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I'm walking in the park And I'm talking to the dark But there ain't nobody listening My heart has turned to stone When I found myself alone Now all I do is whisper to the dark

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Right where I belong

Teil 1

Hart weht der kalte Wind. Bibbernd halt ich den heissen Becher Kaffee in meinen Händen und laufe dem Hafen entlang, geniesse den Anblick des eisigen Wassers. Endlich war ich hier, endlich hatte ich diesen Schritt gewagt – ich war nach Helsinki gezogen. Ich bin 25 Jahre alt und heisse Arina. Ich wollt schon immer hier ziehen, hatte aber immer zu viel zu tun oder am Anfang zu wenig Geld. Aber jetzt war ich endlich da. Meine Wohnung hatte ich gestern fertig eingerichtet und ich muss sagen ich bin richtig stolz auf meine eigenen 4 Wände. Ich hatte nun ein schönes Zuhause und einen Job der mir gefiel. Ich war Songwriterin. Ich liebte die Musik, aber traute ich nie selber auf der Bühne zu stehen. Also war dies die beste Lösung für mich, doch meine Musik zu machen.
Der kalte Wind blies meine dunkelblonden Haare in mein Gesicht. Genervt versuche ich sie aus meinem Gesicht zu wischen. Wieso blieben diese Mistdinger nie hinter den Ohren, wenn man es wollte.
Beim zweiten Versuch klappte es. Ich bin wohl der einzige Mensch der im Herbst hierher zieht. Es war noch kein Schnee gefallen und doch trage ich bereits meinen Wollmantel und brauchte Kaffee um mich warm zu halten. Ich blieb vor der Bank stehen und setzte mich auf diese. Es war später Nachmittag und die Sonne stand schon tief. Ich liebte diesen Anblick des glitzernden Wassers am Horizont.
Vorsichtig nippte ich an meinem Becher und verbrenne mir meine Lippen. Scheiss Kaffee!! Rasch ziehe ich die kalte Luft ein, versuche meine Lippen zu kühlen.
Meine Beine wurden kalt und ich entschied mich weiter zu gehen – immer noch in Gedanken versunken.
Durch lautes Fluchen werde ich aus meinen Gedanken gerissen. „Lasst mich in Ruhe!“ „Scheiss Penner!“ Erschrocken schau ich mich um. Zwei Jugendliche Prügeln auf einen Obdachlosen ein. „Hey ihr Idioten, verzieht euch gefälligst!“, schrie ich sie an und lief rasch zu ihnen. „Verpiss dich Kleine, das hier geht dich nix an.“ „Halt die Klappe und verpisst euch schnell oder ich ruf die Bullen.“ Drohend stelle ich mich vor sie und versuche böse zu kucken. Die Jungs schnappen nach ihren Rucksäcken und laufen davon.
„Alle ok mit Ihnen?“, frage ich den Mann der vor mir liegt und sich den Bauch hält. „Ja, danke. Diese Typen kommen jeden Tag von neuem und klauen mein Geld – das wenige das ich habe“, fügte er noch etwas leiser hinzu und sieht traurig zu Boden.
Er tut mir schrecklich leid. Kein Geld, nichts zu essen und bei dieser Kälte auch noch draussen. Durch ein leises Seufzen holte er mich aus den Gedanken. Ich sehe ihm ins Gesicht. Seine Augen sehen traurig zu Boden. Seine Lippen sind spröde von der Kälte uns sein Gesicht leicht schmutzig. Ich reiche ihm meinem Kaffee und seh ihn fragend an. „Hier nehmen sie sonst erfrieren sie mich noch.“ Erstaunt sieht er mich an und nimmt den Kaffe dankend an. „Wieso haben sie mir geholfen? Wie kommt es, dass so ein hübsches junges Ding wie sie einem Obdachlosen hilft?“ „Wieso sollte ich nicht. Wieso sollte man einem Menschen nicht helfen, der Hilfe braucht?“ „Die Gesellschaft heute zu Tage, sieht uns nicht als Menschen. Wir sind Schatten, verstehen sie?“ Ich nickte. Ich wusste, dass es nicht viele Leute gab, die sich überhaupt mit den Schicksalen der Strassenmenschen abgab. Ich setzte mich neben ihn und betrachte ihn. Sein Gesicht war sanft, seine Augen traurig. Er machte mir nicht Angst, so wie andere fremde Menschen. Er merkte wie ich ihn anstarrte und schielte zu mir, lächelte sanft. „Suchen sie Antworten in meinem Gesicht?“ „Tut mir leid, ich wollte sie nicht anstarren. Ich frage mich nur was wohl ihr Schicksal war, dass sie hier gelandet sind. Sie sehen nicht gerade aus als würden sie trinken oder Drogen nehmen.“ Er nahm einen kräftigen Schluck, schloss die Augen und genoss das Gefühl wie das warme Zeug seine Hals und Bauch wärmte. „Ich hatte Pech wie viele Leute. Hatte die falschen Freunde um mich herum, wurde ausgenommen und fallen gelassen als nichts mehr zu holen war. Ich bin auch nur ein weiteres naives Opfer unserer Gesellschaft. Manchmal genügt eine falsche Entscheidung und sie enden wie ich.“ Traurig sah er in das braune Gebräu. „Haben sie Hunger?“ „Sie stellen Fragen“, grinste er und nickte. „Kommen sie“, sagte ich und reichte ihm einen Hand um auf zu stehen. Wir liefen zur nächsten Bäckerei. Ich kaufte uns Sandwiches. „Kennen sie einen schönen Park hier?“ Der Mann nickte und wir liefen weiter. Wir gingen zu einem kleinen Park in dem ein Teich war. Wir setzten uns und assen die Brötchen. „Wieso kümmern sie sich um mich? Ich meine ich bin sehr dankbar für das Essen, aber es ist irgendwie komisch. Haben sie keine Angst vor mir oder so?“ Ich lächelte freundlich:“ Nein ich habe keine Angst vor ihnen. Ich weiss nicht wieso, aber etwas in mir sagt mir, dass ich ihnen trauen kann. Sie sehen auch nicht so aus als könnten sie mir was tun.“ Er lächelte zurück. „Ich danke ihnen von Herzen. Sie sind wohl ein Engel auf Erden.“ „Wo schlafen sie eigentlich?“ Fragend sieht er mich an:“ Eh, hier auf der Strasse oder unter einer Brücke, wo es mir gerade gefällt.“ Traurig sah ich ihn an. Er tat mir einfach so leid. „Ich weiss ehrlich nicht wieso ich das tu, aber wenn sie wollen können sie heute bei mir auf der Couch schlafen.“ „Wenn es ihnen recht ist. Es ist nämlich wirklich kalt und da sag ich sicher nicht nein.“ „Dann kommen sie.“ Wir standen auf und liefen zu meinem neuen Zuhause.
Vor der Tür blieb er abrupt stehen. „Was haben sie?“ „Hier habe ich einmal gewohnt“, sagte er traurig.

Teil 2

Überrascht sehe ich ihn an. „Na dann, willkommen Zuhause.“ Wir gingen hoch in meine Wohnung. Neugierig sieht er sich um. „Es sieht anders aus, aber schön.“ Ich lächle ihn an. Ich gehe in die Küche und mache uns Tee. „Setzten sie sich doch“, biete ich ihm an und stelle eine Tasse Tee hin. Dankend nimmt er ein an.
„Wenn sie möchten, können sie auch ein warmes Bad nehmen, damit sie wieder auftauen können. Ich werde ihnen noch ein paar saubere Klamotten heraus suchen.“ Er schaute mich erfreut an und nickte. Mein Zeichen mich auf den Weg ins Bad zu machen. Ich lege ihm ein Badetuch hin, Einwegrasierer konnte er sicher auch brauchen, Zahnbürste und zu guter letzt noch die Kleider. Ich lasse das Wasser ein und teste die Wärme mit meinen Fingern. „Heute muss wirklich mein Glückstag sein“, höre ich ihn hinter mir sagen, ganze leise, als würde er nur laut denken.
Ich drehe mich zu ihm und lächle ihm zu. „Ich lasse sie jetzt alleine, sie finden ja alles hier, was sie so brauchen könnten.“ „Vielen Dank für alles.“ Ich schliesse die Tür hinter mir und lasse mich aufs Sofa fallen. Ich bin müde und meine Augen fallen zu.

Im Bad

„Wie hatte ich das nur verdient? Das ganze Jahr wurde ich wie ein Schatten behandelt, etwas ungeliebtes, dass man nicht sehen will und jetzt kommt diese hübsche junge Frau herbei und nimmt mich nach Hause und hilft mir. Wieso tat sie das? Sie wollte mir wirklich helfen. Und wieso traut sie einem fremden, nicht gerade vertrauenswürdig aussehendem Mann wie mir?“, frage ich mich und geniesse das warme Wasser an meiner Haut. Es tut gut wieder einmal diesen Dreck los zu werden.
Ich steige aus der Wanne, als meine Finger zu schrumpeln beginnen. Ich greife nach dem Tuch und trockne meine nun sauere Haut ab. Ich stelle mich vor den Spiegel, betrachte mich genau. Ich brauche wirklich eine Rasur. Das ich jemals so rumlaufen würde, hätte ich nie gedacht. Vor 2 Jahren war ich noch ganz oben und dachte nicht daran, dass ich je fallen könnte.
Vorsichtig rasiere ich die störenden Haare aus meinem Gesicht, wasche es mit kaltem Wasser ab. Ich betrachtete mein nun freies Gesicht. Konnte man in einem Jahr so schnell altern? Meine Augen scheinen mir müde und traurig entgegen. Ich greife zur Zahnbürste und putze mir meine Zähne. Ich rauche definitiv zu viel. Wo war mein strahlend weisses Lächeln geblieben?
Ich zog mir die Klamotten an. Schwarz wie ich es mochte. Sie sitzen perfekt, hätte ich nicht gedacht. Ich rubble meine Harre nochmals und käme sie durch. Sie waren lange geworden, in diesem Jahr, hingen mir über die Schultern. Sie wirken tot. Ich greife zur Schere und schneide sie ab.
Diese Länge ist viel besser. Ich reinige das Bad ein bisschen, will nicht, dass sie der Schlag trifft.
Ich öffne die Tür und geh zurück ins Wohnzimmer. Sie liegt auf dem Sofa und schläft. Ich setzte mich auf den Sessel ihr gegenüber, betrachte sie. Sie wirkt friedlich, lächelt leicht. Ich greife nach den Zigaretten die auf dem Tisch stehen, zünde mir eine an. Ich starre auf die Glut, bin in Gedanken versunken.
Hier hatte ich vor einem Jahr noch gelebt – wirklich gelebt. Parties, Frauengeschichten ect. Hatte mir alles gegönnt auf das ich Lust hatte ohne an die Zukunft zu denken und ich war hart gefallen, hatte alles verloren. Mein Geld, mein Zuhause und meine wirklichen Freunde. Ich bin 29 Jahre alt und wie weit war ich in meinem Leben gekommen – nirgends wohin. Was hatte ich bloss getan.
Ich drücke die Zigarette aus. Es ist bereits spät und ich bin müde. Ich knie mich vor meinen Engel. Zart streich ich über ihre Wange. Müde öffnet sie ihre Augen. „Möchten sie nicht lieber in ihrem Bett schlafen?“, frage ich sie und lächle. Müde nickte sie und versucht auf zu stehen. „ich zeige ihnen das Gästezimmer“, murmelt sie müde und läuft in meinen alten Büroraum. Erstaunt blicke ich in das Zimmer. Es war gemütlich eingerichtet. „Vielen Dank und schlafen sie gut“, sagte ich und liess mich aufs Bett plumpsen. Es war sehr bequem. Sie lächelte und schloss die Tür hinter sich. Ich stehe auf und ziehe die Klamotten aus. Nur in Shorts lege ich mich hin, mach das Licht aus und schlafe ein.

Teil 3

Durch einen nervtötenden Sonnenstrahl werde ich aus meinen Träumen gerissen. Noch etwas müde setzte ich mich auf und sehe mich im Zimmer um. Es ist ein komisches Gefühl in einem warmen Zimmer aufzuwachen. Ich stehe auf und gehe ins Bad, dusche erst mal und putz mir die Zähne. Wieder zurück im Zimmer ziehe ich mich an und setzte mich ins Wohnzimmer. Dort lagen noch die Zigaretten, die mich anzulächeln schienen. Ich greife nach der Schachtel und zünde mir eine an. „Ich werde sie mit einem grossen Frühstück überraschen. Mehr konnte ich zum Dank nicht tun.“
Ich drücke die Zigarette aus und ging in die Küche, suchte nach Butter, Konfitüre und Brot. Ich stelle alles schön auf den kleinen Tisch und denke für uns zwei. Der Kaffee ist bereits in der ganzen Wohnung zu riechen.
Die Türe ging auf und ein wuscheliges, zerdrücktes etwas kam heraus geschlichen und sperrt sich ins Bad ein. Ich setzte mich wieder zurück auf den Sessel und warte auf sie.
Das Wasser prasselte laut herunter. Nach kurzem Schubladen klappern und einem Jammern, von wegen scheiss Haare, geht die Türe wieder auf und sie kam heraus. „Guten Morgen“, sage ich. Erschrocken sieht sie zu mir:“ Guten Morgen, tut mir leid, ich habe sie nicht gesehen.“ Lächelte sie. „Wie mögen sie ihren Kaffee trinken?“, frage ich sie. Verwirrte sieht sie mich an und blickt dann zum Tisch. Ihre Augen strahlen mich an und sie lächelt erfreut. „Oh, vielen Dank. Mit viel Milch und Zucker.“ Ich stehe auf und fühle eine Tasse. Dankend nimmt sie diese entgegen.
Gemütlich essen wir frühstück zusammen. „Was würden sie anders machen wenn sie noch eine Chance bekommen?“, fragte sie mich ohne Vorwarnung. „Ich würde versuchen nicht wieder die gleichen Fehler zu machen. Wie heissen sie eigentlich?“, lächle ich. „Arina, und du?“ „Lauri“, antworte ich ihr. Sie lächelt mich an und trinkt dann ihren Kaffee aus. Wir räumen zusammen die Küche auf. „Könntest du dir vorstellen hier zu bleiben? Es wäre doch eine Chance für dich neu anzufangen?“, fragte sie mich plötzlich. Überrascht sehe ich sie an. „Ja, natürlich. Aber wieso vertraust du mir so?“ „Ich weiss es nicht. Es ist so was wie eine kleine Stimme in mir, die mir sagt, dass ich das richtige tue. Ausserdem hast du was Vertrautes in deinen Augen. Ich weiss, dass du nicht irgendwie gefährlich bist oder so was in der Art.“ Sie stellt den letzten Teller in den Küchenschrank.
Ich drehe mich zu ihr und nimm sie in die Arme: „Danke für alles.“
„Ich muss jetzt halt ein bisschen arbeiten und du kannst ja die Zeitung durchblättern ob du was findest, das du gern machen würdest.“ „Ich glaub das wird nicht so einfach“, antworte ich unsicher. „Hey, verlier den Mut nicht jetzt schon“, lächelt sie und klopft mir aufmunternd auf die Schulter. Sie setzt sich aufs Sofa und greift nach ihrem Arbeitsheft. Ich tus ihr gleich und steck meine Nase in die Zeitung.


Arinas Sicht

Ein langes tiefes Seufzen reisst mich aus meinen Gedanken. „Was seufzt du so?“ „Da gibt’s einfach nichts für mich. Und beim Toiletten putzen, verdien ich auch nicht genug“, jammert er. „Ach, Lauri auch wenn heut noch nichts drinnen ist für dich, dann kuckst du eben morgen noch mal und im Internet. Was hast du eigentlich zuvor gemacht?“ „Emm... Ich hab Musik gemacht. Was anderes kann ich auch nicht.“ Bedrückt sieht er zu Boden. „Du bist aber nicht der Lauri oder? Von TR?“, frage ich. Ich hab mir gestern schon gedacht, dass ich diese Augen kenne, aber hab doch nicht daran gedacht, dass er es wirklich ist. „Du kennst mich also, hä?“ Ich nicke und werde rot:“ Ja, ehrlich gesagt, vor ein paar Jahren hab ich bei euch noch in der ersten Reihe gestanden und eure Lieder mitgesungen.“ Lauri kuckt mich an und beginnt zu grinsen:“ So trifft man sich wieder was? Was machst du da eigentlich?“, fragte er und sieht auf mein Heft. „Ich arbeite. Ich bin Songwriterin.“ „Darf ich mal kucken?“ Ich reiche ihm den Block und er liest den Text aufmerksam durch. „Das ist echt gut. Hast du schon eine Melodie dafür?“ „Nein, noch nicht. Willst dus versuchen?“, frage ich und sehe seine strahlenden Augen. Er nickt rasch. „In meinem Zimmer ist eine Gitarre. Dann hast du wenigstens was zu tun.“ Glücklich grinsend rennt er ins Zimmer, kommt zurück und setzte sich wieder hin. Er scheint schon wieder wo ganz anders zu sein mit seinen Gedanken. Ich sehe ihm noch eine Weile zu und rauche eine Zigarette.
Ich schreibe an meinem Text weiter und summe die Melodie mit die Lauri gerade spielt. Er verstummt und ich sehe auf. Breit grinst er mich an. „Was?“ „Nichts, du hast nur ne schöne Stimme.“ “Ja, klar sonst noch wünsche?“ „Ich meins ernst, wieso spielst du nicht selber in ner Band?“ „Weil ich auf der Bühne versage und keinen Ton rausbekomme?“ „Komm schon, vor dem Auftritt ist es immer schlimm, aber dann geht’s und man macht nur noch Party.“ „Du vielleicht aber ich kotz höchstens von der Bühne runter.“ Breitgrinsend schüttelte er den Kopf und begann wieder zu spielen.
So ging es den ganzen Tag weiter.

Am Abend

Entspannt liegen wir auf dem Sofa und kucken uns einen Film an. Mein Kopf ruht auf Lauris Schoss. Seine Finger hat er in meinen Haaren vergraben und zwischendurch streichelt er mich sanft. Entspannt liege ich da und geniesse seine kleine Streicheleinheiten.

Lauris Sicht

Etwas in Gedanken abwesend spiele ich mit Arinas Haaren. Ich konnte noch immer nicht glauben wie viel Glück ich habe. Sie ist wirklich was besonderes. Ihre ganze Art strahlt so viel Wärme aus. Ich kenne sie nun seit 2 Tagen und ich mag sie wirklich sehr. Sie schien so ehrlich zu sein, wie ich’s noch nie erlebt habe.
„An was denkst du?“, fragte Arina. „Dass ich echt Glück habe, dass es dich gibt.“ Glücklich lächelt sie zu mir hoch. „Wie konntest du eigentlich so tief fallen?“ „ Naja, das passiert schneller als man denkt. Ich hab den Boden unter meinen Füssen verloren. Dann noch ein paar Frauengesichten, Drogen und das Geld und die Band sind futsch. Ich habs einfach verbockt.“ „Was haben denn die andern getan? Ich mein haben die nicht versucht dir den Kopf zu waschen?“ „Haben sie aber ich hab sie nur ausgelacht und sie nicht ernst genommen. Naja, wenn man Kokst hält man sich für das grösste Geschenk der Menschheit und sieht gar nicht, wenn man schon am fallen ist.“ Sie schluckte schwer:“ Tut mir echt leid für dich. Aber ich denke du hast daraus gelernt. Sind die Jungs denn immer noch böse?“ ich zucke mit dem Schultern. „Du hast sie nie um Hilfe gebeten?“ „Nein, ich denke ohne mich geht’s ihnen besser.“ „Naja, jetzt kriegen wir erst mal dein Leben wieder unter Kontrolle.“
Vorsichtig legte sie ihre Arme um meinen Hals und drückt mich an sich. Sanft streichle ich ihren Rücken und geniesse die Wärme die sie mir schenkt. Ich habe immer etwas in meinem Leben vermisst und ich denke ich weiss nun was es war. Jemanden mit dem ich alles Teilen konnte, jemand der ehrlich war und zu mir stehen würde, was auch passiert. Langsam lässt sie wieder locker und sieht mich an. Ihre Augen strahlen mir glücklich entgegen.
Sie legt ihren Kopf an meine Schulter und wir sehen den Film zu ende.

Teil 4

„Aufstehen, Schlafmütze! Heute müssen wir noch einiges erledigen“, ruft Arina und öffnet die Vorhänge. Die Sonne scheint mir gnadenlos ins Gesicht. Ich Kneife sie zusammen und versuch die Situation zu kapieren. „Was ist? „Wir müssen doch noch ein paar Kleider für dich kaufen und noch an den Texten weiterarbeiten. Also hopp hopp aus den Federn“, grinste sie und zieht mich aus dem Bett. „Wie kann man am Morgen so munter sein?“ „Kaffee!“, grinst sie als ich mich mühsam vom Boden aufrapple. Ich verziehe mich ins Bad und dusche erstmal. Endlich war ich wach und bereit für den ersten Kaffee heute. Breit grinsend verlasse ich das Bad und setzte mich zu Arina. Sie liest gerade in der Zeitung. „Und schon was für mich entdeckt?“ „Hmm.. ach so. Nein, nicht wirklich. Ich denke du kannst eh nichts anderes als Musik machen“, grinste sie und streckt mir die Zunge raus. „Oh hier ist was!“ ruft sie erstaunt. „Was denn? Zeig her!“ „Die machen ein Casting für ne neue Boygroup”, lachte sie und fällt fast vom Stuhl. „Ha ha, das findest du wieder lustig was?“ „Ja, klar. Sieht sicher süss aus wenn du auf der Bühne herum hüpfst und Liedeslieder singst.“ Ich schneide eine Grimasse und lache mit ihr. „So aber ich denke wir sollten mal los.“ Wir zogen uns unsere Jacken über und gingen in die Stadteinkaufen.
„Willst du nicht mal was anders anziehen als schwarz?“, fragte mich Arina und kuckt mich schief an. „Wieso ist es nicht gut so?“ „Ich mein ja nur. Schwarz steht dir ja, also naja eigentlich jedem, aber wie wärs mit dem blauen Shirt da?“ Ich sehe in die Richtung und nickte:“ ich kann es ja mal anprobieren für dich.“ „Gut erzogen, der Junge hört auf mich.“ Schwer beladen verziehe ich mich in die Kabine. Ich ziehe gerade mein Shirt aus als die Türe aufgeht. Arina steht da mit hochrotem Kopf und genau so rotem Shirt. „Sorry, ich wollte dir nur noch dieses Shirt bringen“, stottert sie und verlässt die Kabine wieder. Ich kann mir ein Grinsen nicht verbieten: „Süss die Kleine“, denke ich mir und probiere die Sachen.
Nach einer Stunde suchen verlassen wir das Geschäft wieder. „So und jetzt brauch ich erstmal ne Zigarette. Willst du auch?“, fragt sie mich und ich nicke grinsend.
„Danke, das hab ich jetzt gebraucht. Wo willst du noch hin?“ „Wir brauchen noch Unterwäsche für dich, Schuhe und eine Jacke ohne Löcher. Brauchst du sonst noch was?“ „Naja ein Duschgel für Männer wäre nicht schlecht auch wenn ich Erdbeeren mag. Ich will nicht das jemand denkt ich sei vom anderen Ufer.“ „Ach Schatzlein, wenn jemand dich anbaggert hilf ich dir schon.“ Ihr Grinsen wird immer breiter bis sie los lacht. „Ich finds ja schön wenn du dich so amüsierst über mich, aber denk bitte auch ein bisschen an meinen Stolz.“ Traurig kuck ich sie an. „Nicht weinen. Lass uns lieber noch den Rest holen“, grinste sie und zieht mich in den nächsten Laden.
Wieder belädt sie mich mit Jacken. „Also mir gefällt die hier am Besten.“ „Ja, schön warm und bequem.“ „Ok, ist gekauft. Und dann noch die Shorts, und die blauen auch. Und die hier“, wieder grinste sie. „Niemals, ich trag nix mit Herzchen drauf!“, entgegne ich ihr entsetzt.
Schwer beladen schleichen wir wieder nach Hause. Dort angekommen lässt sich Arina aufs Sofa plumpsen und ich packe meine neuen Klamotten in den Schrank. Ich gehe zurück und setzte mich zu Arina. „Danke nochmals für alles. Ich wünschte ich könnte dir was zurückgeben.“ Sie zieht ihre Augenbraue hoch und kuckt mich grinsend an. „Wie kann ein Mensch nur so viel grinsen?“, frage ich mich. „Ich wüsste da was. Du könntest meine Schultern massieren, die tun nämlich weh.“ „Ok.“ Sie setzt sich vor mir auf den Boden, und ich will meine Hände auf ihre schultern legen. Doch sie zieht sich ihr Shirt aus. Ich bin etwas erstaunt, habe nicht damit gerechnet. Ich lege meine Hände auf ihre Schultern und beginne sie zu massieren. Zufrieden seufzt sie. Angestrengt versuche ich ihr nicht auf die Brust zu starren, aber die Aussicht ist einfach zu schön. „Lauri reiss dich zusammen“, befehle ich mir selber und sehe auf ihren Rücken. Ein kleines Tattoo ziert ihren Nacken. „Was bedeutet das Tattoo?“ „Es ist ein chinesisches Zeichen und bedeutet Hoffnung“, antwortet sie mir und seufzt nochmals. „Das tut echt gut. Ich glaub ich engagiere dich als meinen persönlichen Masseur.“ „Musst du nicht, ich stehe dir jeder Zeit zur Verfügung.“
Als ihre Schultern schon fast rot glühen lasse ich von ihr ab. Sie dreht sich zu mir um und kniet nun nur in Jeans und Unterwäsche vor mir. Sie legte ihre Arme und meine Knie und legt ihr Kinn auf diese. Ihre Augen kucken mich glassig an. „Danke, dass war echt schön.“ Sanft lächelt sie mich an. „Gern geschehen, ich meine das ist nichts gegen das was du für mich tust.“ Ich reiche ihr das Shirt wieder, sonst könnt ich bei diesem Anblick bald für nichts mehr garantieren. Sie zieht es sich an und fragt:“ Wollen wir an den Texten weiterarbeiten?“ Ich nicke und sie steht auf um ihre Unterlagen zu holen. Ich setzte mich wieder mit der Gitarre hin und spiele die Melodie von gestern, schreibe mir die Noten nochmals auf. „Hier versuch mal ob du was für den Text findest.“ Sie reicht mir den Text von gestern. Konsentriert beginne ich damit was zu finden. Ich hatte ganz vergessen wie viel Spass mir das alles immer bereitet hat.

Arinas Sicht

Immer wieder schiele ich zu ihm rüber. Konsentriert arbeitet er vor sich hin, beisst sich immer wieder auf die Unterlippe und scheint in einer ganz anderen Welt zu sein. „Was kuckst du so?“, Lauri reisst mich aus meinen Gedanken. Ich muss ihn wohl die ganze Zeit angestarrt haben. „Ach nichts. Ich hab dir ein bisschen zu geschaut“, lächle ich und werde rot. Er legt die Gitarre zur Seite und setzt sich neben mich, schielt auf das neu geschriebene von mir. „Weißt du, dass du echt gut schreibst?“ „Ja muss wohl, es ist ja auch mein Job.“ „Ja, das war mir auch klar. Aber ich meine deine Themen und wie rasch du wieder neue Ideen findest.“ „Ich weiss nicht, ich kann mich einfach gut in Situation hinein versetzten.“ „Darf ich das neue lesen?“ „Ja, aber ist noch nicht perfekt.“ Ich nehme mir das Heft und lehne etwas zurück. „Für wen schreibst du gerade?“ „Für eine Punkband aus den Staaten.“ „Naja da kenn ich mich nicht so aus. Ich schreib halt nur traurige Songs.“ „Wenn du möchtest kannst du ja einfach so ein paar Songs schreiben. Vielleicht mag sie jemand und kauft sie dir ab. Dann hast du wenigstens ein bisschen eigenes Geld.“ „Ja, könnt ich eigentlich, das letzte Jahr war ja genug schlimm. Wieso komm ich eigentlich nie auf solche Ideen.“ „Ich weiss nicht aber für irgendetwas hast du ja mich jetzt.“
„Stimmt, aber ich werde jetzt erst mal im Internet nach einem Job suchen“, sagt er und geht an den Computer.
Fleissiges Tippen stört meine Konzentration also setzte ich mich in mein Zimmer um weiterzuschreiben. Meine Türe geht auf und Lauri steckt seinen Kopf in mein Zimmer:“ Darf ich dein Telefon benutzen?“ „Klar, mach nur. Solange du nicht ins Ausland telefonierst.“ Breit grinsend verlässt er mein Zimmer wieder.
Ich habe Hunger und gehe wieder in die Küche zurück. „Seh ich so gut aus?“, fragt mich etwas von hinten. Erschrocken drehe ich mich um und ein gestylter Lauri steht vor mir. „Ja, hast du vor auszugehen?“ „Ich hab 3 Vorstellungsgespräche.“ „Aber du bist doch gar nicht vorbereitet.“ „Das wird schon gut gehen. Also bis später und drück mir die Daumen“, grinste er und gibt mir einen Kuss auf die Wange. Etwas perplex steh ich immer noch alleine in der Küche. Ich hoffe für ihn wirklich, dass er was findet. Mit einem Sandwiche bewaffnet und meinem Schreibzeug neben mir kuschle ich mich auf die Couch und esse mein Brot.
Die Stunden vergehen und noch ist Lauri immer noch nicht zurück.
Gedankenverloren kritzle ich wieder vor mich hin in der Hoffnung dass was gescheites dabei rauskommt.


Hey Dad look at me
Think back and talk to me
Did I grow up according to plan?
Do you think I'm wasting my time
Doing things I wanna do
Cause it hurts when you disaprove all along

And now I try hard to make it
I just want to make you proud
I'm never gonna be good enough for you
Can't pretend that I'm alright
And you can't change me

Cause we lost it all
Nothing lasts forever
I'm sorry, I can't be perfect
Now it just too late
And we can't go back
I'm sorry, I can't be perfect

I try not to think
About the pain I feel inside
Did you know you used to be my hero?
All the days you spend with me
Now seem so far away
And its feels like you don't care anymore

And now I try hard to make it
I just want to make you proud
I'm never gonna be good enough for you
I can't stand another fight
And nothing's alright

Cause we lost it all
Nothing lasts forever
I'm sorry, I can't be perfect
Now it just too late
And we can't go back
I'm sorry, I can't be perfect

Nothing's gonna change the things that you said
Nothing's gonna make this right again
Please don't turn your back
I can't believe
It's hard just to talk to you
Cause you don't understand

Cause we lost it all
Nothing lasts forever
I'm sorry, I can't be perfect
Now it just too late
And we can't go back
I'm sorry, I can't be perfect


Endlich wieder einen Song beendet. Glücklich lehne ich mich zurück und zünde mir eine Zigarette an und ziehe entspannt an ihr. Ich liebe dieses Gefühl etwas beendet zu haben und Stolz auf mich sein zu können. Die Tür wird wieder aufgerissen und ein frustrierter vor Wut schnaubendes Etwas kommt herein gestürmt. Rasch läuft es ins Gästezimmer und knallt die Türe zu. Fragend sehe ich immer noch zur Tür und überwinde mich nach ihm zu sehen.
Zögernd öffne ich die Tür und sehe das Elend unter der Decke eingemurmelt.

Teil 5

Zwei traurige Augen kucken mir entgegen. „Was ist denn passiert, dass du so reingestürmt kommst und dich gleich wieder verziehst?“ „Die haben mich ausgelacht als ich mich vorstellen wollte. Und das alles nur weil ich die Schule nicht zu ende gemacht habe. Als bräuchte man eine Abschluss um Bier an der Theke auszuschenken.“
„Sei nicht so traurig. Ich meine es ist halt selten, dass jemand die Schule abbricht. Aber du könntest ja zur Abendschule gehen, denn Abschluss nachholen und den Tag durch kannst du mir beim Songs schreiben helfen, dann hast du wenigstens ein bisschen eigenes Geld.“ Fragend sehe ich ihn an und warte auf eine Antwort. Skeptisch zieht er die Augenbraue hoch. „Die Schule nachholen? Ich hab doch keinen blassen mehr, ausserdem bin ich eh zu alt.“ „Quatsch, ausserdem biste ein Babyface und siehst eh jünger aus, also willst dus versuchen?“ Zögernd nickt er. „Also gut. Dann geh ich mal zur Schule und hol die Infos für dich und du siehst mal zu dass du aus den Federn kommst und wieder lachen lernst“, grinse ich und verlasse die Wohnung.

In der Schule angekommen informiere ich mich über das Nachholen eines Schulabschlusses. Er müsste gar nicht mehr so viel machen und könnte noch eine extra Fächer nehmen wie Fremdsprachen. Schwer beladen mit Broschuren mache ich mich wieder zurück auf den Heimweg.

Als ich wieder die Wohnung betrete siehst Lauri im Wohnzimmer und - um Gottes Willen was tut der da? – Er liest tatsächlich ein Buch! „Was liest du da?“, frage ich und lasse mich neben ihm aufs Sofa plumpsen. „Eines deiner Bücher. Vielleicht sollten sie meine Augen wieder an Büchertexte gewöhnen.“ Breitgrinsend legte er das Buch auf den Tisch und sieht mich erwartungsvoll an. „Hast du was für mich gefunden? Schulabschluss für Senioren oder so?“
„Ach mach dich doch nicht fertig. Ich finde du bist ein junger, attraktiver Mann und sicher nicht alt und runzelig.“ „Du findest mich attraktiv?“ „Ach scheisse hät ich doch meine Klappe gehalten“, dachte ich mir und verzog das Gesicht. Lauri lachte und stupste meine Nase an. „Du bist echt süss wenn dir was peinlich ist und du Grimassen ziehst, wenn du in Gedanken versunken bist.“ Ich starrte ihn kurz an und griff dann nach den Broschüren, versuchte seinen Kommentar zu überspielen. „Hier sind die Infos. Also ich find das Angebot ziemlich gut. Du kannst sogar noch andere Sprachen lernen.“ Interessiert nimmt er die Broschüren entgegen und blättert sie durch. „Kannst du mir dann helfen, beim lernen mein ich?“ „Klar, ich denke ich sollte es noch können – irgendwie.“

Lauri grinste mich lieb an und legt seine Arme um mich, zieht mich etwas näher zu sich und umarmte mich fester. „Danke“, flüstert er in mein Ohr. Meine Nackenhärchen stellen sich auf, ein kalter Schauer läuft über meinen Rücken. Er ist mir ganze Nahe und ich kann seinen warmen Atem auf meiner Wange spüren. Langsam Stück für Stück gleitet seine Wanger an meiner nach vorne. Unsere Gesichter sind sich ganz nahe. Fragend sieht er in meine Augen. Sanft legte er seine Hände auf meine Wangen, streichelt sie sanft, schliesst seine Augen und kommt wieder näher. Mein Herz rast, ich kanns kaum fassen was gerade passiert. Zart berühren sich unsere Lippen. Vorsichtig knabbert er an meinen Lippen und bittet um Einlass.
Sanft küssen wir uns.

Teil 6

Langsam lässt er von mir ab und schaut mich erwartungsvoll an. „was soll ich jetzt bloss tun?“, frage ich mich. Wieso hatte ich ihn geküsst? Wollte ich das wirklich oder war er einfach heute zu süss?
„Ämm ich denke wir sollten deine Anmeldung ausfüllen, dann kannst du nächste Woche noch in der Herbstklasse anfangen“, sage ich und greife hastig nach den Blättern. Etwas enttäuscht sieht er mich an, sagt aber nichts dazu und liesst sich die Fachinfos durch. „Hmm, dann hab ich wieder Finnisch, Englisch und Mathematik. Och und Gesichte, das überlebe ich nie.“ „Nicht jetzt schon jammern. Ich denke ihr nehmt andere Dinge durch als die Jugendlichen in der Schule. Ausserdem hab ich dir doch versprochen zu helfen.“ Rasch füllt er die Anmeldung aus. „Soll ich noch irgendwelche Sprachen nehmen?“ „Willst du denn irgendeine lernen?“ „Gibst eine bei der du mir helfen kannst?“ „ Hmm klar, ich spreche ein paar. Zum Beispiel Deutsch, Niederländisch, Englisch, Schwedisch, Spanisch, Italienisch und Russisch. Hab so einen Sprachenlerntick.“ Zwei grüne ungläubige Augen starren mich an. „Muss ich jetzt einen Komplex bekommen? Deutsch klingt noch lustig, aber da kann ich auch nur fluchen.“ „Nur fluchen? Dann hast du ja einen Grund mehr zu lernen.“ Er nickt und kreuzt Deutsch an.

1 Woche später

Back to school

Mit Rucksack, Etui und Schulhefter beladen fahre ich den Kleinen zur Schule. Unruhig steht er vor der Schule, sieht skeptisch das Gebäude an und seufzt zum dritten Mal in den letzten 5 Minuten. Noch einen letzten Zug an der Zigarette und er greift nach seiner Tasche. „Ich geh wohl besser hoch“, murmelt er. „Du musst doch nicht so nervös sein. Du gehst zur Schule nicht zur Hinrichtung. Ich geh dann mal, ich hol dich dann wieder hier ab.“ Ich mache einen Schritt auf ihn zu, nimm ihn in meine Arme und gebe ihm ein Küsschen auf die Wange. „Ich bin stolz auf dich“, flüstere ich und lächle ihm nochmals aufmunternd zu. Er grinst stolz und macht sich auf ins Klassenzimmer. Irgendwie wusste ich jetzt genau wie sich eine Mutter fühlte am ersten Schultag ihres Kindes – mächtig stolz.

Die Klasse ist zwar ziemlich durchmist aber ich bin definitiv der Älteste hier. Ich knabbere nervös an meinem Stift herum und warte auf den Lehrer. Die Tür ging auf und mein Herz stehen. Das konnte nicht sein – bitte nicht! Nicht diese Ungeheuer! Hatte er mich nicht schon genug gequält? Mein alter Klassenlehrer stand in der Tür und trat ein. Langsam sah er sich um musterte jeden Schüler. Sein Blick blieb an mir haften und ein hämisches Grinsen breitete sich auf seinem runzligen Gesicht aus. „Guten Tag Herr Ylönen, schön sie wieder in meiner Klasse zu haben.“ Ich grinse ihn kurz künstlich an und widme mich meinem Heft.
Der Unterricht bei Herr Heino ist rasch vorbei und wir haben eine kurze Pause, bevor es mit Geschichte weitergeht. Ich setzte mich auf die Bank auf dem Vorplatz und zünde mir eine Zigarette an. „Na wie geht’s meinem Streberchen?“, höre ich jemanden fragen. Erschrocken drehe ich mich um und sehe wie Arina sich einen ablacht. „Ich hab gedacht ich schau mal vorbei wies dir geht. Nicht dass du schon schwänzt.“ „Ne ist alles gut, nur in Mathematik hab ich meinen alten Lehrer wieder und das kotz mich an. Der Idiot hat mich die ganze Zeit drangenommen.“ „Ach das geht bald vorbei. Wahrscheinlich kann er sich die Namen der anderen noch nicht merken.“ Fröhlich grinst sie mich an. „Kann schon sein, aber mit dem hatte ich schon immer Stress.“ „Lauri du bist bald 30 Jahre alt, denkst du nicht, dass du ein bisschen zu alt bist um dich von einem Lehrer zu ängstigen?“ „Ich hab keine Angst, der Typ kennt mich nur zu gut. Ausserdem hat er gesagt aus mir wird mal nix wenn ich die Schule nicht zu ende bringe und nun bin ich hier.“ „Das ist Müll! Du hast dein Talent genutzt und hattest Erfolg. Du hattest nur auf die falschen Leute gehört und bist darum unten gelandet. Aber wer die richtigen Freunde sind, dass lehrt dir die Schule nicht. Als kopf hoch und lass dir nicht so nen Mist einreden.“ „Danke bist ein Engel. Ich muss jetzt wieder in die Schule.“ „ Ok, ich warte hier.“ Rasch gehe ich wieder zurück und langweile mich die nächsten zwei Stunden mit Geschichte.


Teil 7

„Arina! Hilfe!“ „Was hast du denn?“ „Ich komm bei diesen blöden Hausaufgaben nicht weiter. Ich hasse Geografie!“ Breit grinsend setzt sie sich zu mir. „Was musst du denn machen?“ „Ich muss die Länder einzeichnen und einen Vortrag über die Schweiz schrieben.“ Kopfschüttelnd steht sie auf und geht zum Bücherregal, holt ein für meinen Geschmack zu grosses Buch heraus und setzte sich wieder zu mir. „Hier nimm doch den Atlas, geht einfacher. Und vielleicht hab ich es dir vergessen zu sagen, ich komme aus der Schweiz und kenne mich bestens aus.“ Gemütlich lehnt sie sich zurück und schaut mir beim einzeichnen zu. Ihre liebevolle, geduldige Art hat mir in den letzten Monaten sehr geholfen und nun würde ich in einem Monat den Abschluss machen. Jeden Tag lernen wir zusammen und sie fragt mich den Stoff ab. Unsere Bindung wird Tag für Tag stärker und trotzdem hatten wir uns nicht mehr geküsst. Ich weiss eigentlich nicht mal wieso nicht? Ich mag sie sehr und sie mich auch das weiss ich. Was auch immer ist, sie steht immer hinter mir. Konsentriert schreibt sie nun einer Zusammenfassung für meinen Vortrag über die Schweiz. Es ist erstaunlich wie sehr ich es geniesse ihr bei der Arbeit zu zusehen.
„Wie willst du eigentlich deinen Geburtstag feiern? Es ist schliesslich dein 30.“ „Nur mit der Person die mir am meisten bedeutet. Ich will nur ne schöne Zeit mit dir verbringen.“
„Du bist süss. Aber bist du sicher, dass du nichts spezielles machen willst?“ „Nur einen schönen romantischen Abend mit dir.“ So jetzt war es raus, ja einen romantischen Abend.
Sie grinste und strich mir durch die Haare. „Ok, dann machen wir das.“
„Wie spät ist es eigentlich?“, fragt sie mich. „Bald sechs, wieso?“ „Ich muss noch ins Studio. Hab ein Meeting.“ „Ok, dann bis später oder kommst du sehr spät? Sonst können wir uns noch einen Film ankucken.“ „Ich bin in einer Stunde etwa zurück.“
Rasch steht sie auf, zieht ihre Jacke an und verlässt die Wohnung.


Im Starbucks

„Hi Arina, wie geht es dir? Bist du gut von Zuhause weggekommen?“ „Klar hab ihm gesagt ich hätte noch ein Meeting. Und wie siehts mit unserem Plan aus? Denkst du es klappt alles?“
„Ja, alle werden kommen und die Bestellung ist auch raus. Man ich bin echt auf sein Gesicht gespannt.“ „Ich auch, mal sehen ob er mich dann noch mag.“ „ach Süsse, wieso sagst du es ihm nicht einfach. So wie du mir ihn schilderst muss er bis über beide Ohren verknallt sein.“ „ich weiss nicht, ich denke ich habe einfach Angst davor ihn als besten Freund zu verlieren und vielleicht denkt er nur dass er mich mag, weil ich mich um ihn kümmere.“ „Kleines, rede dir doch nicht so was ein.“ Ich nicke und trinke meinen Kaffee. Gut, dass er unterdessen weiss wie ich meinen Kaffee trinke, dann muss ich nicht immer solange warten. Bin ja eh immer zu spät, soll er ruhig warten und bestellen. Irgendwie ein fieser Gedanke.
„Was träumst du schon wieder? Bist ja schlimmer als Lauri und dass war schon mühsam.“ „Tut mir leid, bin halt ein bisschen neben mir.“ „Du bist verliebt und willst es dir seit Monaten nicht eingestehen.“ „Das vielleicht auch, aber ich lüge diese Person auch noch an. Klar ich hab ein Meeting. Ist das nicht die Ausrede der Männer?“ „He er ist noch nicht dein fester Freund und ausserdem lügst du nicht, sondern bereitest seine Abschluss-/ Geburtstagsfeier vor.“
Ich nicke und trinke meinen Kaffee aus. „Ich muss noch in die Videothek, Lauri will einen Film kucken.“ „Ich komm mit.“ Wir ziehen und an und gehen in die kleine Videothek um die Ecke. „Welchen soll ich bloss nehmen?“ „So wie ich ihn kenne was grusseliges.“ „Ich glaub ich nehme die zwei. Was lustiges und was gruseliges.“ Happy laufe ich nach Hause. Schwungvoll öffne ich die Haustüre und ein erfreutes Laurilein grinst mich breit an. Für die die nicht wissen was ein Laurilein ist. Es gehört zu der Gattung breitgerauchter Grinsehamster. „Und wie war die Sitzung?“ „Gut, ausnahmsweise ohne Probleme.“ Ich lasse mich aufs Sofa plumpsen und zeige ihm stolz meine ausgesuchten DVD’s. „Gute Wahl, also ich bin in der Stimmung für Party Animals und du?“ „Ich auch, ich hab einfach mal zwei genommen. Ich wusste nicht in welcher Laune du bist nach dem lernen.“ „Ok, ich nach alles parat und du holst was zu trinken und essen.“ „Typisch Mann, technischer Kram macht ihr gerne, aber essen holen – ne, da seit ihr überfordert.“ Breitgrinsend flüchte ich in die Küche und mache mich über die Chipstüten und das Bier her.
Schwer beladen kehre ich zurück. Lauri nimmt mir die Tüten ab und setzt sich aufs Sofa. Ich kuschle mich neben ihn und lehne mich an seiner Schulter an, wie wir es immer tun, wenn wir DVDs kucken. Voll auf den Film konzentriert knabbere ich an meinen Chips herum. Ein Kichern lässt mich aufhorchen. „Was lachst du so? Die Szene ist doch voll nicht lustig?“ „Der Film nicht aber du.“ Fragend sehe ich ihn an. „Du hast innert 10 Minuten einen ganzen Sack Chips verputzt. Bist du schwanger oder so?“ „Hatte ich Sex oder so?“ Naja dumme Frage, dumme Antwort. „Also mit mir leider nicht, sonst weiss ich’s nicht.“ „Leider?“ „Emmm.. du musst dich verhört haben. „Ich meinte leider hattest du keinen mit mir, also kann ich’s nicht bezeugen – sorry.“ Ich sehe seelenruhig zu, wie sich sein Gesicht von weiss zu rot färbt. „Ach ja?“ „Ja, ich habe nichts anderes gesagt oder gemeint.“ „Und wieso bist du dann so rot im Gesicht.“ „Ich bin müde, da bekomme ich rote Wangen.“ „Ja klar und dein ganzer Kopf besteht aus Wangen oder wie?“ „Arina, lass das jetzt!“ „Ich finds süss wenn dir was peinlich ist.“ Immer noch grinsend lege ich meinen Kopf auf seinen Schoss und kuck wieder auf die Flimmerkiste. Plötzlich spüre ich Lauris Finger meinen Nacken kraulen. Entspannt schliesse ich meine Augen und geniesse die Streicheleinheit. Ich bin schon am wegdämmern als ich spüre wie er mich hochhebt. Er trägt mich in mein Zimmer und legt mich sanft auf mein Bett. Die andere Bettseite bewegt sich etwas runter. Er hat sich neben mich gelegt und hält mich in seinen Armen. Sanft streichelt er mir über die Wange. „Ich wünschte, ich könnte dir sagen wie viel du mir bedeutest. Aber ich kann nur zusehen wie ich dich an einen anderen verliere. Ich bin so ein Narr mich in dich zu verlieben und zu denken du würdest das selbe fühlen.“ Leise flüstert er mir zu. Ein Tropfen fällt auf meine Wange. Eine Träne? Langsam tue ich so als würde ich aufwachen. Verschlafen sehe ich ihn an. Er hat sich die Tränen weggewischt aber seine Augen scheinen leicht rötlich. „Wieso hast du geweint, deine Augen sind rot“, frage ich vorsichtig. „Das ist nur von der Müdigkeit.“ Wieso lügt er mich an. Und welcher andere Mann? „Kannst du heute Nacht bei mir bleiben?“ Erstaunt sieht er mich an. „Ja, wenn du das möchtest.“ Ich nickte und lächle ihn an. Ich stehe auf und verkrieche mich ins Bad, ziehe mir meine Schlafsachen an. Als ich zurückkomme sitzt er schon unter der Decke und wartet auf mich. Er hebt die Decke hoch und ich krabble zu ihm. Ich lege mich in seine Arme und schlinge meine Arme um ihn. Überrascht schaut er mich an. Er fast sich schnell wieder und legt seine Arme um mich, drückt mich fester an sich. Ich schliesse meine Augen und geniesse die Wärme, die er mir schenkt.
„Lauri?“ „Ja?“ „Ich hab dich unheimlich lieb“, flüstere ich müde und schiele zu ihm hoch. Er lächelt mich süss an:“ Ich dich auch, ganz fest.“ Ich krabble an ihm hoch und gebe ihm einen Kuss auf die Wange. Danach sehen wir uns lange in die Augen. Er legt seine Hand sanft auf meine Wange und zieht mich zu sich. Sanft berühren sich unsere Lippen. Zärtlich küssen wir uns.

Teil 8

Vorsichtig lässt er wieder von mir ab, sieht mich fragend an. Befürchtet er ich renne wieder davon. Ich lächle ihn an und küsse ihn erneut. Vorsichtig drückt er mich aufs Bett, legt sich halb auf mich und küsst mich leidenschaftlicher. Ich fühle sein Herz rasen, oder ist es meines?
Ich streichle sanft über seinen Rücken, ziehe ihn näher an mich. Sanft küsste er nun meinen Hals, wechselt immer wieder zu meinen Lippen über. Ich liebe ihn, dass wusste ich, aber dass ich mich so sehr nach seinen Küssen gesehnt hatte, wurde mir erst jetzt klar.
Ruckartig löst er sich von mir und setzt sich neben mich, schaut mich erschrocken an. „Was hast du?“ „Ich bin mir nicht sicher ob wir jetzt gerade das richtige tun.“ Erschrocken sehe ich ihn an. Das kann nicht sein!
„Was meinst du? Ich mag dich, du magst mich, was ist falsch daran?“ „Ich mag dich sehr und darum denke ich sollten wir nicht unsere Freundschaft aufs Spiel setzten nur um mal ne Nummer zu schieben. Das ist mir zu blöd.“ Er will auf stehen und rauslaufen, aber ich hänge mich an seinen Arm und ziehe ihn zurück. „ Was meinst du mit Nummer schieben? Schon auf die Idee gekommen, dass ich dich wirklich mag?“ „Ja, mögen. Aber diesen anderen Typen mit dem du dich heimlich triffst läuft doch was. Du musst schon ziemlich verknallt sein, so oft wie du in triffst. Wohl immer wenn ich in der Schule bin.“ Ich breche in lachen aus und falle fast aus dem Bett. „Was ist so witzig. Das ist nicht mein Freund oder so. Nur ein Freund.“ Ich setzte mich ganz nahe zu Lauri und sehe ihm in die Augen, lege meine Hände auf seine Wangen und ziehe ihn zu mir hin. Sanft küsse ich ihn und flüstere: „Ich liebe nur dich.“ Erstaunt sieht er mich an. Seine Augen glitzern wässerig. „Ich liebe dich auch. Schon so lange und ich habe es einfach nicht hinbekommen es dir zu sagen.“ Wieder küssten wir uns. „Bleibst du jetzt heute Nacht bei mir. Ich möchte wirklich nicht alleine schlafen.“ Er nickt küsst mich erneut und legt sich wieder neben mich. Sanft nimmt er mich in seine Arme. Ganz nahe beieinanderliegend schlafen wir ein.

Teil 9

Durch einen sanften Kuss werde ich geweckt. Langsam blinzelnd öffne ich meine Augen und sehe direkt in Lauris. Breitgrinsend setzt er sich neben mich und legt ein Tablett auf seine Beine. Ich kuschle mich in seine Arme und begutachte das Tablett. Er hat für uns Frühstück gemacht. Ich lächle in erfreut an. Er ist echt süss. Er reicht mir ein Glass Fruchtsaft, genau das was ich jetzt gebraucht habe. Gierig trinke ich das Glass halb aus. Lauri hingegen stopft sich gerade ein Brötchen in den Mund. Ich will auch! Rasch greife ich mir die andere Hälfte und mach mich daran zu schaffen. „Mund auf“, flüstert er mir zu und hält mir eine Erdbeere entgegen. Das lasse ich mir natürlich nicht zweimal sagen. Wie ein kleiner Babyvogel öffne ich meinen Mund und warte auf mein Essen. Er hingegen stopft mir unter lachen eine riesige Mutanten Erdbeere in den Mund. Wie können die Dinger nur so gross werden. Halb am ersticken, versuche ich mir nur ein Stück abzubeissen. Geschafft ich habe mich freigebissen, endlich kann ich atmen. Lauris Gesicht ist vor lachen schon ganz rot. „Man warte das bekommst du einmal zurück.“ „Klar Kleines, als könntest du mir was antun.“ Er nimmt mich in den Arm und küsst mich auf die Stirn und füttert mich weiter. Nach einer halben Stunde begann ich mich wie ein Mastvieh zu fühlen. „So jetzt ist aber Schluss, du musst doch auch noch was essen. Also Mund auf.“ Kichernd legt er sich zu mir und lässt sich füttern – Guter Junge.
Vollgestopft lagen wir nun im Bett wie zwei Seekühe am Strand. „Ich kann mich nicht mehr bewegen“, jammere ich. „Dann mach es wie ich, lass es einfach und beweg dich nicht. Bevor ich mich bewege platze ich eher.“ „Ja, toll und ich muss die Schweinerei wegwischen oder wie? Ohne mich Junge.“ Wie beide brechen in Gelächter aus. Ich rolle mich zu ihm rüber und küsse ihn sanft auf den vollen Bauch. „Danke für das tolle Frühstück. Das war echt süss von dir.“ „Mach ich doch gerne für so eine tolle Person wie dich. Ich hab dich lieb.“ „Ich dich auch. Ich bin so froh, dass ich dich habe.“ Ich kuschle mich in seine Arme und schlafe wieder ein.

Als ich wieder aufwache ist das Bett leer. Noch etwas schlaftrunken setzte ich mich auf und sehe im Zimmer herum. Nichts zu sehen – aus dem Bett war er wohl auch nicht gefallen. Müde rapple ich mich aus den Federn und nehme mir ein paar frische Sachen aus dem Schrank und verkrümele mich ins Bad.
Das warme Wasser tut gut und weckt mich noch ganz. Erfrischt und angezogen verlasse ich das Bad wieder. Erstaunt blieb ich stehen. Lauri sitzt auf der Couch und kritzelt auf seinem Block rum. „Seit wann sitzt du da?“ Erschrocken sieht er hoch. „Sorry hab dich nicht gehört. Schon die ganze Zeit. Du bist einfach im Halbschlaf an mir vorbei geschlichen und bist ohne mich duschen gegangen“, jammert er beleidigt. „Tut mir leid, ich habe dich wirklich nicht gesehen“, entschuldige ich mich. Breitgrinsend klopft Lauri auf den Platz neben sich. Ich setzte mich neben ihn und kucke auf seinen Block. „Was hast du da gemacht?“ „Also na ja eigentlich wollte ich an meiner Abschlussarbeit weiterschrieben aber irgendwie fehlte mir dann das Kreative. Dann hab ich halt an meinem Song weitergeschrieben. Er ist aber noch nicht fertig also wird auch nicht gekuckt“, meint er schnippisch und dreht den Block um. „Du bist echt fies.“ Schmollend kuschle ich mich an ihn und versuche ihn mit einem Hundeblick umzustimmen. Er hingegen grinst nur frech und schüttelt den Kopf. Noch immer schmollend hole ich mir mein Arbeitszeug und beginne an meinem neuen Song weiter zu arbeiten. Nun kommt Lauri angekrochen um einen Blick zu riskieren. Ich strecke ihm bockig wie ich bin die Zunge raus und verstecke den Block hinter mir. Er wirft mir einen bösen Blick zu und verschwindet dann zurück an seine Abschlussarbeit. Den Nachmittag hindurch arbeiten wir jeder für sich. „Arina, kannst du mal kommen?“ Ich stehe auf und gehe zu ihm. Ich setzte mich auf seinen Schoss und umarme ihn. „Was hast du Schatzi?“, frage ich zuckersüss.
„Kannst du den Text bitte mal durchlesen und sagen was du von ihm hältst?“ Ich kralle mir den Block und beginne zu lesen.
„Für das, dass er erst seit einem knappen Jahr Deutsch in der Schule hat ist er richtig gut“, denke ich mir und wundere mich über meinen Musterschüler. „Das ist gut. Fehlerfrei geschrieben und was du ausdrücken willst ist auch klar. Ich bin stolz auf dich“, lobe ich ihn und küsse ihn sanft. „Denkst du ich hab ne Chance die Tests zu bestehen?“ „Eh Süsser hast du deine Noten vergessen. Die sind super und du lernst auch immer. Ich denke schon und dass sogar sehr gut.“ Wieder küssen wir uns. Seine Lippen schmecken so süss. „Hast du genascht?“ Schuldbewusst kuckt er an mir hoch. „Sorry, hab dein Eis verputzt.“ Ich grinse ihn an und beginne wieder seine Lippen zu küssen. „Wenn du mir schon alles wegfrisst, dann will ich wenigstens deine süssen Lippen haben“, flüstere ich und knabbere an seinen Lippen. „Du kleines versautes Ding“, antwortet er und grinst noch versauter als ich zuvor. „Ich versaut? Ich doch nicht – nimmer.“ Scheinheiliger als ich konnte man gar nicht mehr dreinkucken. „Aber weißt du für was ich jetzt in der Stimmung wäre?“ Theatralisch überlegt er :“ Hat es was mit dem Schlafzimmer zu tun?“ Breit grinse ich ihn an und bevor ich mich versehe hebt er mich hoch und spaziert gelassen ins Schlafzimmer. Dort lässt er mich aufs Bett fallen. „So und jetzt kann jeder sein Buch lesen, haben wir schon lange nicht gemacht, war echt ne gute Idee“, meint er grinsend und schnappt sich das Buch auf dem Nachttisch. „Emm.. Schatz ich bin hier.“ Hilflos winke ich ihm vor seinem Gesicht herum. Er hingegen zeigt keine Reaktion. Also hab ich keine andere Wahl, ich muss schweres Geschütz auffahren. Ich krabble zu ihm hin, lege mich seitlich an ihn und beginne an seinem Ohrläppchen zu knabbern. Ich höre wie er schneller atmet, aber immer noch konzentriert ins Buch kuckt. Meine Hand rutscht unter sein Shirt und streicht sanft über seinen Bauch. Er bekommt leichte Hühnerhaut und grinst verschmitzt. Provokant setzte ich mich auf seinen Schoss und entreisse ihm das störende Buch. Ich beuge mich zu ihm und küsse ihn leidenschaftlich. Nun kann auch er nicht mehr wiederstehen. ...

Teil 10

Rasch renne ich die Treppen hinauf und reisse die Tür auf. Mit einem lauten Knall lande ich in Lauris Armen. „Was hast du denn? Auf der Flucht vor der Polizei, hab doch gesagt überfall die Bank nicht.“ Breitgrinsend hält mich Lauri in seinen Armen. Schwer atmend stehe ich immer noch vor ihm. „ Ich ... ich habe gute .. Nachrichten“, schnauf,“ mein Boss hat gemeint nach den Prüfungen könntest du, wenn du willst, bei ihm festangestellt werden. Als Songwriter und vielleicht später Produzent. Was .. was hältst du davon?“ Glücklich grinse ich ihn an. „Wie komm ich denn dazu? Ja, natürlich, dann könnte ich wenigstens noch Musik machen.“ Glücklich nimmt er mich in seine Arme. „Aber wieso will er bis nach der Prüfung warten?“ „Ach nur wegen dem Stress denn du schon hast, ausserdem kannst dus dir dann noch überlegen.“ „Wieso sollte ich mir das überlegen?“ „Nur so vielleicht kommt da noch was dazwischen? Also mach dir keinen Kopf Rakas.“ „Ok, ich glaub dir mal“, grinst er wieder und küsst mich sanft. „Aber wie geht es dir sonst? Ich meine morgen hast du die erste Prüfung?“ „Gut, ich bin gar nicht so nervös. Ich hab ja viel mit dir gelernt.“ „Dann ist gut und heute Abend lassen wirs uns gut gehen ok? Ich würd sagen Pizza und DVD?“ „Klingt super Schatz, du weißt wirklich was ich brauche“, grinsend zieht er mich zu sich und küsst mich sanft.
Später am Abend sitzen wir zusammengekuschelt auf dem Sofa und sehen uns einen Film an. Lauri ist noch ganz ruhig, hält mich in seinen Armen und hat seinen Kopf an meinen gelegt. Ich liebe es einfach so mit ihm rumzulungern und zu kuscheln. Ich spüre seinen Atem an meinem Hals. Es kitzelt sanft auf eine sehr angenehme Weise.
Ich seufze und kuschle mich noch etwas mehr in die Decke. „Alles ok mit dir?“ „Ja, ich geniesse es nur mit dir zu kuscheln. Du weißt das du mich zum Kuscheljunkie gemacht hast.“ Sanft küsse ich ihn und lehne meinen Kopf wieder an seine Schulter. Irgendwann werde ich müde und schlafe ein.

Lauris Sicht

Arina ist eingeschlafen und ich habe sie ins Bett getragen. Nun sitze ich schon wieder im Wohnzimmer und rauche die weiss ich nicht wievielte Zigarette. Mein Herz rast, meine Hände sind nass und ich bekomme einfach kein Auge zu. Morgen ist die erste Prüfung und ich drehe fast durch. Als ich sie noch in meinen Armen hatte war alles gut aber ohne sie fühle ich mich so alleine und nicht bereit für die Tests. Morgen wird sie auch nicht da sein und ich muss alleine meine Tests schreiben. Ob das wohl gut geht. Ich drücke die Zigarette aus und gehe wieder ins Schlafzimmer. Leise lege ich mich zu ihr. Schlafend dreht sie sich um und legt ihre Arme um mich. Ich küsse sie sanft auf die Stirn, schliesse meine Augen und versuche endlich ein bisschen Schlaf zu finden.

Teil 11

„Schatz, aufwachen. Duschen, anziehen, frühstücken und dann ab zur Schule.“ Müde öffne ich meine Augen. Arina strahlt mich an und gibt mir einen Kuss. Ich rapple mich auf und versuche mich aus dem Bett zu stemmen. Ich bin immer noch todmüde. Arina schiebt mich mit Nachdruck ins Bad. Mit letzter Kraft steige ich in die Dusche und lasse das warme Wasser auf mich niederprasseln. Etwas munterer steige ich aus der Dusche um meine Zähne zu putzen. Erschrocken trete ich einen Schritt vom Spiegel zurück. Wer ist der Typ im Spiegel und wo ist mein Spiegelbild hin? Entsetzt muss ich feststellen, dass ich dieses etwas bin. Oh Schreck lass nach! Rasch ziehe ich mir meine Sachen an und versuche die Gesichtsbaracke vor mir zu renovieren. Hmm.. Haare sollten ok sein und meine Augenringe sind auch fast weg. Endlich gleiche ich dem alten Lauri wieder.
Leise schleiche ich mich an Arina ran die in der Küche herumhantiert. Rasch schlinge ich meine Arme um sie und küsse ihren Nacken. Grinsend dreht sie sich zu mir um: „Und wie geht es dir heute?“ „ich hab Schiss“, gebe ich zu. „Hier heute gibt’s Tee anstatt Kaffee... sonst kannst du wieder nicht still sitzen.“ Ich nehme ihr die Tasse ab und trinke einen Schluck. „Ich werde dich dann zur Schule fahren und auf dich warten. Vielleicht beruhigt es dich ein bisschen.“ „Das ist lieb von dir. Ich wüsste wirklich nicht was ich ohne dich machen würde.“ „Hey ich mach das gerne und ausserdem weiss ich noch wie nervös ich vor meinem Abschluss war. Also komm her und lass dich knuddeln“, sagt sie und nimmt mich in die Arme.
Ich versuche noch ein Brötchen runterzuwürgen und packe dann meine Sachen. Nun sitze ich im Auto und würde am liebsten sterben. An der Schule angekommen steige ich aus dem Auto. Meine Beine wollen nachgeben. Mit weichen Knien laufe ich Arina hinterher. Sie bleibt stehen und wartet bis ich bei ihr bin. Sie lächelt mir aufmunternd zu und nimmt mich an der Hand. „Es wird alles gut gehen. Wir haben doch zusammen gelernt und du kannst es ok?“ Nervös versuche ich zu nicken. Irgendwie erinnert es aber eher an einen epileptischen Anfall oder so. Wir setzte uns auf die Bank vor dem Eingang und rauchen noch eine Zigarette zusammen. „Mach dir keine Sorgen ok? Ich werde hier auf dich warten. Und ich hab dir noch was.“ Sie hält mir eine Kette hin mit einem blauen Stein. „Sie wirkt beruhigend. Sie hat mir auch Glück gebracht und jetzt soll sie dir helfen.“ Vorsichtig legt sie mir die Kette um. „Danke du bist echt die Beste. Ich liebe dich.“ „Ich liebe dich auch, aber jetzt musst du los.“ Sie küsst mich nochmals und ich stehe auf. Es ist Zeit für den ersten Test.

Ich sitze nun an meinem Platz. Mein Herz rast und ich habe das Gefühl ich bekomme keine Luft mehr. Hilfesuchend greife ich mir an die Kette. Auf eine Art habe ich das Gefühl nicht alleine zu sein, dass sie hier bei mir ist. Die Bögen werden verteilt. Noch einmal atme ich tief durch und drehe den Bogen um. Deutsch Grammatik würg... setzten Sie die fehlenden Kommas und beantworten sie die folgenden Fragen zum Text. Ok kannst du haben. Das Komma setzten läuft wie geschmiert. Nun sind die Fremdwörter dran. Mal sehen. Erklären Sie die Bedeutung der folgenden Worte: daktylieren – ist doch klar... in der Finger- u. Gebärdensprache reden. Noch was? Dato? Hmm.. bis dahin...

Konsentriert kreuze ich die für mich zumindest richtigen Antworten an.. ich will hier raus! Wieso müssen die Tests so lange sein ich will echt raus – zu Arina und meinen Zigaretten. Frustriert schreibe ich weiter. Nur noch die letzte Aufgabe. Hmm zwei Sprichwörter die mit dem Teufel zu tun haben. Den Teufel an die Wand malen und In der Not frisst der Teufel auch Fliegen. War ja einfach. Sollte ich’s nochmals durchsehen? Ich denke schon sonst tritt mir Arina in den Arsch. Sie hatte mich doch letzte Woche schon als elender Minimalist bezeichnet. Irgendwie erinnert sie mich stark an Hanna. Hmm... wie es ihr wohl geht?
Mit weichen Knien stehe ich auf und gebe den Test ab. Mein Mund ist ganz trocken, so nervös war ich. Rasch laufe ich zu Arina die breitgrinsend vor der Tür auf mich wartet. Freudig nimmt sie mich in ihre Arme und drückt mir einen Kuss auf. „Und wie war es? Schwer?“ „Nein, alles Standart. Ich hoffe der Rest bleibt auch so einfach. Nachher hab ich noch nen Aufsatz ich hoffe die haben irgendein gutes Thema.“ „Du hast doch zu eh allem eine Meinung. Da wirst au auch genug zu schreiben wissen.“ Wir setzten uns auf die Bank und rauchen erst Mal eine. Der Rauch in meiner Lunge tut gut und beruhigt mich wieder ein bisschen. Obwohl der Test gut lief, habe ich trotzdem noch Angst vor den anderen. Spätestens bei Geschichte gehe ich die Wände hoch. Ich lege meinen Kopf in Arinas Schoss. Sanft streicht sie über meine Stirn. „Mach dich nicht wahnsinnig Süsser. Du wirst sehen, du bestehst mit super Noten.“ Sie lächelt mich lieb an und küsst mich sanft. Ich nickte zaghaft. Ich wünschte ich könnte so zuversichtlich sein wie sie.
Es war Zeit für die nächste Prüfung. Wieder gebe ich ihr einen Abschiedskuss und schleiche zurück in den Prüfungsraum. Und so ging es auch den ganzen Tag weiter.
Jetzt um 7 Uhr abends liege ich todmüde auf der Couch und will nur noch schlafen. Wann war ich das letzte Mal so fertig? Nach der letzten Tour, auf Entzug? Ich glaub sogar dass war noch harmlos.
„Lauri aufwachen, du musst noch was essen“, weckt mich Arina. „Bin müde mag nicht beissen“, murmle ich vor mich hin. „Ich kann dir die Pizza mit extra Ketchup auch pürieren, dann musst du nur den Mund auftun und ich kann dich wie ein Baby füttern, aber ob das schmeckt?“ Ich öffne skeptisch ein Auge und prüfe die Aussage. Eine fette Pizza wartet vor meiner Nase. Schnurstracks sitze ich muntergrinsend da und schnappe mir die Pizza – Hunger!! Gierig stopfe ich mich voll. Arina setzt sich zu mir und beginnt zu lachen. „Du bist ganz mit Ketchup vollgeschmiert. Mein Gott, mein Freund ist ein Kleinkind mit Essproblemen.“ Ich setzte meinen Schmollmund auf, doch ihr lachen wird nur schlimmer. Mit letzter Kraft geht sie in die Küche und holt einen Waschlappen. Fies grinsend kommt sie auf mich zu: „So meine Putzi-Schnuzi-Baby jetzt wird erst einmal Mäulchen geputzt.“ Ich mache ein Schnute und lasse mich waschen. Lachen fallen wir zusammen vom Sofa. „Du bist echt ein Riesenbaby.“ „Und du wirst mal ne gute Mutter meine Kleine.“ „Wenn du der Vater bist ja. Sonst kauf ich mir lieber einen Hund.“ Erstaunt schau ich sie an. „Würdest du dir das denn wünschen?“ „Eine Familie? Ja, sehr sogar. Aber nur wenn alles stimmt. Ich werds ja sehen.“ Sie lehnt sich an meinen Oberkörper und seufzt kaum hörbar. Ich schlinge meine Arme um sie und vergrabe mein Gesicht in ihren Haaren. Sie riechen immer so gut nach Erdbeeren. „Ich liebe dich“, seufze ich in ihr Ohr. Ich konnte ihr nie nahe genug sein. Am liebsten würde ich sie nie mehr loslassen wollen. „Ich liebe dich auch Schatz“, flüstert sie mir entgegen und küsst zart meine Wange. „Kommst du auch mit schlafen? Ich bin der Stimmung zu kuscheln?“, frage ich sie und kucke bettelnd. „Kuscheln? Immer!“ grinst sie und packt mich an der Hand. Ich bin mir sicher – so schnell war ich noch nie im Schlafzimmer. Rasch zieht sie sich bis auf die Unterwäsche aus und springt ins Bett. Breitgrinsend sitzt sie nun da und sieht mir zu wie ich mich ausziehe, kann sich ihre Pfiffe nicht verkneifen. „Ja, ja, Schatz ich weiss, ich bin ein Traummann“, grinse ich fies. Immer noch grinsend nickt sie mir zu und macht mir neben ihr Platz. Ich lege mich zu ihr unter die Decke und geniesse es ihren warmen Körper zu spüren.
Sie dreht sich zu mir und kuschelt sich ganz nahe an mich. Ihr Gesicht ist ganz nahe an meinem. Ihr blauen Augen funkeln mich an. Was sie wohl denkt? Ob sie stolz auf mich ist? Ob sie wie ich über das vorher gesagte nachdenkt? Hatte ich das wirklich gesagt? Ich will Kinder? Vor ein paar Jahren habe ich noch halben Ausschlag bekommen als Eeros Kind immer an mir rumkrabbeln wollte und jetzt will ich welche? Ok halt Stopp! Erst die Prüfung, dann Job und dann Nachwuchs. Aber so kleine Arinas wären sicherlich süss. Ich sehe wieder zu meinem Engel. Sie lächelt mich sanft an. Sie rutscht noch etwas näher zu mir, küsst mich sanft, knabbert an meinen Lippen. Ihre rechte Hand gleitet über meinen Bauch, krault ihn sanft bevor sie sich an meiner Shorts zu schaffen macht. Oh ja, mein Engel wusste was ich jetzt brauchte. Etwas Ablenkung von den doofen Tests. Sie dreht mich auf den Rücken und beginnt meinen Oberkörper zu küssen, wobei ihre Hand immer noch in meiner Short beschäftigt war.


Teil 12

Der Wecker riss mich wieder aus meinen schönen Träumen wie jeden Morgen. Ich öffne zaghaft meine Augen. Die ersten Sonnenstrahlen scheinen durch das Fenster auf mein Gesicht. Lauri schläft immer noch tief und fest. Wie konnte man nur jeden Morgen den Wecker überhören. Ich kuschle mich an ihn und streichle sanft über seinen Bauch. Ein verschlafenes Murmeln ist zu hören und mein Siebenschläfer öffnet seine Augen auch. „Morgen Schatz“, murmelt es und er nimmt mich in seine Arme. „Morgen Schatz, hast du gut geschlafen?“, frage ich noch etwas müde. Breit grinsend sieht er mich an. „Nach deiner schönen Ablenkung gestern ganz bestimmt.“ Da hatte er Recht, die letzte Nacht war wieder wundervoll. Er war der zärtlichste Mann den ich je getroffen hatte und ich würde ihn nie wieder gehen lassen, da war ich mir sicher.
„Kommst du heute wieder mit mir zur Schule als Glücksbringer?“ „Ja, werde ich. Ich lass dich doch nicht alleine dort.“ Grinsend krabble ich auf ihn und küsse ihn. „Komm“, flüstere ich ihm zu und ziehe ihn aus dem Bett. „Wo willst du hin?“, fragt er noch verschlafen. „Duschen“, grinse ich ihm zu und öffne die Badezimmertür. Breit grinsend steht er nun vor mir. Ich stehe ganz dicht bei ihm und ziehe ihm die Shorts aus. Er legt seine Hände auf meine Hüfte und fährt sanft hinter – zieht mir dabei meinen Slip aus. Zärtlich küsst er meinen Hals. Langsam steigen wir in die Dusche. Lauri dreht das Wasser auf und schiebt mich darunter. Die Wärme tut gut und seine Hände auf meinem Körper zu spüren noch mehr. Sanft seift er mich ein und wäscht die Seife wieder ab, küsst dabei meine Wangen hinunter zu meinem Hals. Ich liebe es wie er mich küsst. Ich tue es ihm gleich und seife hin von oben bis unten ein. Zärtlich streiche ich ihm über den Rücken. Ich spüre seine Erregung an meinem Bein. Ich stelle mich gegen die Wand und schlinge mein Bein um seine Hüfte. Vorsichtig dringt er in mich ein. Seine Küsse werden leidenschaftlicher, sein Atem geht schneller und seine Stösse werden auch heftiger. (Anm. d. A. und ich brauch ne kalte Dusche lol)
Ich kralle meine Finger in seinen Rücken und stöhne laut auf. Ich liebte es von ihm geliebt zu werden. Er beisst mir in den Hals und ich höre ihn leise aufstöhnen. Ich schliesse meine Augen und geniesse die rhythmischen Bewegungen in mir. Ich spüre wie wir beide kommen. Ein leiser Seufzer entflieht mir meiner Lippen und ich lege meinen Kopf an seine Schulter. „Ich liebe dich mein Engel“, höre ich Lauri glücklich flüstern. Glücklich sehe ich zu ihm hoch und küsse ihn sanft auf die Lippen.
Wir duschen uns zu ende und ziehen uns an. Lauri hat heute wieder etwas länger im Bad also mache ich Frühstück für ihn. Ich ziehe gerade den letzten Toast aus dem Toaster als ich die von mir so geliebten Lippen auf meinem Nacken spüre. Ich streiche ihm einen Toast mit Honig und stecke ihn in seinen Mund. „So und jetzt wird was gegessen, dass du auch noch was in der Schule leisten kannst.“ Frech grinse ich ihn an. „Du bist die Beste“, grinst er zurück und küsst mich auf die Stirn.
Nach den er den Toast gegessen hat, packen wir unsere Sachen und gehen zum Auto. Heute scheint er etwas relaxter zu sein als gestern. Wieder verabschieden wir uns vor der Schule und er stellt sich den ersten Tests. Nun habe ich 3 Stunden Zeit alles zu regeln. Rasch schleiche ich mich wieder zum Auto und fahre zum Treffpunkt. Er wartet schon an unserem Stammtisch hinten in der Ecke. „Hey Arina, wie geht es dir?“ „Gut und dir?“ „Wie immer ausgeglichen“, sagt er und lächelt mich lieb an. „Hast du schon alle Einladungen verschickt?“ „Ja, und es werden alle kommen.“ „Dann ist ja gut. Jetzt hoff ich einfach, dass er sich auch wirklich darüber freut und nicht gleich einen Herzinfarkt bekommt.“ „Mach dir da mal keine Sorgen. Wieso bist du heute so angespannt?“ „Ich.. angespannt?! Du spinnst doch.“ Er lächelt mich an und zeigt amüsiert auf meinen Hals. „Ihr hattet wohl eine sehr aufregende Nacht was?“ Verdutzt sehe ich ihn an. „Na dein Knutschfleck da.“ Rasch lege ich meine Hand auf meinen Hals und spüre wie ich rot werde. „Es muss dir nicht peinlich sein. Ich weiss doch wie unser Lauri sein kann.“ „Wieso weißt du das?“ Ich grinse ihn frech an. „Denk du dir was du willst.“ „Scheisse ich muss wieder los, wenn er sieht das ich weg war gibt’s noch Ärger.“ Rasch packe ich meine Sachen und verabschiede mich von meinem Gegenüber.
Ich komme vor der Schule wieder an und laufe zu unserem Treffpunkt. Mein Herz bleibt stehen. Lauri sitzt bereits da und sieht mich misstrauisch an. „Und wie ging der Test?“, frage ich und lächle ihn unschuldig an. „Wo warst du?“. Seine Stimme klingt unsicher und wütend zugleich. „Ich hatte einen Termin vergessen und musste kurz weg aber jetzt bin ich die ganze Zeit für dich da. Sorry Schatz.“ Ich setzte mich zu ihm und küsse ihn vorsichtig. „Der Test war gut. Ich habe mir nur Sorgen gemacht weil ich nicht wusste wo du bist. Es hätte dir ja was zu stossen können.“ „Mach dir keine Sorgen. Ich werde immer aufpassen was ich auch immer tun werde. Und ich werde immer wieder zurückkommen.“ Ich streichle ihm über die Wange und küsse ihn sanft. „Ok, aber jag mir nie mehr so einen Schrecken ein.“ Ich nicke und umarme ihn fest. „Wann hast du die nächste Prüfung?“, frage ich und zünde mir eine Zigarette an. „Jetzt gleich – Geschichte“, jammert er. „Das packst du schon. Da kann man ja auch mal raten“, zwinkere ich ihm zu. Er nickt verschmitzt und steht auf. „Ich geh dann mal hoch und du wartest hier brav, verstanden?“ Ich nicke und grinse ihm zu. Noch ein letzter Kuss und er verschwindet wieder in dem alten Gebäude.
Ich krame meinen Block hervor und schreibe an dem neuen Song weiter. Irgendwie muss man die Zeit totschlagen.

Teil 13

Der letzte Prüfungstag steht an und ich warte wieder draussen auf meinen Schatz. Die Prüfungen schienen bis jetzt gut gegangen zu sein und für ihn stand jetzt nur noch Deutsch mündlich an und im labbern war er ja immer schon sehr gut.
Ich zünde mir gerade die ca. 10 Zigarette an als die Tür aufgeschlagen wird und ein strahlender Lauri aus der Türe gesprungen kommt. „Nie mehr Schule, yeh!“, schrie er und kam angerannt. „Lass uns feiern gehen, ich brauch ein Bier – mindestens“, grinst er mich übermütig an und zerrt mich in die nächste Bar. „Du hast also das Gefühl, dass es gut gegangen ist?“ „Hey, mit deiner Deutschhilfe konnte ich die in den Boden reden“, lacht er. „Ok, stimmt auch.“
„Ich kanns kaum erwarten richtig als Songwriter zu arbeiten, Hauptsache keine Schule mehr.“ Ich musste mir ein Lachen verkneifen. Wie konnte ein bald 30 Jähriger so übermütig sein? „Wann bekommst du bescheid ob du bestanden hast?“ „Nächste Wochen, wahrscheinlich an meinem Geburtstag, aber ich werde eh bestehen und mach mir da keine Sorgen“, grinst er stolz. „Hochmut kommt vor dem Fall“, neckte ich ihn. Dafür ernte ich einen bösen Blick. „Wieso machst du dir Sorgen?“ „Ne, ich will dich nur am Boden halten.“ „Hast du dir schon was für meinen Geburtstag ausgedacht? Romantisch essen oder so?“ Ich sehe ihn skeptisch an. „Ja ich bestell die Pizzas und schenk dir nen Porno. Romantisch genug?“ Skeptisch sieht er mich an und scheint zu überlegen ob ich das jetzt wirklich ernst gemeint hatte. Ich setzte einen stolzen Smile auf und kuck ihn erwartungsvoll an. „Meinst du das ernst? Ich brauch keinen Porno ich hab doch dich“, grinst er dann breit. „Na dann bekommst du halt eine Packung Vogelfutter.“ Mein grinsen wird immer fieser und er immer verlegener. „Ich wusste das mit den Feder wird ich nie mehr los.“ Frustriert kuckt er mich an. „Ne, wirste nicht – du bist und bleibst ein Vogel.“ Trotzig streckt er mir die Zunge raus. „Zungen strecken gilt nicht, denn das heisst ich liebe dich“, trällere ich vor mich hin. „Na und stimmt doch auch“, entgegnet er mir stolz und wirft mir ein Luftküsschen zu. Ich lächle und schüttle zu gleich den Kopf.
„Ich muss jetzt leider noch los. Ich hab noch ein Meeting. Soll ich dich nach Hause fahren?“ Er schüttelt den Kopf. „Ich gehe noch einkaufen, oder was willst du heute essen?“ „Danke Süsser, dass hätte ich echt vergessen.“ Wir bezahlen und ich gehe zum Auto. Ich muss unbedingt mit der Dekoration des Partyraum anfangen. Ich öffne die Tür und betrete den Kellerraum. Musik tönt aus dem Partyraum. Ich öffne die Tür und trete ein. „Hey Eero alles klar?“ „Ja und bei dir und Lauri?“ „Bestens , der Kleine hatte heute die letzte Prüfung.“ Eero lacht:“ Der Kleine? Bekommst du Muttergefühle oder wie?“ „Kann schon sein, manchmal stellt er sich echt kindisch an, aber genau das ist so süss an ihm.“ „Ihr zwei seit echt süss. Ich kanns kaum erwarten ihn endlich zu sehen. Der Vogel hat uns allen gefehlt.“
Eero und ich hängen die Girlanden auf und stellen die Sofas schön hin. Es soll richtig gemütlich hier werden. Eeros Handy klingelt. „Der Getränkelieferant steht vor der Tür ich geh kurz hoch und hol das Zeug runter.“ Ich nicke und Eero macht sich auf den Weg.
Ich hänge die letzten Schilder auf als ich durch munteres Getratsche aus den Gedanken gerissen werde. Die Türe geht auf und die Jungs stehen vor mir. Aki stellt den Bierkasten auf die Bar und grinst mich überglücklich an. „Hey Süss, wie geht’s?“, fragt er mich und knuddelt mich erst einmal durch. „Gut und dir?“ „Alles bestens wie immer.“ Das stimmt, seit ich ihn kenne habe ich ihn noch nie mit schlechter Laune gesehen.
Irgendwie hatten alle ihren Weg gefunden und waren glücklich. Eero hatte seine eigne Yogaschule, Aki ist Designer eines Skaterlabels und wird bald heiraten und Pauli war Produzent bei der Plattenfirma für die ich arbeite. Daher hatte Lauri auch die Chance bekommen bei uns zu arbeiten. Pauli hat sich echt für ihn eingesetzt.
Ich war froh, dass ich mich mit allen so verstehe und sie mir bei meinem Plan helfen. Pauli kommt nun auch schwerbeladen die Treppe hinunter. „ Vorsicht Schwertransport“, ruft er und lässt die Chipstüten aufs Sofa fallen. „Ja, ja Pauli wir wissen Chips können ja soooo schwer sein. Überanstreng dich nicht Dickerchen“, necke ich ihn und tätschle seinen Bauch.
„Tja, nicht alle können so durchtrainiert sein wie du. Ich muss mich schliesslich nicht jeden Tag um den kleinen Rabauken kümmern.“ „Ach sei nicht so fies. Der Kleine wird jetzt dann 30. Der rennt nicht mehr rum. Er hat heute sogar den Einkauf erledigt. Ich hab ihn halt gut erzogen, nicht so wie ihr.“ Eero grinst sich bei der Vorstellung einen ab und meint mit rotem Kopf: „Tja, zu der Zeit waren wir selber jung und unreif, da kann man keinen anderen erziehen.“ „Hey Leute ich bin jünger als ihr und habs geschafft. Die Ausrede hilft wohl nix.“ Frech grinse ich sie an und schon knallt mir das erste Kissen ins Gesicht. „Danke“, murmle ich und reib mir die Nase. Böses Aki!
Das würde er noch zurückbekommen. Drohend sah ich ihn an und erntete nur ein schiefes Grinsen seinerseits.

Teil 14

Der Partyraum war bereit. Morgen würde es soweit sein. Lauri lag bereits schlafend neben mir. Wie konnte er nur so ruhig schlafen. Morgen würde sein Geburtstag sein und der Bescheid über den Abschluss würde auch noch ins Haus geflattert kommen – und er schlief tief und fest. Müde kuschle ich mich an ihn. „Wieso bist du immer noch wach?“, höre ich es neben mir brummen. Erstaunt blicke ich zu ihm hoch. Seine Augen blinzeln mir müde zu. „Sorry, wenn ich dich geweckt habe. Ich bin nur nervös wegen morgen.“ Müde lächelt er mich zu und zieht mich etwas zu sich hoch. Sanft küsst er meine Stirn. „Mach dir keine Sorgen, ich bin mir sicher, dass ich bestanden habe. Du hast mir doch so viel geholfen. Es wird schon alles gut gehen.“ Sanft schlingt er seine Arme um mich und schliesst seine Augen wieder. Zart küsse ich seine Lippen und lege meinen Kopf an seine Schulter und versuche einzuschlafen. Konzentriert lausche ich seinem Atem. Langsam werde ich schläfrig und sinke in meine Traumwelt ab.

Durch ein ständiges Rucken werde ich aus meinem Schlaf gerissen. Müde sehe ich mich um und versuche die Situation zu verstehen. Lauri sitzt angezogen neben mir und rüttelt wie wild an meinen Schultern. „Was ist passiert?“, frage ich verschlafen. „Ich habe den Brief bekommen. Der Bescheid der Schule.“ Innert einer Sekunde bin ich hellwach. „Und?!“, frage ich rasch und sehe ihn erwartungsvoll an. „Bestanden!! Was denn sonst“, grinste er und sieht mich fragend an. Quietschend vor Freude falle ich ihm um den Hals und knutsche ihn ab. „Ich bin so Stolz auf dich.“ „Und ich bin dir so dankbar für diese Chance die du mir gegeben hast. Ohne dich hätte ich das nie gepackt.“ Fest schlingt er seine starken Arme um mich und drückt mich an sich. Sanft lege ich meinen Kopf auf seine Schultern und vergrabe mein Gesicht in seinen Haaren. Ich bin so froh für ihn. Er würde den Job bekommen und hätte endlich wieder ein richtiges Leben und eine Zukunft. „Ich liebe dich Schatz“, flüstere ich ihm zu und küsse ihn zart. „Ich liebe dich auch. Ich wüsste nicht was ich ohne dich machen würde.“
Wir verbachten den restlichen Morgen im Bett. Lauri hatte Brötchen besorgt und Frühstück gemacht. Ich liebte diesen Mann und unser Frühstücken im Bett. Sanft streichelt er über meinen Rücken. Erschrocken fahre ich hoch und sehe ihn an. „Was hast du?“, fragt er erstaunt. „Emm.. ich hab da was vergessen“, flüstere ich und werde rot. Fragend sieht er mich an. Konnte es wirklich sein, dass er es auch vergessen hatte. „Alles Gute zum 30.“, juble ich, setzte mich auf seinen Schoss und knutsch ihn erst mal richtig durch.
Er beginnt zu lachen. Fragend sehe ich ihn an. „Sorry, ich lach nicht wegen dir. Ich hab echt meinen eigenen Geburtstag vergessen, vor lauter Freude über meinen Abschluss.“ „Das, oder du versuchst verzweifelt zu verdrängen, dass du nun alt bist“, grinse ich frech und küss ihn vorsichtig auf die Wange. „Danke Schatz, dass war genau das was ich hören wollte“, spielt er genervt und verdreht die Augen.
Ich setzte rasch meinen Hundeblick auf und murmle ein Sorry.
Rasch verzeiht er mir wieder – mein Hundeblick ist und bleibt unschlagbar.

Den restlich Tag verbrachten wir zusammen. Doch bald würde er seine Überraschung bekommen. Ich freue mich schon wie ein Kind an Weihnachten. Es war Abend. Lauri und ich spazierten am Hafen entlang. Es war seine Idee und ich hatte nix dagegen. Spazieren mit Lauri fand ich schon immer schön. So konnten wir ungestört reden und nebenbei sah ich immer wieder neue Plätze in Helsinki. Mein Handy riss mich aus meinen Gedanken. „Hallo?“ „Moi Arina, es sind jetzt alle da. Macht ihr euch jetzt auf den Weg?” „Ich bin beim Hafen mit Lauri. Ich bin gleich da.“ Ich hänge ab und Lauri sieht mich fragend an. „Ich muss rasch ins Nosturi gehen. Die haben ein paar Probleme. Wir können ja zusammen gehen und dann gehen wir noch eins trinken.“ Lauri nickt und legt seinen Arm wieder auf meine Hüfte. Gemütlich laufen wir zum Nosturi. Vor der Kellertür angekommen, lösen wir uns von einander. Ich öffne die Tür und suche nach dem Schalter – oder besser gesagt ich tu so. „Mist, die Lampe ist kaputt“, fluche ich laut. Das war der Code den ich mit Eero ausgemacht hatte. Lauri sucht sein Feuerzeug raus und geht langsam die Treppe runter. Sanft hält er meine Hand damit ich nicht falle, obwohl ich mir sicher bin, wenn ich fallen würde, würde es mir nicht viel helfen. Unten angekommen öffnet Lauri vorsichtig die Tür und tastet nach dem Lichtschalter. Er musste sich ja hier auskennen, schließlich war es ihr alter Bandraum. Flick knipst er das Licht an. „ÜBERRASCHUNG!!“, wird laut geschrieen. Lauri verzieht sein Gesicht erschrocken und macht einen Schritt nach hinten. Alle beginnen ein ziemlich schiefes Happy Birthday zu singen. Immer noch geschockt steht er da und starrt die Leute vor sich an. Ich dränge mich an ihm vorbei und ziehe ihn an der Hand hinter mir her. Alle verstummen. Ich stelle mich vor Lauri und streiche über sein bleiches Gesicht. „Alle Gute zum Geburtstag Schatz.“ Vorsichtig küsse ich ihn. Langsam gewinnt sein Gesicht an Farbe zurück. Aki ist der erste der auf ihn zukommt. Freundschaftlich nimmt er seinen alten Bandmate in die Arme und drückt ihn fest an sich. „Schön dich wieder zu sehen Alter. Hast uns ja genug lange alleine gelassen.“ Ich sehe wie Lauri unruhig atmen. Beide flüstern sich etwas zu. Dann springen auch die restlichen Jungs um seinen Hals. Massenbandknuddeln beschreibt die Situation wohl am besten. Eeros kleiner Sohn zieht an seinem Hosenbein und sieht ihn fragend an:“ Papa, wieso weinst du?“ Lauri sieht ihn erstaunt an. „Denn kleinen kennst du ja noch. Und das da ist meine kleine Tochter“, sagte er und zeigt zu seiner Frau, die ein kleines Mädchen auf den Armen hält. Eine blonde Frau kommt nun auch zu der Schar. Sanft legt Aki seinen Arm um sie und meinst stolz:“ Und das hier ist meine zukünftige Frau. Wir heiraten im Juli.“ Lauris Mund steht offen. „Hallo, schön dich endlich kennen zu lernen.“ Eine junge rothaarige Frau hält Paulis Hand und lächelt Lauri zu. „Hey, ich bin Lorena, Paulis Freundin.“ Er grüsst sie freundlich. Sanft streichelt Pauli über ihren Bauch:“ Und das hier wird uns baldiges Kind sein.“ Stolz grinste er vor sich hin. „Wow, ich habe echt viel verpasst.“ Etwas traurig lächelt er den Jungs zu. „Aber wenigstens bist du zurück“, sage ich und lege meine Arme um seinen Hals und küsse ihn leidenschaftlich. Ich löse mich wieder von seinen Lippen und sehe ihm in die Augen. Kleine Tränen verlassen sie und wandern über seine zart rosane Haut. „Ich weiss doch wie sehr sie dir gefehlt haben und sie haben dich auch vermisst.“ „Wie hast du das alles gemacht und die Jungs gefunden?“ „Darf ich die vorstellen.. Pauli dein neuer Chef.“ Verwirrt stiert er mich an und ich kläre ihn über die Situation auf. Lauri musste sich erst mal setzten und nach 2 Bier schlägt sein Herz auch wieder in einem normalen Rhythmus.
Ich liess die Jungs etwas unter sich. Schliesslich hatten sie sich schon lange nicht mehr gesehen. Eeros Frau war mit den Kids bereits nach Hause und auch Paulis Frau war gegangen. Also sassen nun ich und Akis Freundin alleine hier. Sie war echt nett. Wir plaudern etwas miteinander über ihre Hochzeit. Ich hatte mich zur Verfügung gestellt ihr bei den Vorbereitungen zu helfen.

Lauris Sicht

Alle erzählen mir was sie so alles machen. Ich war froh dass es den Jungs so gut ging. Aki erzählt mir gerade wie er seine Zukünftige kennen lernte. Die zwei waren echt ein süsses Paar und auch Arina schien sich prächtig mit ihnen zu verstehen. Ich wundere mich wieso sie mir nicht früher gesagt hatte, dass sie die andern kennt. Sehnsüchtig blicke ich zu ihr, sehe ihr zu wie sie sich angeregt mit Lea, Akis Freundin, unterhält. „Kleiner hast du uns da nicht noch was zu beichten?“ Verwirrt sehe ich Eero an. „Was denn?“ „Naja wegen Arina.“ „Wieso weißt du das?“ – im Nachhinein ne dumme Frage. „Ich war der Grund für ihre vielen Meetings. Irgendwie mussten wir doch das alles hier planen.“ „Ich denke ich habe in ihr die Richtige gefunden. Ich meine ohne sie wäre ich wohl nicht mehr hier. Ich liebe sie für alles was sie getan hat. Ich will sie nicht mehr gehen lassen.“ „Wir sind wirklich stolz auf dich. Arina hat uns einiges erzählt. Ich weiss nicht was ich in deiner Lage getan hätte.“ Aki sieht nachdenklich auf seine Füsse. „Naja jetzt ist ja alles gut. Ich hab sogar einen neuen Job der mit Musik zu tun hat“, grinse ich stolz. Pauli grinst mich fies an und meint: „Ja, und ich kann ich endlich kontrollieren. Ich bin den Boss.“ Skeptisch sehe ich ihn an. „Naja wird schon, wir waren ja schon immer ein super Team.“ „Ja, darauf freu ich mich schon. Und ich denke du und Arina sind auch ein super Team. Zumindest habt ihr schon einige gute Songs abgeliefert.“ Wir redeten nochlange und tranken unsere Biere. Arina kuschelte sich an und legte ihren Kopf auf meine Schulter. Der Abend war einfach perfekt. Ich hatte meine Freunde wieder und ich hatte jemanden gefunden mit dem ich für immer zusammen sein wollte.

Teil 15

Seit einer Wochen lebe ich mein neues Leben. Wie jeden Tag sitze ich auf dem Balkon zusammen mit Arina und schreibe an neuen Songs. Aber in den letzten Tagen kann ich mich nicht richtig konsentrieren. Eigentlich wollte ich zur Zeit keine Songs schreiben, sondern lieber etwas rumknutschen oder so. „Arina?“ „Ja?“ „Krieg ich nen Kuss?“ Ich setzte meinen liebsten Hundeblick auf. Sie nickt mir zu und gibt mir einen kleinen Schmatzer. „Mehr!“, bettle ich . Sie grinst mich schief an. „Brauchst du ein paar Streicheleinheiten oder was ist los?“ Ich nicke wie wild und grins ihr verschmitzt zu. „Immer doch.. wenn sie von dir sind.“ Arina lächelt mich an, steht auf und setzt sich auf meinen Schoss. Sanft lege ich meine Arme um sie und beginne sie sanft zu küssen. Ich liebe es ihre weichen Lippen zu spüren. Seit einer Stunde knutschen wir nun anstatt zu arbeiten. Ich geniesse jede kleine Berührung an meinem Hals, meinen Lippen und Wangen. Vorsichtig hebe ich sie hoch und trage sie in unser Schlafzimmer. Langsam lasse ich sie runter, setzte sie auf dem Bett ab.
Langsam ziehe ich sie aus und küsse sie überall. Leidenschaftlich lieben wir uns.

Am Abend:

Ich und die Jungs haben uns wieder im alten Bandraum getroffen. Irgendwie sind wir auf die Idee gekommen wir könnten doch einfach aus Spass wieder mal zusammen etwas jammen.
Es macht echt Spass mit dem Jungs. Hätte ich nicht solchen Mist gebaut wären wir sicher immer noch auf den Bühnen dieser Welt präsent.
Nach 3 Stunden lassen wir uns auf die Sofas fallen und trinken ein kühles Bier. „Hey Leute das war einfach geil. Hätte nicht gedacht, dass wir noch so gut sind.“ Zufrieden grinst Aki vor sich hin. „Ja, ich hätte am liebsten nicht mehr aufgehört“, meint Eero begeistert. „Ich würds gerne nochmals wissen. Was denkt ihr? Hätten wir alten Knacker noch ne Chance?“ Alle sehen mich erstaunt an. Hab ich was im Gesicht? „Naja, möglich wäre es ja schon. Jeder von uns ist sein eigener Chef und ich würd dir ja freigeben Lauri“, grinst Pauli. „Wir könnten ja aus Spass neue Songs schreiben, die in Paulis Studio aufnehmen und einfach mal sehen was passiert“, meine ich. Die anderen überlegen kurz und schlagen ein.
Zuhause angekommen erzähle ich alle Arina die nicht gerade begeistert aussieht – eher entgeistert. „Was macht ihr?“ „Wir nehmen neue Songs auf und sehen dann weiter.“ „Aber was ist wenn du wieder fällst oder nichts passiert und du enttäuscht wirst?“ „Ich habe doch dich und die Jungs. Und glaub mir in diesen Jahren habe ich viel gelernt.“ „Aber ich will dich nicht verlieren. Und vor allem will ich dich nicht mit anderen teilen. Denkst du ich hab dir geholfen, nur dass du wieder auf Tour gehen kannst und mich hier sitzen lässt?“ Wütend krallt sie sich ihre Jacke und rennt raus. Verwirrt setzte ich mich aufs Sofa. „Was war das gerade?“, frage ich mich kopfschüttelnd. Ich habe doch nie gesagt, dass ich auf Tour gehe oder so. Und wieso hatte sie so Angst um mich?
Ich ziehe mir meine Jacke wieder über und verlasse die Wohnung auch. Ich gehe etwas am Hafen spazieren in der Hoffnung einen klaren Kopf zu bekommen. Ich weiss nicht wie lange ich schon laufe. Erst durch ein Schluchzen werde ich aus meinen Gedanken gerissen. Arina sitzt auf der Bank vor mir. Lautlos setzte ich mich neben sie und lege eine Arme um sie. Sie zuckt zusammen und sieht erschrocken auf. Als sie mich erkennt, legt sie ihren Kopf an meine Schulter und beginnt wieder zu weinen.
„Wieso weinst du? Von was hast du so Angst? Dass ich dich alleine lasse? Ich versprech dir soweit wird es nie kommen. Ich will dich nie verlassen. Ich liebe dich doch.“ Das Schluchzen wird leiser. „Ich will dich einfach nicht verlieren. Ich will nicht, dass du wieder bekannt wirst. Ich will einfach nicht, dass du dich wieder kaputt machst.“ „Schatz wir machen das doch nur zum Spass Musik. In dem Alter haben wir doch keine Chance mehr.“ Sanft streichle ich durch ihr Haar, beuge mich zu ihr und flüstere ihr zu: „Und ausserdem will ich dich nicht verlieren. Eigentlich wollte ich das später machen aber ich denke nun ist der richtige Moment. Rasch greife ich in meine Jackentasche und ziehe ein kleines Kästchen hervor. „Arina ich liebe dich über alles und deshalb wollte ich dich fragen, ob du meine Frau werden willst.“ Wieder beginnt sie zu weinen und für einen kurzen Moment frage ich mich, was ich nun falsch gemacht habe. Weinend fällt sie mir um die Hals und bringt noch ein leises Ja über ihre Lippen bevor sie mich leidenschaftlich küsst.

Teil 16

Von wegen keine Chance mehr. Das neue Album ist seit 3 Wochen draussen und stürmte die Top Ten wie im nichts. Ich muss mich wohl damit abfinden, dass meine grössten Ängste wohl Wirklichkeit werden. Die Jungs planen bereits eine kleine Tour. Am liebsten würde ich allesamt erwürgen. Da finde ich meine grosse Liebe und muss sie wieder gehen lassen.
Wenn ich könnte würde ich mir selber in den Arsch treten.
„Arina Schatz, seh dir mal die Setlist an, was hältst du davon?“, Lauri sieht mich mit Hundeaugen an und reicht mir das Blatt. Ich murmle ein Gut und gebe sie ihm wieder. Sein Lächeln schwindet. „Was hast du? Ist es denn so schlimm wenn ich für ein paar Wochen weg bin. Du kannst ja auch mitkommen. Eero hat sogar einen eigenen Bus für seine Familie. Komm schon, dass wird sicher lustig.“
„Wieso? Dann siehts ich dumm rum und kann dir zu sehen wie du arbeitest und mich nicht wahrnimmst vor Stress?“ „Sei doch nicht so zickig. Wie kommst du darauf, dass ich dich allein lassen würde? Und wenn ich arbeite kannst du ja neue Songs schreiben.“ „Ja, ja schon gut.“ „Ja, ja heisst du kannst mich mal.“ „Eben“, grins ich. „Siehst du. Schon kannst du wieder grinsen. Da soll mal einer schlau werden.“ „Ich bin ne Frau.“ „Dumme Ausrede und jetzt sei wieder lieb zu mir.“ „Sonst was?“ „Sonst musst du auf dem Balkon schlafen.“ „Hab dich auch lieb“, kontre ich ihm und seh ihn ganz lieb an. „Schon besser. Wirst du also mitkommen?“ Ich nicke zaghaft. Irgendwie bin ich mir nicht sicher was da noch alles auf mich zu kommen wird.

Zeit zu packen

„Schatz, weißt du wo mein Haarschaum ist?“ „Schon eingepackt!“ „Muss ich denn noch was packen?“ „Nein, ich denke Kleider solltest du genug haben, den Rest hab ich eingepackt. Du musst nur noch persönliche Sachen einpacken wie Cds oder so. Weiss ja nicht was du alles auf Tour brauchst.“ „Du wirst mal ne gute Mutter, wenn du mir jetzt schon alles packst.“ Glücklich lächelt er mich an und gibt mir einen sachten Kuss auf die Stirn. „Über das mach ich mir noch keine Gedanken, hab doch schon ein Baby.“ Verwirrt sieht er mich an. „Na dich doch!“ „Danke ich bin also ein 30 jähriges Kind.“ „Jep, bist du. Und was für eins.“
Durch ein Hupen werden wir von unsere Diskussion abgelenkt. „Der Bus ist da!“ Jubelt Lauri. Rasch krallt er sich die Taschen und überlässt mir seinen und meinen Rucksack. Rasch laufen wir die Treppen runter und steigen in den Bus. Die Jungs sind alle super aufgelegt.
Los gings auf meine erste Tour.

Schreiende Kinder umzingeln mich, stossen und schubsen mich von Lauri weg. Jeden verfluchten Tag das selbe und der Kleine freut sich wie ein Honigkuchenpferd. Ich lauf weg von dem Szenario, hab endgültig die Schnauze voll von dieser Tour. Ich geh zurück in den Bus und leg mich in meine Koje. Eine erste Träne läuft über meine Wange und fällt aufs Kissen, weitere folgen zaghaft. Ich hasse es zu weinen. Aber noch mehr hasse ich es ignoriert zu werden. Langsam begann ich an all dem hier zu zweifeln. Lauri brauchte mich nicht mehr und ich war mir auch nicht mehr sicher ob er mich noch wollte.
Den Rest des Tages verbrachte ich alleine unter der Decke versteckt.

Durch einen sanften Kuss auf meine Wange wurde ich geweckt. Zaghaft öffne ich meine Augen und sehe mich um. Draussen war es bereits dunkel. „Hey Schatz, alles ok. Du warst plötzlich weg.“ „Deine scheiss Groupies haben mich ja weggestossen. Irgendwann bring ich die um.“ „Ne brauchste nicht, die machen mir nix.“ „Dir?! Immer nur du, du ,du! Wie lange hast du eigentlich gebraucht um zu merken, dass ich weg bin?“ Verlegen sieht er auf seine Schuhe. „Du kannst mich mal Lauri!“ Wütend stand ich auf und lief aus dem Bus. Ich lief so lange mich meine Füsse tragen konnten. Es war mir so was von egal wo ich landen würde, Hauptsache ich müsste diesen Egoisten nicht mehr sehen. Meine Beine wurden müde und ich hielt an. Langsam sah ich mich um. Ich war in einem kleine Park mit Spielplatz. Erschöpft setzte ich mich auf die Schaukel und überlegte was ich tun sollte. Ich kannst diesen Lauri nicht. Ich wollte doch nur meinen lieben Lauri zurück, der sich um mich kümmerte und nett war und nicht so arrogant, selbstverliebt und egoistisch wie dieser jetzt.
Wie sollte es bloss weitergehen? Langsam wurde mir kalt und ich stand wieder auf. Langsam ging ich den Weg zurück. Ich näherte mich dem Bus und was ich dort sah liess mir das Blut in den Adern gefrieren. Ich konnte es kaum glauben. Ich lief zu ihm, stand hinter ihm und er merkte noch immer nichts. „Du bist ein echtes Arschloch.“ Erschrocken dreht er sich um. Das kleine Groupie sieht mich fragend an. „Verpisst dich du Miststück“, schreie ich sie an. Das Groupie zuckte kurz und rast davon. „Wie kannst du nur?“ „Reg dich nicht auf du bist ja davon gelaufen“, lallt er vor sich hin. „Du bist ja total blau! Weißt du was? Es ist aus. Ich pack mein Zeug und geh heim. Sauf dich doch zu Tode!“ Wütend gehe ich hinein und pack mein Zeug. Eero sieht mich bedrückt an. „Sorry, ich konnte ihn vom Alk nicht weghalten.“
„Ach ihr könnt mich eh alle“, schrie ich und verliess den Bus. Zuvor hatte ich hier in der Nähe den Bahnhof gesehen and den ich nun lief. Ich schnappte mir das nächste Taxi und liess mich zum Flughafen fahren. Dort schlief ich auch kurz und flog dann mit dem ersten Flug nach Helsinki zurück. Ich war wütend, traurig und verletzt zur gleichen Zeit. Zu Hause angekommen legte ich mich ins Bett und schlief erst mal eine Runde.
Erst am frühen Abend wachte ich wieder auf. Langsam schlich ich mich in die Küche. Erst einmal einen Kaffee und dann entscheiden was ich tun sollte. Ich goss mir meinen Tasse voll und nahm einen Schluck. Gleichgültig stellte ich die Tasse wieder hin und überlegte.
„Es tut mir leid.“ Erschrocken drehe ich mich um. Ein genicktes Lauri steht vor mir. Mein Herz rast wie wild. „Was machst du hier!“ „Ich konnte dich doch nicht einfach gehen lassen und die Tour einfach so weiter durchziehen. Es tut mir leid wegen gestern. Ich weiss nicht was mit mir los war.“ „Du hast mit nem kleinen Groupie geknutscht. Mann, du bist 30! Benimm dich auch so. Und wieso musstest du wieder trinken, bist du völlig verblödet!? Hast du vergessen wie es dir ging als ich dich bei mir aufgenommen habe?“ „Nein, ich habs nicht vergessen. Ich war einfach so überrumpelt von allem. Ich hätte nicht gedacht, dass wir so viel Erfolg haben würden.“ „Ich hoffe du lernst es hand zu haben, denn ich will dich nicht wieder fallen sehen. Keiner deiner Mitmenschen will das.“ „Ich werde mein Bestes geben. Bitte komm wieder zurück mit mir.“ „Nein Lauri, da musst du alleine durch. Die Jungs werden mir jeden Tag sagen wie du dich so machst. Wenn du Scheisse baust bin ich weg.“ Er nickt. „Ist es ok wenn ich mich hinlege. Ich bin müde.“ Ich nicke gleichgültig. „Kannst du auch mitkommen, schliesslich habe ich noch 3 Wochen Tour vor mir ohne dich.“ Ich nicke und gehe mit ihm. Aneinandergekuschelt schlafen wir ein.
Durch ein Ruckeln werde ich geweckt. „Was hast du?“, frage ich Lauri. Nichts konnte nur nicht schlafen, aber jetzt geht’s. Gute Nacht Schatz“, flüstert er und küsst mich. „Oh mein Gott, du hast wieder gesoffen! Denkst du ich riech den Alk nicht?“ „Ich konnte nicht abschalten also hab ich einen Schluck genommen, aber nicht viel.“ Gemütlich legt er ich hin und will sich an mich kuscheln. „Keinen Tropfen Alk mehr oder ich schmeiss all deine Sachen über den Balkon, versprochen.“ Ich erhalte nur ein Brummen und Nicken als Antwort.
Friedlich schläft er nun neben mir.

Als ich am nächsten Morgen aufwache bin ich wieder alleine im Bett. Er war wieder auf Tour. Er schien es nicht mal für nötig zu halten sich von mir zu verabschieden. Wie kann man nur am morgen früh aufwachen und schon auf 180 sein? Frustriert stehe ich auf und schleppe mich in die Küche. Dort finde ich einen vollgekritzelten Zettel von Lauri.
Er musste früh morgens wieder wegfliegen. Ich liess mich aufs Sofa fallen und liess mir den gestrigen Tag nochmals durch den Kopf gehen. Ob das alles wohl gut gehen würde?

Die letzten drei Wochen waren wie im Fluge vergangen. Heute würde Lauri wieder nach Hause kommen. Ich war gespannt ob er sich an unsere Abmachung gehalten hatte.
Schwungvoll sprang die Tür auf und ein strahlender Lauri trat ein. Rasch kam er auf mich zu und hob mich hoch. „Hallo Schatz, endlich bin ich wieder zu Hause“, sagte er und drückt mich fest an sich.
„Wow dir scheint ja gut zu gehen.“ „Ja, ich hab dich wieder. Wie solls mir denn sonst gehen?“ „àh.. andere Leute sind dann einfach nur müde“, grinse ich und küsse ihn zart. „Ich hab dich vermisst.“ „Ich dich auch. Und ich hab mir Sorgen gemacht.“ „Musst du nicht. Es tut mir leid. Was ich getan habe war dumm. Aber es passiert nie mehr. Und als wieder Gutmachung habe ich eine Überraschung geplant. Pack ein paar Sachen zusammen.“ Verwirrt guck ich ihn an. „Packen? Für was?“ „Eine warme Gegend.“ Sein Grinsen wird breiter. Zweifelnd sehe ich ihn an und packe dann doch meine Sachen. Zusammen fahren wir zum Flughafen. Rasch checken wir ein. Beim einsteigen ins Flugzeug erhasche ich noch kurz einen Blick auf die Anzeige. Tahiti! „Wir fliegen nach Tahiti?!“ „Schlaues Mädchen, schon brav lesen gelernt?“ ich kneif ihm in die Seite für den blöden Spruch. „Aua, lieb sein, sonst lass ich dich hier.“ Brav wie ich bin schnalle ich mich an und lege meinen Kopf an seine Schulter.
Der Flug fühlte sich an wie ne Reise mit dem Peking Express – sehr sehr lange.
Nach einer holprigen Landung hatte ich endlich wieder fest Boden unter den Füssen.
Das Hotel war wunderschön. Das weisse Hotel war umringt vom Grün der Insel. Sogar der Pool war aus echtem Naturstein und die Rutsche ging durch den Felsen. Und der Strand war genial. Und diese Wasserfarbe erst. Wenn ich nicht zu erst mich umziehen hätte müssen, wäre ich gleich ins Wasser gerannt. Das Hotelzimmer war nicht nur ein Zimmer – nein es war ein halbes Appartement. Wieso steht da Honeymoon Suite? „Lauri hast du mir was zu sagen?“ „Nö, die hatten kein anderes Zimmer mehr.“ „Und wie können wir das alles zahlen?“ „Lass das meine Sorge sein Engel.“ Böse gucke ich ihn an. „Ok, wir haben einen Plattenvertrag und haben einen ziemlich grossen Vorschuss bekommen.“ „Und dann wirst du das Geld raus.“ „Urlaub ist nicht Geld aus dem Fenster werfen, ausserdem wollte ich dir was zurückgeben für deine Hilfe.“ „Danke, das ist süss.“ Ich lehne mich an ihn und lege meine um seinen Hals. Sanft küssen wir uns wieder. „Es ist wirklich schön hier.“
Müde legten wir uns noch etwas hin. Der Flug machte einem richtig fertig.

Die Sonne ging bald unter und Lauri wollte noch am Strand spazieren gehen. Irgendwie war die Situation komisch. Er wollte unbedingt, dass ich das Strandkleid anziehe, dass er mir vorhin geschenkt hatte. Also zog ich es dem Frieden willen an.
Hand in Hand laufen wir in dem warmen Sand. „Arina?“ „Ja?“ „Liebst du mich auch noch wenn ich bekannt bin und manchmal ne Schraube locker habe?“ Ich halte and uns beginne zu lachen. „Wie kommst du jetzt auf so ne Frage? Klar, tu mir und dir selber einfach nie mehr weh, dann ist es auch ok wenn du öfters mal weg bist.“ Er schien über diese Antwort erleichtert zu sein. „Würdest du mich auch immer noch heiraten wollen?“ „Hast du heute einen Fragetag? Ja ich würde dich auch noch heiraten.“ Er stellt sich ganz nah an mich und beginnt mich leidenschaftlich zu küssen. Wie ich dieses Gefühl vermisst hatte. Seine Arme schlingen sich um mich, ziehen mich noch näher, auch wenn es fast nicht mehr möglich scheint noch näher an jemanden ranzukommen.
Langsam löst er sich von mir. Seine grünen Augen funkeln mich an. Er hält mir eine Augenbinde hin und bittet mich die Augen zu schliessen. Was hatte der Vogel nun wieder vor. „Was hast du vor? Du hast mich doch schon in ein anderes Land entführt.“ „Ist ne Überraschung.“ Ich schliesse meine Augen und lass mich blind von ihm führen.

Nach einer Weile hielt er an. „Bist du bereit?“ „Für was?“ „Keine dummen Fragen. Wirst gleich sehen.“ Ich nicke zaghaft. Das Kribbeln in meinem Bauch wird immer schlimmer. Ich hasse Überraschungen. Vorsichtig nimmt er die Binde ab. Langsam öffne ich meine Augen. Mein Herz bleibt stehen. Mit offnem Mund steh ich nun da und guck dumm aus der Wäsche.
Die ganze Band steht vor uns. Tische sind feierlich gedeckt, ein riesiges Buffet steht bereit und alle grinsen wie auf LSD.

„Überraschung! Wir werden hier und heute heiraten!“ jubelt Lauri und grinst sich einen ab. „Was!“, ein kläglicher Laut kommt heraus. „Du hast mir so gefehlt. Mir wurde einfach klar, dass ich dich nie mehr gehen lassen will. Ich liebe dich.“ Meine Augen fühlen sich langsam. Einzelne Tränen laufen über meine Wangen. „Nicht weinen, du sollst doch glücklich sein. So glücklich wie ich mit dir bin.“ „Ich bin glücklich. Das ist so süss von dir. Du hast mich nur etwas überrumpelt. Jetzt versteh ich auch wieso ich unbedingt ein weisses Strandkleid anziehen sollte, während du in schwarz rumrennen darfst.“

Zeitsprung

„Der Pfarrer war bereit und wir heirateten am Strand von Tahiti. Ich war so glücklich an diesem Tag. Es war einfach alles perfekt und ich hatte alle Leute um mich herum dabei, die mir so wichtig waren. Besser konnte es nicht sein.
Und so haben ich und dein Papi geheiratet“, erkläre ich Joonas, unserem 5 Jahre alten Sohn. Er sieht seinem Vater so ähnlich. „Und wann kommt Papi endlich zurück?“ Schwungvoll geht die Tür auf und ein glücklich lächelnder Lauri steht vor uns. „Papi!!“ Joonas läuft los und lässt sich von ihm hochheben und küssen. Ich lege das Fotoalbum zur Seite und gehe auf die Zwei zu. „Hallo Schatz, endlich bist du wieder bei uns. Wir haben dich vermisst.“ „Ich euch auch, aber jetzt werde ich länger wieder Zuhause sein. Ich liebe dich“, flüstert er mir zu und küsst mich. Endlich war unsere Familie wieder zusammen.

Ende





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