwas grösser war, damit ich auch später noch mit meinem riesigen Bauch auf die Bank setzten konnte. Der Bus war echt toll. Immer noch schlicht eingerichtet, aber eben mehr Platz.
Die Jungs setzten sich direkt an den Tisch und ich ging zu den Betten. Irgendwie fühlte ich mich manchmal etwas schwach, also legte ich mich hin und hörte etwas Musik. Irgendwann muss ich wohl eingeschlafen sein. Im Halbschlaf nahm ich wahr, dass Lauri sich hinter mich legte und sich an mich schmiegte.

In dieser Position wachte ich auch am nächsten Tag auf. Ich drehte mich zu ihm und sah ihm beim schlafen zu. Er sah so glücklich aus und schien im Traum zu lächeln.

Am Abend:

Wir waren am späteren Nachmittag angekommen. Die Jungs hatten ihren Soundcheck und absolvierten alle Interviews. Nun sassen wir in unserer Garderobe und warteten bis sie spielen mussten. Alle waren nervös und konnten kaum still sitzen. Ich nahm Lauris Hand und streichelte sie sanft. Es schien ihn ein bisschen zu beruhigen.
Die Tür ging auf und einer der Crew stand vor uns: " Noch fünf Minuten, dann seid ihr dran." Sagte er und schloss die Tür wieder. Wir alle standen auf und gingen zur Bühne. Ich umarmte noch mal alle und gab meinem Schatz einen Kuss: " Viel Glück!"

Die Fans kreischten als sie die Jungs sahen und ich war froh, dass ich nicht in dieser hysterischen Menge stehen musste.
Nach 90 Minuten war der Gig vorbei und die Jungs kamen total aufgekratzt von der Bühne. Ein total verschwitzter Lauri fiel mir um den Hals und gab mir einen Schmatzer.


3 Monate später

Die Tour war endlich überstanden und erschöpft kehrten wir zurück in unsere Heimat. Mein Bauch war schon ziemlich runder geworden und ich merkte dass ich nicht mehr in der Lage war jeden Scheiss mit zu machen.
Als wir in unserer Wohnung ankamen legte ich mich direkt hin und schlief ein. Ich spürte nur noch wie Lauri eine Decke über mich legte, mir einen Kuss auf die Stirn gab und sich an mich kuschelte. Ich liebte es wenn er das tat. Vor allem jetzt wo ich immer fetter wurde. Lauri machte sich immer einen riesen Spass draus, wenn ich mich über meine Wampe aufregte. Er stellte dann immer seine Bierdose auf meinen Bauch und fügte grinsend hinzu: " Dein Bauch ist doch ganz praktisch, immer ein Tischchen dabei." Für diesen Spruch nahm er den Schlag an seinen Hinterkopf immer in kauf. Er mochte es richtig mich zu ärgern, aber andererseits konnte er so lieb und führsorglich sein. Mal sehen wie er sich im Schwangerschaftsturnen anstellt.

3 Tage später beim Turnen:

" Autsch mach dich nicht so schwer", jammerte Lauri als er mich bei einer Übung stützen sollte. " Tu doch nicht so. So schwer bin ich auch wieder nicht." Meckerte ich zurück. Wir stellten uns wie erwartet total doof an. Nach einer Stunde mühsamer Turnversuche kam der witzige Teil. Die Männer sollten eine Puppe baden und wickeln. " Wie sollte unser Kind so einen Vater überleben", fragte ich mich während ich Lauri kritisch beobachte. " Herr Ylönen, passen sie doch auf ihr Kind auf!" rief unsere Kursleiterin ihm zu als sie ihn sah. " Ihr Kind wäre bereits 2 mal ertrunken und durch dass fallen lassen hätte es sich spätestens dann, sein kleines Genick gebrochen." rief sie entsetzt.
Lauri lief rot an und wusste nicht was er tun sollte. Deshalb sah er einfach nur verlegen zu der kleinen Puppe in seinen Armen. Die Leiterin kam zu ihm und zeigte ihm nochmals wie er das Kind zu halten hatte. Und dieses Mal klappte es auch.
Nun waren wir Mütter dran und ehrlich gesagt fühlte ich mich ziemlich doof mit dieser Puppe in meinen Armen und das fiese Grinsen von Lauri machte es nicht besser.

Nach dieser Übung war die trockene Theorie dran. Thema: Stillen. " Bääähh.. ich fühl mich doch jetzt schon wie ne Seekuh und jetzt wird ich auch noch zur Milchkuh?" der Gedanke liess mich nicht mehr los. Lauri hielt meine Hand und strich sanft über sie. Er kapierte wohl endlich, dass ich mich wirklich nicht mehr wohl fühlte.

Nach 2 Stunden Kurs war ich echt fertig und wollte nur noch nach Hause. Ich vermisste es schlank zu sein. Ich vermisste es zu feiern und Abends mit Lauri ins Bett zu gehen und uns zu lieben.

Ich legte mich aufs Bett und starrte die Decke an. "Wollte ich dieses Kind überhaupt? War ich überhaupt bereit dafür. Wie konnte nur so was denken?", schnell versuchte ich meine schreckliche Angst vor der Zukunft zu verdrängen.

Tränen liefen über mein Gesicht. Ich war erschöpft wollte nur noch schlafen. Ich nahm mein Kissen in die Arme und schloss die Augen.
Ich musste wohl träumen, denn ich stand in unserer Wohnung. Genau gesagt in der Küche und sah Lauri und unserem Sohn beim spielen zu. Die Zwei sahen zum fressen süss aus. Ich fühlte wie es in meiner Brust warm wurde. Ich war glücklich.

Aus Lauris Sicht:

"Endlich zu Hause", dachte ich mir und liess mich aufs Sofa fallen. Ich zog meine Schuhe aus und lief ins Schlafzimmer. Dort liegst du auf dem Bett und drückst das Kissen an dich. Ich trete näher und setzt mich neben dich aufs Bett. Kleinen Tränen verweilen auf deinen Wangen und trotzdem scheinst du im Traum zu lächeln. Ich bückte mich zu dir runter und küsste die Tränen weg.
Ich stand wieder auf und zog mich aus. Ich muss dich wohl geweckt haben, denn du öffnest langsam deine Augen und lächelst mich glücklich an.

Ich wurde durch einen sanften Kuss aufgeweckt. Ich öffnete meine Augen langsam und sah direkt in die von mir so geliebten grünen Augen. Lauri nahm mich in seine Arme und ich legte meinen Kopf an seine Brust und lauschte seinem Herzschlag. " Alles in Ordnung?," fragte Lauri mit seiner sanften Stimme. " Ja, wieso?" " Du hast geweint. Hast du irgendwelche Sorgen?" hackte er nochmals nach. " Mir geht's gut. Ich fühle mich nur fett und bin ziemlich erschöpft. Ich bin froh, wenn ich dieses extra Gewicht endlich los bin." Lächelte ich ihn an. " Also ich find dich mit dem Babybauch ganz süss," grinste er frech zurück," aber ich bin auch froh wenn ich unser Baby bald im Arm halten kann."
Er bückte sich runter und küsste mich auf die Stirn.
"Du wirst ein toller Vater", flüsterte ich und gab ihm einen langen Kuss.
Wir zogen uns um und legten uns ins Bett. Lauri strich mir immer über den Rücken, da dieser langsam begann weh zu tun. Die zärtlichen Streicheleinheiten machten mich bald schläfrig und ich viel in einen schönen ruhigen Schaf.


3 Monate später

Ich war nun im 9. Monat und natürlich kugelrund. Trotzdem musste ich mich in das neugekaufte Kleid zwängen. Heute war es soweit. Die Music Awards. Zuerst wollte ich Lauri alleine schicken, doch dieser bestand darauf dass ich mit ihm kam. Er wollte mich nicht alleine zu Hause lassen. Als hab ich mir ein hübsches schwarzes Kleid gekauft. Wenigstens kaschierte es etwas meinen Bauch und Hintern. Aufgestylt und geschminkt stand ich im Wohnzimmer und wartete auf Lauri. " Hast du noch lange im Bad? Bist ja schlimmer als jedes Mädchen!" rief ich die Treppe hoch. " Hey, das solltest du doch unterdessen gewöhnt sein. Außerdem sind nicht alle von Natur aus so schön wie du." Rief er zurück und steckte dabei den Kopf aus dem Bad.
Nach weiteren 10 Minuten kam er endlich hinunter. " Du wie sehe ich aus?," fragte er grinsend. " Bezaubern, einfach unwerfend", grinste ich zurück.
Er nahm mich in den Arm und gab mir einen Kuss auf meinen Mund.

Es klingelte an der Tür und wir gingen auf die Strasse runter. Die Limousine wartete bereits auf uns. Wir alle fuhren zusammen, was sehr lustig war. Ich mochte die Freundinnen der anderen Jungs sehr. Sie waren nett und ich konnte mit ihnen über alles reden.
Die Jungs waren sehr nervös und keiner wusste so recht was sagen. Als begann Aki's Freundin wie immer Witze zu reissen. Die Zwei hatten sich echt gefunden, beide die gleichen Spassvögel.

Das Fahrzeug hielt und jemand öffnete die Türe. Zu erst stiegen die anderen aus, dann Lauri, welcher sich zu gleich um drehte und mir die Hand hinhielt um mir beim aufstehen zu helfen. Durch irgendein Wunder, schaffte ich es beim erstenmal auszusteigen und mich wie ich vermutete, mit meinem Hinter stecken blieb.

Die Journalisten stürzten sich auf uns. Wie fühlt es sich an 5 mal nominiert zu sein. Welchen Preis ist Ihnen am wichtigsten. Wie geht es dem Kind, Junge oder Mädchen.... Fragen über Fragen...
Ich lächelte nur und liess mich mit meinem Schatz an der Hand fotografieren. Lauri lächelte mich amüsiert an. Er wusste, dass ich es nicht wirklich mochte fotografiert zu werden.
Nach einem endlos erscheinenden Lauf über den roten Teppich, erreichten wir die Eingangshalle. Ich setzte mich auf den nächsten Stuhl der frei war.
Doch kaum hatte ich mich etwas entspannt, stand auch schon der nächste Journalist vor mir. Hilfesuchend drehte ich mich um und suchte Lauri. Doch dieser war in einem anderen Raum mit seinen Jungs um ein Interview zu führen. " Darf ich ihnen ein paar Fragen stellen? " fragte er freundlich. "Hmm.. ja ist schon ok." Sagte ich etwas schüchtern.
" Wie geht es Lauri und ihnen? Freuen Sie sich schon auf das neue Familienmitglied?"
" Uns geht es sehr gut und natürlich freuen wir uns, wie alle Eltern," grinste ich zurück.
Anscheinend kapierte er wie blöd die Frage war. " Steht schon ein Name fest?", fragte er neugierig.
" Ja, unser Sohn wird Niklas heissen." " Ein Junge, da wird der Papa aber Freude haben. Wird er dann auch in die Fussstapfen seines Vaters treten?“ Die Tür zum Interviewraum ging auf und Lauri kam zu mir. Ich stand auf verabschiedete mich ohne zu antworten und fiel Lauri in die Arme.
" He, hast du mich so vermisst?" fragte er erstaunt.
" Ja, und die doofen Journalisten nerven auch," grinste ich zurück," kannst du mich vor denen beschützen?"
Lauri musste laut lachen und konnte sich kaum halten. " Du bist unglaublich Schatz," sagte er und nahm mich wieder in den Arm. " Lass uns reingehen, da sind wir sicher", sagte er und legte seinen Arme um meine Taille.

Die Aufregung aller war förmlich zu spüren. Keiner konnte ruhig auf seinem Platz sitzen. Lauri legte seine Hand auf mein Knie. Er tat das immer wenn er nervös war und wollte dass ich ihn beruhigte. Ich legte meine Hand auf seine und strich sanft über sie. Er legte seinen Kopf an meine Schulter und schloss seine Augen. " Bist du so nervös?, fragte ich mit sanfter Stimme. Er nickte nur.
Ich legte meinen Arm um ihn und er legte seinen Kopf auf meinen Bauch. Eines war praktisch am schwanger sein, man hat immer ein Kissen dabei. Ich strich über seinen Rücken und sprach ihm gut zu.
Das Licht ging aus und die Musik ertönte. " Herzlich willkommen zu den diesjährigen Music Award," erklang es aus den Boxen.
Lauri setzte sich auf und schien wieder etwas entspannter zu sein.
Nach 2 Stunden hatten die Jungs bereits 3 Awards bekommen. Nun waren Lauri und ich dran dem nächsten Act, in der Kategorie Best Newcomer den Preis zu überreichen.
" And the Winner is...!" fing er an;" Highschool Fever!
Die Jungs welche wir bereits auch persönlich trafen, kamen über glücklich zu uns. Gerade als ich ihnen den Preis überreichen wollte, durchfuhr mich ein schrecklicher Schmerz. Lauri schien es bemerkt zu haben und versuchte mich unauffällig zu stützen. Die Jungs hatten es wohl auch kapiert und bedankten sich kurz um von der Bühne zu gehen. Gleich als wir hinter der Bühne ankamen, riefen die Jungs Hilfe. Lauri blieb die ganze Zeit bei mir und hielt meine Hand.
Wir fuhren mit dem Krankenwagen ins nächste Spital.
Dort lag ich nun und wusste nicht wie mir geschah.
Der Arzt gab mir bereits etwas gegen die Schmerzen und Lauri sass immer noch neben mir und hielt meine Hand. Etwas hilflos sah er mich an. Es tat ihm wohl leid, dass er mir nicht helfen konnte.
Ich strich ihm sanft über die Wangen:" Kuck nicht so traurig, wir bekommen jetzt ein Baby, unser erstes Kind." Er lächelte mich an und seinen Augen strahlten wieder.
Die Wehen wurden schlimmer und die Hebamme machte sich für die Entbindung bereit. Ich biss auf meine Zähne, denn diese Wehe war brutal. Ich glaubte ich zerreisse.
Doch Lauri hielt immer noch meine Hand und versuchte sein bestes mich zu beruhigen. Allerdings wurde er langsam selber blass um seine Nase und ich begann mir eher Sorgen darum zu machen dass er umkippt. Zumindest vergass ich den Schmerz für ein paar Sekunden.
" Ok, nun können sie bei der nächsten Wehe pressen," sagte die Hebamme.
Ich setzte mich ein wenig auf und sah in Lauris Augen. Ich lächelte ihn an und wusste dass alles gut werden würde.

Nach ca. 15 Minuten intensiven Pressen war alles vorbei und ich lag erschöpft im Bett. Lauri strahlte mich an," Er ist so wunderschön wie du", sagte er und blickte zur Hebamme die gerade das kleine etwas von einem Lebewesen wusch.
Ich lächelte erschöpft und zog Lauri zu mir runter um ihn zu küssen. Ein sanfter zärtlicher Kuss von ihm, war alles dass ich jetzt wollte. Ich schloss meine Augen und fühlte seine zarten Lippen auf meinen.

"So mein kleiner nun geht es zur Mami", sagte die Hebamme zu dem kleinen Knüll in ihren Armen.
Sie legte mir unseren Sohn an die Brust, welcher mich kurz anlächelte und begann zu trinken.
Lauri hatte vor lauter Freudentränen in den Augen. Mit 2 Fingern strich er sanft über Niklas' Köpfchen.
Nach einer Weile schlief er erschöpft ein. Die Hebamme legte ihn in sein Bettchen und stellte es neben mich, so dass ich ihn sehen konnte.
Lauri blieb bei mir bis der Arzt ihn bat nach Hause zu gehen.

Am nächsten Morgen

Niklas war früh wach, da er wohl ziemlich am verhungern war. Seine Augen strahlten mich an. Wie alle Kinder hatte er blaue Augen und ich fragte mich, ob er wohl die Augen seines Vaters bekommt oder meine. Die Haare waren jedenfalls ganz Papi-like, pechschwarz und wirr verwuschelt.

Es klopfte an der Tür und Lauri steckte seinen Kopf ins Zimmer. " Hey Süsse, wie geht es dir?", fragte er und trat ein. " Uns geht es gut. Niklas war schon früh wach und ist schon fleissig am futtern." Grinste ich ihn an. Lauri setzte sich auf die Bettkante und küsste zu erst mich und dann unseren Sohn.

Nach einer Weile hatte Niklas keinen Hunger mehr und schlief ein. " Darf ich ihn halten?" fragte Lauri. " Klar, hier. Aber bitte nicht das gleiche machen wie mit der Übungspuppe", grinste ich ihn an. Vorsichtig nahm er den kleinen Spatz. Sanft hielt er Niklas in seinen Armen. Er sah aus wie in meinem Traum und ich war mir ganz sicher, Lauri wird der perfekte Vater.


Nach 3 Tagen im Spital konnten wir als kleine Familie nach Hause gehen. Zu Hause wartete auch bereits die nächste Überraschung. Eine kleine Willkommensfeier für klein Niklas.
Es war so schön. Alle alberten mit dem kleinen rum, und ich fühlte das ich endlich die Familie gefunden hatte die ich immer brauchte. Keinen Streit die ganze Zeit, Schläge und Verluste die ich in meiner Vergangenheit erfahren hatte. Einfach glücklich sein und die Liebe geben zu können die man hat.
Da wir uns nicht entscheiden konnten wer Patenonkel werden sollte, wurden es eben alle drei. Ich denke, dass unser Kind von allen dreien etwas lernen wird. Die dummen Sprüche von Aki, wie man sich im Leben nicht aufregt von Eero... und Teddybär spielen von Pauli.


3 Jahre später

"Lauri, Niklas, wo seit ihr den?" rief ich durchs Haus. Kichern hört man im Kinderzimmer. Ich lauf die Treppe hoch und öffne die Tür. " Ja, ja , meine Männer wieder", lachte ich und hielt meinen Bauch. Lauri und Niklas sassen im Kinderzimmer und bauten aus den frisch gewaschen Bettanzügen ein Häuschen. Spielzeugautos lagen im Zimmer verstreut und Lauri schien ziemlich ausser Atem zu sein. "Nicht böse werden Mami. Papi und ich bauen ein Versteck," grinste mich mein kleiner Engel an. " Ok, schon gut, aber räumt noch deine Autos ein, in 10 Minuten gibt es Nachtessen." Sagte ich und lächelte Lauri zu. Er war wie ein kleines Kind, wenn er mit Niklas spielen konnte und er hasste es eben so wie ein Kind aufzuräumen.

10 Minuten später sassen beide schon am Tisch. " Schau mal Niklas, heute gibt's wieder dein Lieblingsessen, Tomatenpasta." " Hmm.. lecker Mami!" rief er und schon hielt er brav den Teller hin.
" Ich auch Mami!" rief Lauri und grinste mich frech an. " Ok, Schatz, aber schön ausessen, oder es gibt kein Sandmännchen für dich", antwortete ich etwas dümmlich und tätschelte Lauri's Kopf.
Niklas konnte sich natürlich das grinsen auch nicht verkneifen.
"Und freust du dich schon auf das Wochenende mit Onkel Aki?" fragte ich. " Oh ja, endlich kann ich Tschub tschub fahren ( Kinderkarusel mit Autos )", freute sich Niklas.

2 Stunden später klingelte es. " Aki," rief Niklas und rannte zur Tür. " Hallo mein Grosser, wie geht es dir?" fragte Aki und hob ihn zu sich hoch.
" Gut Kleiner", antwortete er und grinste wieder. " Was Kleiner? Bist ja ganz schön frech!" sagte Aki erstaunt. " Nein, das habe ich von dir gelernt", konterte er zurück.
Aki streckte ihm die Zunge raus und setzte ihn zurück auf den Boden. " Ganz der Vater was?" sagte er etwas ironisch. " Ja, ja, ich bin wieder mal Schuld", antwortete er und verdrehte die Augen.
"Hier Niklas, dein Rucksack und dein Teddybär", sagte ich und kniete zu ihm runter. " ich hab dich lieb", sagte Niklas und umarmte mich. " ich dich auch. Und sei ja lieb," sagte ich und gab ihm ein Küsschen.
Niklas tapste dann zu Lauri, welcher sich hinunter bückte und Niklas in den Arm nahm. " Machs gut und ärger Aki nicht zu doll", sagte er und knuddelte Niklas und gab ihm auch einen Kuss. "Ich habe dich auch lieb Papi", sagte er und gab ihm noch einen Schmatz auf seine Wange.
" Keine Sorgen, wir passen auf ihn auf," sagte Aki und grinste Lauri an.
Aki nahm Niklas an der Hand und stieg mit ihm ins Auto. Niklas winkte noch wild mit seinen kleinen Händen als sie los fuhren.

Später am Abend

"Schatz, zieh dir was warmes an, ich hab eine Überraschung für dich," flüsterte Lauri mir ins Ohr. Erstaunt sah ich ihn an, doch ich wusste dass es nichts brachte nach zu fragen, wo er hin wollte. Ich stand von der Couch auf und holte mir einen warmen Pullover. Ich zog ihn mir über, holte meine Handschuhe und Mütze und zog meine Jacke an. Es war Herbst und die Nächte waren bereits sehr kalt.
Fertig angezogen stand Lauri nervös an der Tür als ich die Treppe runterkam und mir meine Schuhe anzog.
" Also ich bin fertig," sagte ich und lächelte ihn etwas nervös an. Ich mochte keine Überraschungen.
Wir stiegen ins Auto und fuhren los. Nach einer halben Stunde hielt er an, aber wo waren wir? Wir standen auf einer riesigen Wiese in der Nähe des Waldes.
Lauri stieg aus und holte etwas aus dem Kofferraum. Er öffnete meine Tür und gab mir zu verstehen, dass ich aussteigen soll. Wir liefen über die Wiese. Lauri blieb plötzlich stehen und legte die Decke, welche er aus dem Kofferraum hatte, auf den Boden. " Setzt dich und schliess deine Augen," sagte er und ich tat es. Ich fühlte seine warmen Hände auf meinem Gesicht, fühlte seinen warmen Atem auf meinem Gesicht und fühlte dann seine zarten Lippen auf meinen. Nach diesem wundervollen Kuss öffnete ich meine Augen sah tief in seine. Er lächelte mich an und sein Blick ging auf seine Hände. Er hielt etwas darin, doch ich konnte nicht sehen was. Über uns erhellten die ersten Nordlichter die Nacht.
Es war wunderschön hier. Lauri nahm meine Hand und strich sanft über meinen Handrücken.
Verlegen oder doch eher unsicher sah er auf meine Hände. Langsam fühlte ich Unruhe in mir aufsteigen.
" Ich wollte dich schon lange etwas fragen", sagte er und sah mir tief in die Augen. Fragend sah ich ihn an. " Ich liebe dich und unseren Sohn über alles. Und ich möchte den Rest meines Lebens mit dir verbringen. Möchtest du meine Frau werden?" fragte er mich. Sprachlos sass ich mit offnem Mund da. " Ja, natürlich! Ich liebe dich auch!" antwortete ich und fiel ihm um den Hals.
Nach einem langen Kuss sahen wir uns wieder in die Augen. Uns beiden liefen riesige Freudentränen über die Wangen.
Wir verbrachten noch eine Weile auf der Wiese und betrachteten die Nordlichter.
Danach fuhren wir nach Hause und kuschelten uns aneinander. Ich muss wohl so erschöpft gewesen sein, dass ich in seinen Armen einschlief. Ich fühlte wie er mich hoch hob und mich ins Bett brachte. Als er mich aufs Bett legte wach ich auf. " Hey Engel, schon wieder wach?" fragte er mich.
Ich nickte nur und sah ihn auffordernd an. Er wusste genau was ich jetzt wollte - nur ihn.
Er legte sich neben mich und strich mir sanft über den Bauch und küsste mich zärtlich.
Es ist ein wunderbares Gefühl seine Haut auf meiner zu spüren.
Nach einer wunderbaren Nacht wie dieser fühlte ich mich immer unsterblich, als könnte mich nichts und niemand mehr verletzten.

Vor ein paar Jahren hätte ich nie gedacht je wieder so glücklich zu sein.

" Guten Morgen Schatz, wie geht es dir? Gut geschlafen?" fragte mich jemand mit einer sehr angenehmen Stimme. Langsam öffnete ich meine Augen und mein Engel lag neben mir und grinste mich zu Frieden an. " Ja, Guten Morgen, mir geht's gut und noch besser geht es mir wenn ich einen Kuss krieg," zwinkerte ich ihm zu.
" Ich geh duschen, kommst du auch," fragte er mich und gab mir einen Kuss. ", Nee zuerst Kaffee und dann alles andere," und versuchte angestrengt todmüde auszusehen. " Ja, ja meine kleine Schlafmütze, ich kenn da was viel besseres dich wach zu kriegen als Kaffee," sagte er und grinste mich fies an. Kaum hatte ich, dass gedacht, wurde mir auch klar was jetzt kommt, doch es war schon zu spät um zu reagieren. Er packte mich und rannte mit mir im Arm ins Bad. Schwups und schon sass ich mit meinen Schlafsachen in der vollen Badewanne. " Und schon wach?" fragte er mich lachend. " Ja, danke Schatz, fühl mich schon ganz frisch und munter," grinste ich ihn an und zog in mit ins Wasser.
Diese Momente liebte ich so. Einfach ausgelassen rumtoben und lachen. Auch wenn es in unserem Alter eher kindisch wirkte.

Am späteren Nachmittag:

In zwei Wochen hat Niklas Geburtstag. Und wir waren deshalb den ganzen frühen Vormittag in der Stadtunterwegs um Geschenke zu kaufen.
Wir haben viele tolle Dinge gesehen, und manchmal hatte ich dass Gefühl Lauri würde die Sachen lieber für sich behalten. Besonders schien im das Spielhaus es angetan zu haben. Er konnte es kaum erwarten mit Niklas dort zu spielen.
Wir packten gerade die kleinen Geschenke ein, als das Telefon klingelte. Lauri ging ans Telefon. " Lauri Ylönen?" antwortete er. " Was! Wieso jetzt?! Aber..," er sah etwas verwirrt aus und ich stellte mich besorgt neben ihn. " Was ist den?" fragte ich ihn als er den Hörer aufhing.
"Ich weiss nicht. Unser Manager hat uns ins Studio zitiert," sagte er etwas mürrisch.
"Ist schon gut," sagte ich," dann pack ich den Rest eben selber ein und hol dann unseren kleinen Engel ab."
Immer noch bedrückt, packte Lauri seine Jacke und gab mir einen Abschiedskuss. " Ich bin bald wieder da," sagte er und schloss die Tür hinter sich.
Ich schaltete den Fernseher ein und wollte mir die MTV News ansehen. Während ich die Geschenke einpackte hörte ich dem Moderator zu. " Wie uns heute die Nachricht erreichte, gab es ein grosses Verkehrsunglück in der Nähe Helsinkis. Wieso wir das hier erzählen? Bei den Schwerverletzten handelt es sich unter anderem um Aki von The Rasmus, welcher schwerverletzt mit seiner Freundin und einem Kind ins Krankenhaus gebracht wurde. Wie es den Verletzten zur Zeit geht ist noch unklar.
...". Ich konnte nicht glauben was ich gerade gehört hatte. Mit zitternden Händen griff ich nach dem Telefon und versuchte Lauri anzurufen, doch keiner nahm ab. Also rief ich Hanna.

Aus Hanna's Sicht:

Mein Telefon klingelte und als ich sah wer anrief, nahm ich freudig ab. " Hey Lynn! Wie geht es dir?," fragte ich. " Hanna, bitte komm so schnell du kannst. Ich brauch dringend jemanden. Ich halt es hier nicht alleine aus," stotterte Lynn ins Telefon und weinte schrecklich. " Was ist den passiert?" " Bitte komm einfach ich kann jetzt nicht reden. Muss Lauri erreichen," sagte Lynn und hängte ab.
Schnell klingelte ich an Ines Tür und erzählte ihr alles. Ines und ich fuhren so schnell zu Lynns Haus.

Ines Sicht:

Ich konnte nicht glauben was mir Hanna erzählt hatte. Nervös rutschte ich auf dem Sitz hin und her und fragte mich was passiert war. Als wir auf dem Parkplatz ankamen, sah ich Lynn auf der Terrassentreppe sitzen und rauchen. Seit der Schwangerschaft hatte sie nicht mehr geraucht und ich wusste, dass was schlimmes passiert sein muss.
" Lynn was ist passiert", rief ich ihr zu und lief schnell zu ihr hin. Mit ihren verweinten roten Augen sah sie uns an. Unfähig zu sprechen vor Traurigkeit, sass sie einfach da und legte mir ihren Kopf an die Schultern. " Aki, seine Freundin und Niklas hatten einen schweren Unfall. Ich weiss nicht wo sie sind und Lauri kann ich auch nicht erreichen. Sein Manager hatte ihn angerufen und zu sich zitiert. Wahrscheinlich sind sie im studio, aber ich bin nicht fähig dort hin zu fahren. Ich will einfach nur Lauri hier haben", wimmerte Lynn vor sich hin und versteckte ihr Gesicht in meinem Pullover.

Hanna versuchte noch ein paar Mal Lauri anzurufen. Als sie es zu fünften Mal klingeln liess, hörte sie das Telefon im Haus klingeln.
" Lauri bist dus?", fragte sie unsicher. " Hanna, was machst du bei uns zu Hause?" fragte er leicht verwirrt. " Lynn hat mich angerufen, als sie erfahren hatte, was passiert war," antwortete ich.
" Hanna, von was redest du?" hörte ich Lauri nervös fragen. " Du weißt nicht was passiert ist?" " Nein, aber weißt du was mit Aki ist? Er ist nicht zum Treffen gekommen." Fragte er. Hanna musste schlucken. " Ihr wisst wirklich nicht bescheid?" fragte sie nochmals. " Nein verdammt, also sag schon." Hanna legte auf und lief nach draussen. " Wir müssen ins Studio, die Jungs wissen nicht bescheid , ich will es ihnen nicht am Telefon sagen müssen," rief sie uns zu und lief zum Auto.

Nun fuhren wir alle zum Studio.

" Lauri", rief Lynn als sie zum Wagen ausstieg und fiel im in die Arme. Hemmungslos weinte sie alles aus sich heraus. Lauri verstand natürlich nicht was los war und sah Hanna besorgt an. " Was ist den los?" fragte Pauli. Hanna ergriff das Wort und erklärte den Jungs was los ist. Lauri weinte nur noch und konnte nicht fassen was los war. Die anderen Zwei versuchten ruhig zu bleiben. " Kommt wir fahren ins Krankenhaus und sehen wo sie sind und wie es ihnen geht," sagte Eero leise.

Nun sassen wir in unseren Autos und fuhren von Krankenhaus zu Krankenhaus. Im Central Hospital fanden wir sie dann. Leider durften wir nicht in ihre Zimmer. Akis Freundin war noch im OP und Aki war noch nicht von der Narkose aufgewacht. Niklas war auf der Kinderintensiv. Keiner wusste genau was mit ihm war. Keiner der Ärzte wollte uns genau Auskunft geben.

Nervös liefen wir in dem kurzen Gang hin und her und wurden schier wahnsinnig vor Sorge.

Lauri's Sicht:

Lynn schien sich kaum zu beruhigen können. Ich hielt ihre Hand und sprach ihr Mut zu, aber nichts half. Die Krankenschwester hatte ihr eine Spritze zur Beruhigung gegeben und nun schlief sie mit dem Kopf auf meine Beine gelegt. " Wie konnte das nur passieren? Meine kleine hat doch schon genug durch machen müssen. Bitte Gott, lass alles wieder gut werden," dachte ich mir als gerade der Arzt zu uns kam. " Sind sie die Eltern vom kleinen Niklas?" fragte er mich. " Ja , können sie mir sagen, was mit meinem Jungen ist?" fragte ich Erwartungsvoll. " Ja, ihr Sohn ist vorhin aufgewacht. Er hatte sehr viel Glück. Wir konnten die Blutungen stoppen und das gebrochene Bein wird auch bald wieder heil sein. Sie können ihn in etwa einer Stunde kurz besuchen. Bis dahin wird er noch von unserem Kinderarzt versorgt," sagte er. Mein Herz machte einen riesigen Sprung und aus lauter Freude drückte ich Lynn ganz fest an mich. " Aua, drück doch nicht so. Was ist los?" fragte sie mich und sah mich aus ihren rot geweinten, noch müden Augen verwundert an. " Wir können Niklas in einer Stunde besuchen. Bald wird alles wieder gut," lächelte ich und bevor sie etwas sagen konnte küsste ich sie leidenschaftlich. Noch ganz durcheinander starrte sie mich an. Ihre Augen sahen mich verwundert an. Langsam liefen ihr grosse Tränen übers Gesicht. Doch diesmal waren er Tränen der Freude.

Nun kam ein anderer Arzt auf uns zu. Unsicher sahen wir uns alle an. " Herr Hakala ist so eben aufgewacht, sie dürfen ihn besuchen, doch überanstrengen sie ihn nicht," sagte uns der Arzt.
Überglücklich folgten wir dem Arzt zu Akis Zimmer.
Etwas zerknüllt lag er dort im Bett. Sein Gesicht war kaum zu sehen, da sein Kopf mit Verband eingewickelt war. Sein linker Arm und sein Bein waren eingegipst.
" He Aki, was machst du wieder für Sachen? War das Kinderkarussell zu schnell für dich?" scherzte Pauli. Aki sah uns traurig an. " Es tut mir leid, wie geht es dem Kleinen und meiner Freundin?" fragte er leise. " Niklas ist bald wieder gesund. Er hatte viel Glück. Was mit Anne ist wissen wir nicht genau. Der Arzt sagte sie sein noch im OP," antwortete ich ihm. Lauri sah mich traurig an. Wir alle machten uns Sorgen um Anne. So ein liebes und hübsches Mädchen wie sie, war die perfekte Freundin für Aki. Er durfte sie jetzt nicht verlieren.

Wir sprachen noch etwas mit Aki und versuchten ihm Mut zu machen als der Arzt ins Zimmer kam. Wir alle waren sofort still und sahen ihn gespannt an. Als ich den Arzt ansah wusste ich genau was los war, und Aki ebenfalls, den er nahm meine Hand und drückte sie stark. Ich kannte den Schmerz, und wusste genau wie er sich fühlte. Ich setzte mich neben ihn und nahm ihn in den Arm. Leise weinte er in meinen Pullover. Ich gab Lauri und den anderen zu verstehen, dass ich mit Aki alleine reden möchte und Lauri ruhig mal bei Niklas rein schauen soll, und sich um ihn kümmert.

Aki und ich sassen nur neben einander. Ich wusste dass Worte nicht halfen. Er hielt immer noch meine Hand, strich sanft über sie und zwischen den vielen Seufzern, hörte man ihn schniefen. Ich man ihn in meine Arme und strich ihm über den Kopf. "Lynn, wie konntest du es nur aushalten, als sich dein Ex umbrachte?" fragte er mit gesenktem Kopf. " Versuch deinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Du weißt wir alle sind für dich da, wenn du jemanden brauchst rufst du an oder kommst vorbei. Aber zu erst musst du an dich denken, und gesund werden. Finde deinen Weg zu trauen," sagte ich und drückte ihn nochmals an mich.
" Kannst du mich alleine lassen? Ich bin müde," sagte er. " Ja, klar. Wir besuchen dich morgen wieder", sagte ich und gab ihm einen Abschiedskuss auf die Wange.

Ich stand auf und ging nun zu Niklas ins Zimmer. Mit dem riesigen Gips am Bein sah er noch kleiner aus. " Hallo Schatzi, wie geht es dir?" fragte ich und nahm ihn in meine Arme. " Gut, schau Mami, ich hab ein Tweety-Pflaster bekommen, weil ich Aua am Arm habe," sagte er und sah mich mit grossen Augen an. Lauri und ich mussten lachen. Er hatte einen schweren Unfall und denkt nur an sein Tweety-Pflaster. " Ich hab dich lieb Schatz", sagte ich und nahm ihn auf meine Schoss. " Ich euch auch," grinste er mich an.
"Der Arzt hat gesagt, dass er morgen nach Hause kommen darf," meinte Lauri.
Ich war so glücklich, dass alles noch gut ging. Als Niklas eingeschlafen war, gingen wir nach Hause. Als wir allerdings an unserem Haus ankamen, stand eine riesige Gruppe aus Groupies und Journalisten bereit. Alle stürzten sich auf uns als wir zum Haus liefen. Genervt wühlten wir uns durch die Menschenmenge.

Nach einem gedrücke und gequeschte endlich im Haus angekommen, liessen wir uns aufs Sofa fallen. Ich legte mich in Lauris Arme und schloss meine Augen.

Eine Woche später:

Endlich durfte Niklas seinen Gips abnehmen lassen. Der Kleine war auch schon langsam genervt von seiner "Gehbehinderung". Etwas ängstlich sass er auf der Liegebank und sah uns zweifelnd an. Als der Arzt mit der Gipssäge kam, ging das Geschrei auch los.
Lauri stand hinter Niklas und versuchte ihn zu beruhigen. Das sah echt süss aus. Meine zwei Helden wieder.
Nach 10 Minuten war alles vorbei und Niklas konnte wieder herum hüpfen.

Als wir zu Hause ankamen, wollte Niklas gleich draussen spielen, also ging Lauri mit ihm zum Spielplatz. Ich fühlte mich nicht so wohl, deshalb beschloss ich mich ins Bett zu legen.
Nach einer Weile wurde es immer schlimmer. Ich hatte das Gefühl Fieber zu haben und zu verbrennen. Mein Zimmer drehte sich und spürte wie mir schlecht wurde. Mit letzter Kraft erreichte ich dass Bad und übergab mich. Erschöpft lag ich am Boden und fühlte mich schwach und hilflos.
Ich hörte wie es an der Tür klingelte, doch ich konnte mich weder bewegen noch rufen. Ich hörte Paulis Stimme wie er nach Lauri rief und zum Spielplatz lief.

Lauris Sicht:

" Hey Pauli, was gibt's?" fragte Lauri neugierig. "Ich wollte nur nach euch sehen. Wo ist den Lynn?" " Drinnen, sie fühlte sich nicht wohl." " Aber ich habe geklingelt und niemand kam zur Tür." Ich sah Pauli unsicher an. Mein Gefühl sagte mir ich müsse nach ihr sehen. " Pauli, kannst du kurz auf Niklas aufpassen?" " Ja, klar," antwortete er und ich rannte los.
Im Wohnzimmer rief ich bereits nach ihr aber ich erhielt keine Antwort. Ich lief in unser Schlafzimmer. Ich hörte sie schwer atmen. " Lynn, wo bist du?" fragte ich nochmals.
" Lauri, ich bin hier," hörte ich eine schwache Stimme flüstern. Ich drehte mich um und sah sie auf dem Boden im Bad liegen. " Mir ist schlecht und meine Haut brennt," sagte sie als ich sie hoch hob und aufs Bett legte. " Ich ruf unseren Arzt an, damit er vorbei kommt", sagte ich ihr und strich ihr über die Stirn. Sie nickte schwach und schloss ihre Augen.

Pauli und Niklas sassen im Wohnzimmer als ich nach unten kam um dem Arzt anzurufen. " Ihr ist schlecht, ich ruf nur kurz den Arzt an," sagte ich und Paulis Gesichtsausdruck schien sich wieder zu entspannen. " Ich denke, die Beerdigung von Anne und der Unfall waren ein bisschen zu viel für sie," meinte ich.

15 Minuten später war der Arzt da und untersuchte Lynn. Angespannt sass ich mit Niklas im Wohnzimmer. Er hatte wohl nicht wirklich mitbekommen was los war. Pauli war immer noch hier und kochte gerade Kaffee als der Arzt zu uns in Wohnzimmer kam. Besorgt sah ich ihn an. - Er lächelt - ging es mir durch den Kopf. Etwas erleichtert sah ich ihn an. " Und was hat sie? Ist es was schlimmes?" fragte ich. Niklas kletterte auf meinen Schoss und sah mich verwundert an. " Ich gratuliere, bald hat unser kleiner Niklas einen Bruder oder ein Schwesterchen zum spielen," sagte der Arzt. Erschrocken, überrascht und zur gleichen Zeit überglücklich sah mich Niklas an. " Jupi, etwas zum spielen!" grinste er mich an und ich konnte mir mein lachen nicht verkneifen.
" Ihre Frau braucht allerdings viel Ruhe. Wegen ihrem zu tiefen Blutdruck wurde sie ohnmächtig. Ich habe ihr Tabletten hier gelassen, die werden ihr helfen," fügte der Arzt zu.
" Vielen Dank, dass sie rasch gekommen sind. Ich bin sehr froh, dass es nicht schlimmes ist," sagte ich erleichtert und begleitete ihn hinaus.
Niklas hingegen lief direkt zu Pauli in die Küche und erzählte ihm alles. Als ich wieder in Haus kam, standen die Zwei mit einem breiten Grinsen vor mir.
" So Papi, wann können wir das Baby zum spielen abholen?" äffte Pauli Niklas nach.
Lauri musste wieder lachen und machte sich auf den Weg ins Schlafzimmer. Lynn sass in unserem Bett und sah mich etwas mitgenommen an. " Hatte sie geweint," ging es mir durch den Kopf. Ihre müden traurigen Augen sahen mich fragend an. " He Schatz, alles ok mit dir", fragte ich sie und setzte mich neben sie aufs Bett. Sie nickte bejahend und griff nach meiner Hand. Zart strich sie über sie, sah sie an, sah nicht zu mir hoch.

Lynns Sicht

Ich wusste nicht wie ich es ihm sagen sollte. Oder wusste er es bereits? Unsicher sass ich da. " Was ist mit dir? Wieso bist du so traurig?" fragte Lauri verständnisvoll und doch sehr besorgt. " Ich bin nicht traurig. Es ist nur ein kleiner Schock. Natürlich freu ich mich auf unser zweites Kind. Ich mach mir nur Sorgen um meine Gesundheit und die des Kindes," flüsterte ich. Ich fühlte wie traurig Lauri mich ansah. " Der Arzt hat gesagt, dass alles wieder gut wird. In nächster Zeit musst du nur mehr Ruhen. Und ich wird dir so gut helfen wie ich kann," lächelte mich Lauri an. Ich lächelte zurück. Ich war so glücklich ihn zu haben. Der perfekte Mann für mich und der perfekte Vater für " meine" Kinder.
" Ich liebe dich. Du bist echt der Beste," strahlte ich ihn an und küsste ihn.

Zögernd ging die Tür auf und schon hopste Niklas auf unser Bett. " Mami, Papi, wann gehen wir jetzt das Baby holen?" fragte Niklas genervt. Lauri und ich mussten lachen. Verständnislos sah uns Niklas an. " Niklas Schatz, das Baby muss zu erst in meinem Bauch wachsen und dann wenn es genug gross ist kommt es raus," versuchte ich zu erklären. " Babys sind doof", schnauzte Niklas und ging in sein Spielzimmer. " Ganz der Vater was. Kann nicht warten und hat einen echten Dickkopf", grinste ich Lauri an. Lauri grinste mich nur an und nickte. Das erst Mal, dass er zu gab ein Dickkopf zu sein. Er legte sich neben mich und nahm mich in den Arm. Erschöpft legte ich meinen Kopf an seine Schultern. Sanft streichelte er mir über den Rücken bis ich einschlief.

Lauris Sicht

"Sie sah so zerbrechlich und zart aus wenn sie schlief," dachte Lauri. Er beobachtete sie noch eine Weile bis Niklas ins Zimmer kam. Es war ihm langweilig und er wollte mit seinem Papi spielen. Doch Lauri musste zur Probe und nahm deshalb Niklas mit. Er mochte die Proben und sah immer gespannt zu. Und sobald die Jungs eine Pause machten, kletterte er hinters Drums und versuchte lauter als Aki zu sein. Alle hatten immer viel Spass, doch langsam machte er sich Sorgen um Lynn. Er wollte sie nicht alleine lassen. Um sein Gewissen zu beruhigen rief er ihr nach Hause an. Etwas müde nahm sie den Anruf entgegen. " Hallo Schatz, ich wollte nur sehen wie es dir geht. Wir sind noch im Studio und Niklas ist auch hier. Wir sind bald zu Hause," sagte Lauri. " Ja ok. Ich fühl mich schon besser nur etwas müde. Soll ich noch Abendessen kochen oder wie spät kommt ihr?" fragte Lynn nach. " Du bleibst schön im Bett. Ich geh beim Chinesen vorbei und bring was mit," sagte Lauri mit einem fast elterlichen Ton.
" Ja Papi, ich geh ja schon ins Bettchen," erwiderte ich grinsend.
" Ich hab dich lieb. Bis später," hörte ich ihn zärtlich flüstern.
" Ich dich auch", sagte ich und legte das Telefon auf das Tischchen neben dem Bett.


Ca. 3 Stunden später hörte ich wie die Türe aufging. Freudig sprang ich auf und lief die Treppen hinunter um meine Engel in den Arm zu nehmen. Ich hab sie in dieser paar Stunden bereits höllisch vermisst. Freudig schlang Niklas seine Arme um meine Beine und sah mich überglücklich an. " Ich hab heute wieder Drums gespielt. Und Onkel Aki hat gemeint ich werde immer besser," rief er und strahlte bis über beide Ohren. " Gut ich bin stolz auf dich kleiner. Aber jetzt wird noch was gegessen und dann musst du ins Bett, einverstanden?" fragte ich ihn. " Hmm.. hab ich ne andere Wahl?" grinste er frech zurück.
Gemütlich setzten wir uns an den Tisch und assen. Es war ein wundervoller Abend. Wir haben viel gelacht, vor allem über die kecken Sprüche unseres Sprösslings. Eben ganz der Vater.
Gemeinsam packten wir dann unseren Schatz ins Bett. Wie jeden Abend sang Lauri ihm noch ein gute Nacht Lied. Ich liebte es ihm zu zuhören. Er war wirklich der perfekte Vater und Ehemann.

Als Niklas tief schlief, gingen wir noch ins Wohnzimmer und kuschelten auf dem Sofa. Irgendwie schien Lauri etwas abwesend zu sein. " Lauri, ist was? Du siehst so nachdenklich aus?" fragte ich und sah ihm in die Augen. Lauri sah zu Boden und spielte nervös mit seinem Ehering," Ich weiss der Zeitpunkt ist nicht gerade genial, aber nächste Woche kommt unser Album raus. Dass heisst wir werden in einem Monat auf Tour gehen und Pressetermine haben." Traurig sah er nun hoch. " Ich will dich doch jetzt nicht alleine hier lassen. Was ist wenn es wieder Komplikationen gibt?" " Vielleicht zieht ja Hanna zu mir, dann bin ich nicht allein", sagte ich und versuchte ihn aufzumuntern. " Gute Idee, ich werde sie morgen fragen", antwortete er und lächelte erleichtert.

2 Wochen später:

Das neue Album ist nach einer Woche auf Platz eins und die Fans können die Tour kaum erwarten. Die Jungs waren schon fleissig am üben und waren ebenfalls ganz aufgeregt. Noch 2 Wochen und mein Schatz wird für einen Monat weg sein. Ich ahnte bereits, dass ich ihn tierisch vermissen werde.

Starttag der Tour:

Etwas bedrückt warteten wir draussen auf den Tourbus. Lauri hielt meine Hand und strich sie zärtlich. " Ich werde dich vermissen", flüsterte ich leise. " Ich dich auch", sagte Lauri und küsste mich sanft. " Aber alles wird gut. Wir telefonieren jeden Tag, versprochen", sagte Lauri und versuchte mich aufzumuntern. Ihm viel es sichtlich genau so schwer.

Der Tourbus war nun hier und wir mussten uns verabschieden. Auch die restlichen Bandmitglieder kamen zu mir um mich nochmals zu drücken. "Ich liebe dich über alles, vergiss das nicht," flüsterte mir Lauri ins Ohr als er mich umarmte. Ich lächelte ihn an: " Wie sollte ich das vergessen? Machs gut und pass auf dich auf," sagte ich. Ein letzter Kuss und schon war Lauri im Bus verschwunden und fuhr weg.

" Niklas hatte Mühe ein zu schlafen. Er hat deine Stimme vermisst und wollte solange nicht schlafen bis du zurück bist. Aber nach 2 Stunden Streik fielen ihm die Augen zu," erzählte ich Lauri der mich aus dem Tourbus anrief. Es tut gut sein Lachen zu hören. " Gut dass alles ok ist. Ich vermiss euch auch ganz doll," hörte ich Lauri etwas traurig sagen. " Aber es ist ja nur für einen Monat, dann bin ich wieder da. Geh jetzt aber schlafen, du weißt du musst dich ausruhen," belehrte mich Lauri. " Ok, ich liebe dich , Schlaf gut!" sagte er und hing auf.


Einen Monate später

Die Jungs hatten die Tour gut überstanden. Lauri war mitten in der Nacht heimgekehrt. Schlafend liegt er immer noch im Bett und Niklas wartet ungeduldig auf ihn. Hanna hat mir den ganzen Monat ausgeholfen und zwischen durch auf Niklas aufgepasst. Auch Ines ist öfters mal vorbei gekommen.
Ich bin den zweien sehr dankbar. Quietschend springt Niklas auf seinen Vater und reisst ihn aus seinen süssen Träumen. „Aufwachen Papi!“, ruft Niklas und springt weiter auf ihm herum. „Niklas Schatz, aua, du tust mir weh. Runter von mir“, jammert Lauri. Niklas grinst breit und setzt sich brav neben seinen zerknausten Vater. Sanft legt er seinen Kopf auf die Brust seines Vater und kuschelt sich an ihn. „Papi du darfst nicht mehr so lange weggehen, sonst kann ich nicht mehr schlafen. Und keiner will ein Zelt aus der Bettwäsche basteln mit mir. Es war so langweilig ohne dich“, jammert Niklas und drückt sich noch näher an seinen Vater.
„Aber bald hast du einen Bruder oder eine Schwester zum spielen. Dann ist es dir nicht mehr so langweilig. Und ich bin auch noch etwas länger hier. Aber jetzt lass Papi noch etwas schlafen.“ „Nein, Mami ist am kochen und du musst auch essen kommen.“ „Hat sie das gesagt?“ „Nein, aber ich“, grinst Niklas frech. „Ok, ich komme. Aber geh solange zu Mami, vielleicht braucht sie ja Hilfe.“ Niklas grinst fröhlich und rennt in die Küche.
Müde rappelt sich Lauri auf und sucht nach frischen Klamotten. Verschlafen schlendert er ins Bad und duscht erstmals.
Niklas deckte derweilen den Tisch und hilft seiner Mutter so gut er kann. „Vielen Dank Niklas, du bist ein Schatz. Setzt dich doch schon mal hin, es gibt gleich essen.“ Brav setzt sich dieser. Auch ein müdes Lauri kommt angeschlichen und setzt sich mit nassen Haaren an den Tisch. „Mami? Was ist den mit Papi los?“, fragt Niklas und setzt einen skeptischen Blick auf. „Ach Schatz, Papi ist halt müde. So wie du auch wenn du denn ganzen Tag draussen spielst.“ Niklas scheint sich mit der Antwort zufrieden zu geben und stürzt sich auf die Spaghetti.
Zusammen essen sie zu Mittag. „Wirst du bald wieder auf Tour müssen?“ „Nein, momentan gar nicht mehr. Vielleicht im Sommer noch ein paar Openairs. Aber bis das Kind da ist und gross genug werde ich dich nicht allein lassen.“ Niklas beginnt zu strahlen. Kaum hatten wir alle gegessen, zieht Niklas Lauri an der Hand in sein Zimmer und will spielen. Quietschen und fröhliches Lachen dringt aus dem Kinderzimmer.
Ich mache unterdessen den Abwasch und setzte mich danach auf das Sofa. Die zweite Schwangerschaft ist nicht so einfach wie die letzte. Ich habe Probleme mit meinem Blutdruck, was es nicht vereinfacht mit einem kleinen Jungen alleine klarzukommen. Ich bin so froh, dass Lauri so ein guter Vater ist. Ich kann mein Glück fast nicht beschreiben.
Ich bin müde und schlafe auch schon bald auf dem Sofa ein.




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