Sleepless_WorldWe give this life to our children and teach them to hate this place...
  Startseite
  Über...
  Archiv
  stars also need love 1
  stars also need love 2
  how life can change
  Abschlussfeier in Finnland
  Right where I belong
  Why should I trust you?
  Make me blind..
  Little lost girl-beendet
  From dusk till dawn
  Black Widow FSK 16/18
  Gästebuch
  Kontakt

   Highschool Fever
   schneuzi
   Lizzü's site (danke fürs verlinken)

I'm walking in the park And I'm talking to the dark But there ain't nobody listening My heart has turned to stone When I found myself alone Now all I do is whisper to the dark

https://myblog.de/nadja-fever

Gratis bloggen bei
myblog.de





Why should I trust you?

“Endlich mein eigenes Bett”, stöhnte ich auf und liess mich rückwärts auf mein neues Bett fallen. Die Tour war verdammt hart und nach einem halben Jahr Hotelbetten testen war ich froh wieder in meinem eigenen kleinen Reich zu sein. Kein Lärm und kein Gejammer der Jungs. Glücklich darüber schloss ich meine Augen und glitt langsam in meine Traumwelt .... doch was war das? Auf einmal war da ein riesiger Krach, laute Musik? Genervt verpennt zog ich mir was über und ging ins Wohnzimmer. Die Musik dröhnte immer lauter in meinem noch nicht ganz wachen Kopf. „Was zur Hölle ist hier los?!“, fragte ich mich und ging auf den Balkon.
Mein Nachbar schien in mitten der Nacht eine Party zu schmeissen. Genervt lief ich über den Balkon an den einzelnen Leuten vorbei die draussen rauchten. Die Bude war Rammel voll, wie fand ich diesen Idioten von Nachbarn in der Menge? Ich griff mir den nächsten neben mir. „Hey du, wer ist hier denn der Gastgeber?“, fragte ich etwas überbegeistert. Der Typ sah mich etwas schief an und begann zu grinsen. „Was grinst du denn so blöd?“, machte ich ihn dumm an, worauf das grinsen rasch verschwand. „Komm mit“, meinte er etwas zickig und ging voraus. In der Küche angekommen labberte er etwas auf finnisch zu dem Mädchen an der Bar und lief grinsend weg. „Was gibt’s?“ Huch hatte dieses Mädchen eine tiefe Stimme.... ups war gar kein Mädchen. „Kannst du mir mal sagen wieso du Zwergennase in mitten der Nacht eine Party schmeissen musst?“, giftete ich ihn an. „Ach du Scheisse!“, dachte ich mir als sich sein Gesicht verfinsterte. „Was geht dich das an?“ „Viel ich leb schliesslich neben an und würde nach einem halben Jahr Stress mal in Ruhe pennen, klar?!“ „Dann spring vom Balkon, dann pennst für immer!“, schrie er mich an, worauf es totenstill wurde. Erstaunte Augenpaare starrten uns an. „ Du hast zwei Möglichkeiten hier. Nimm dir ein Bier und verpiss dich in eine Ecke oder geh schlafen du blöde Kuh!“, donnerte er los. „Ne, Pandaface, da gibt’s noch ne dritte Lösung“, meinte ich bedrohlich und lief zur Anlage, riss den Stecker und Kabel aus und lief zurück in meine Wohnung. Dort kullerte ich mich an Boden vor lachen, ach diese herrlich erstaunten Gesichter, aber nun war Ruhe – dachte ich zu mindest.
„Herrje, wie viele Anlagen hatte der denn noch?!“ Wieder dieser Krach neben an. Aber das lass ich nicht auf mir sitzen, für irgendwas habe ich doch so schöne Bassverstärker zu Hause. Anlage an, CD rein und los gings. Wer wohl lauter war?
Naja vielleicht sollt ich noch was nervendes raussuchen, denn meine CD schien ihnen zu gefallen. Hmmm überleg, was hatte ich denn noch alles? Nicht nervend genug....also PC an und downloaden. Hmm.. also Britney Spears muss sein, Jeanette auch, ein paar Boygroups und was da noch schönes in den Charts rumnervt.
So schön brennen und ab in den Player, die werden Augen machen. Ein fieses Grinsen huscht über meine Lippen. Ich macht es mir gemütlich auf dem Sofa , Cd an und Vodka ansetzen. Hätte nie gedacht dass ich mich je selber dazu zwinge so ein Schrott zu hören, aber im Krieg gibt es gewisse Risiken.
Verzweifelt hämmert der Gnom an die Balkontür, die er bezahlen wird, falls da was passiert. Glücklich grinsend streckte ich ihn die Zunge raus.
Naja, darauf hin zeigte er mir seinen kleinen Stummel, der wohl der Mittelfinger sein sollte. Verzweifelt versuchte er mich mit Muse zu übertönen. Diese Metalkids hassten doch Punkmusik, also rasch MXPX rein und weitersaufen. Nach Finch und Zebrahead war die Flasche leer und ich total voll. Auch der Zwergenmensch hat aufgegeben und lag besoffen vor meiner Balkontür. Sollte ich nachsehen, ob es noch lebt?
Müde krabbelte ich zu der Glasstür und öffnete diese. Der kleine Zwerghamster öffnete vorsichtig ein Auge und murmelte etwas auf finnisch. „Alles ok Kleiner?“, fragte ich fast nett. „Was interessiert dich das? Du Kuh hast meine Party zerstört!“
Oh kann der schmollen! Hilfe, ich wohn neben einem Kleinkind! „So Kleiner, gib Pfötchen, Zeit schlafen zu gehen“, befahl ich und Hündchen folgte. Ziemlich schwer der Kleine, wo ist den das Schlafzimmer? ... Gefunden. Mit lauten Quietschen landet er auf dem Bett und schlummert friedlich weiter, aber jetzt kann mir wenigstens niemand Nachbarmisshandlung vorhalten, hab ihn ja ins warme gebracht. Müde watschelte ich zu mir rüber und legte mich auf mein kuscheliges Bett. Endlich schlafen.....

Part 2

Das Grauen am Morgen

„Autsch, mein Kopf“, mit schmerzverzerrtem Gesicht krieche ich ins Bad und dusche erst einmal. Tat das gut und nach Kaffee und Zigarette fühle ich mich wieder bereit dieser Welt entgegenzutreten. Gemütlich setzte ich mich auf einen Stuhl auf dem Balkon und genoss die warmen Sonnenstrahlen. Endlich 3 Wochen Ferien, keine rumrennen und arbeiten bis tief in die Nacht, heute konnte nur ein guter Tag werden.

Die Tür neben mir öffnete sich vorsichtig und ein kleiner zerdrückter Hamster kam zum Vorschein. „Morgen Flachzange, gut gepennt!?“, fragte ich etwas zu laut, denn das kleine Etwas zuckte zusammen. „Nicht so laut, Ziege! Hab en Kater“, murmelte es. „Hast du Aspirin oder so?“ „Ja, klar“, meinte ich und rauchte gemütlich meine Zigarette. „Ist es möglich, dass ich eine kriege?“, nuschelte es unter mir. „Hmm... weiss nicht, bist du dann lieb zu mir?“ „ Weiss nicht aber kanns versuchen. Bitte mein Kopf fällt gleich ab“, jammerte es. Ich erhob mich und ging in die Küche, ich konnte ja den Hamster nicht leiden lassen.

Zurück setzte ich mich wieder und reichte dem Inbegriff des Elends das Glas. Gierig trank er es und legte seinen schweren Kopf wieder an mein Bein. „An mein Bein? Soll ich denn etwa noch kraulen?“, ging es mir durch den Kopf und bei dieser Vorstellung musste ich lachen. „Was ist so lustig?“ „Ach nichts aber du hast was von einem kleinen Hund.“ Fragend sah mich der kleine Promille-Hamster an. „Danke, für das Aspirin, aber ich verzieh mich wieder in mein Bett“, kam es von unten. Langsam kroch er wieder Richtung Hundehütte.

„Wieso war ich eigentlich so nett zu ihm?“, fragte ich mich und beschloss mich nie mehr so was doofes zu fragen. Hamster war ja selber schuld.

Ich beschloss stattdessen einen schönen Shoppingtag einzulegen, schliesslich musste ich au noch Essen kaufen – Nahrung oder auch einfach Tiefkühlpizza genannt.


Part 3

Babysitter

3 Stunden später und 250 Euro ärmer liess ich mich zu Hause auf mein Sofa fallen. „Was wohl der Hamster macht?“, fragte ich mich. Oh mein Gott, Befehl an Gehirn, Hamstervisage löschen! Wie konnte ich nur an den denken und dabei hatte ich so einen schönen Tag. Aber irgendwie war es wirklich zu ruhig also schlich ich mich zur Balkontür und kuckte rein.

Die Tür war nicht geschlossen und es schien auch niemand da zu sein. Ich wollte mich gerade umdrehen als ich etwas klirren hörte.
Neugierig wie ich war schlich ich mich in die Wohnung und sah mich um.
Durch eine der Türen schien Licht, also ging ich dort hin und klopfte an: „ Alles ok da drinnen?“ Keine Antwort. Ich klopfte noch einmal und hörte etwas nicht identifizierbares. Vorsichtig öffnete ich die Tür zum Badzimmer.
„Hamsterfresse ist tot!“, rief ich, als ich den kleinen blassen Gnom vor der Toilette liegen sah. Eigentlich wollte ich ihn auslachen, doch das lachen blieb mir im Hals stecken, als ich seine kleinen roten Augen sah. Erschöpft zitterte er am ganzen Körper. „Was hast du?“ , fragte ich und erhielt keine Antwort.
Ich hob ihn hoch und schleppte ihn aus dem Badzimmer. „Wo ist dein Bett?“ Schwach hob er den Arm hoch:“ Hintereste Türe, links“, hörte man ihn schwach flüstern.
Ich half ihm die Klamotten auszuziehen und deckte ihn zu. Was sollte ich nun bloss tun, der sah wirklich übel aus. Ich entschloss mich mal erst einen Eimer zu suchen, will doch nicht noch putzen wenn’s dem schlecht wird.
Ich stellte den Eimer neben das Bett und setzte mich zum Hamster. „Brauchst irgendwas? Hast du durst oder so?“ Er schien mich gar nicht mehr wahr zu nehmen.
Ich ging in die Küche und kochte Tee. Mit dem Tee und einem kühlen Waschlappen bewaffnet kehrte ich zurück zum Tierchen.
Vorsichtig setzte ich mich hinter ihn, damit ich ihn beim sitzen stützen konnte. Langsam liess ich ihn den Tee trinken und kühlte seine glühende Stirn.
Was hatte er bloss? So etwas hatte ich noch nie gesehen.

Nach einer Weile schien es ihm besser zu gehen. Ich öffnete das Fenster um etwas kühle Luft in sein Zimmer zu lassen. Er schlief wieder tief und fest. Ich legte mich neben ihn, sah ihm beim schlafen zu. Es war schon spät, aber ich konnte ihn nicht alleine lassen. Aber wieso war ich plötzlich so nett zu ihm? Ich sollte doch noch wütend sein? Ich muss echt zur Therapie – ob ein Helfersyndrom heilbar ist?

Meine Augen wurden schwerer und ich versank in meine skurrile Traumwelt.


Part 4

Day after tomorrow

Hamsters Sicht

Müde öffnete ich meine Augen. Ich fühlte mich wie todgeschlagen. Noch etwas schläfrig drehte ich mich auf die Seite. „Was macht die denn hier?!“, ging es mir durch den Kopf. Da lag tatsächlich die kleine blöde Kuh von nebenan. Aber wieso? Angestrengt versuchte ich mich zu erinnern. Gestern ging es mir so mies und sie hat mir geholfen. Ich fühlte mich schuldig, ich hatte ihr keine Chance gelassen. Ich hätte sie direkt auf die Party einladen sollen oder die Musik leiser machen. Sie hatte die ganze Nacht auf mich aufgepasst und nun liegt sie schlafen neben mir. Wenn sie schläft sieht sie richtig lieb aus, aber eben nur wenn sie schläft.
Vorsichtig strich ich ihr eine Strähne aus dem Gesicht.
Langsam öffnete sie ihre Augen und lächelte mich verschlafen an. „Geht es dir wieder besser?“, fragte sie.
Ich nickte etwas zaghaft. „Danke, dass du dich um mich gekümmert hast. Hätte nicht gedacht, dass du so nett sein kannst, besonders nach unserem Zusammenstoss.“
„Ach Quatsch, ich bin doch kein Unmensch, ausserdem hätte ich auch netter sein können, und nicht gleich ausraten“, grinste sie. „Brauchst du noch was? Sonst geh ich mal rüber.“ „Nein, danke ist schon ok. Werds schon überleben, danke.“
„Dann noch gute Besserung“, sagte sie und verliess mein Zimmer.

Ich blieb in meinem Bett liegen und starrte gedankenverloren an die Decke.
Aus irgendeinem Grund ging mir die Kleine nicht mehr aus dem Kopf. Dabei wusste ich nicht mal ihren Namen, weder noch von wo sie war. Ich musste sie beim nächsten mal dringend fragen.


Sicht der blöden Kuh (sorry hab noch keine Namen)

Hätte echt nicht gedacht, dass der so dankbar sein kann und nett? Naja was solls ich musste mich jetzt eh wieder um mich selber kümmern. Lustlos liess ich mich auf den Stuhl fallen. Mit Schreiber und Heft bewaffnet sass ich nun da und hatte wieder einmal eine totale Schreibblockade. Wie lang sollte die noch anhalten, verdammt! 6 Monate auf Tour und keinen einzigen neuen Song. Leider wusste ich nicht einmal warum, mein Leben war sicher nicht langweilig, aber irgendwie fehlten die Emotionen. Frustriert bewegte ich mich Richtung Balkon und zündete mir eine Zigarette an. Wenigstens 3 Minuten Glück.

Manch einem zweistündigen Versuch wenigstens einen Song zu schreiben, kam ich soweit.....

Coz everything sucks when you’re gone...


Ich muss sagen ich bin sehr stolz auf mich. Wütend schaltete ich die Anlage an und drehte gehörig auf. Eigentlich wollte ich mir gerade einen Wodka einschenken als jemand and der Tür klopfte.
Genervt öffnete ich die Tür. „Du? Was willst du?“ „Ich wollt sehen wies dir geht und wieso du so laut Musik hörst. Hast du was?“ „Sorry Hamsterfresse aber ich hab echt keinen Bock, Patient und Therapeut zu spielen“, sagte ich und knallte die Tür zu. Ich schloss die Augen und liess mich an der Tür runtergleiten. „Was hab ich bloss wieder getan?“ Weinend stand ich auf und ging zur Flasche und trank gleich mal 2 Gläser auf Ex.


Part 5

Hamsters Sicht:

„Ach du meine Güte die spinnt doch total. Zu erst mies sein, dann nett sein und wieder zur Kuh werden. Die ist doch irre, da bin ich ja nix dagegen“, dachte ich mir und zündete mir eine Zigarette an. Ich ging zur Balkontür und versuchte hindurch zu sehen. Auch wenn sie mies war, das ungute Gefühl in meinem Bauch wollte nicht weggehen. Sie liess sich gerade volllaufen. Aber wieso tat sie sich das an?
Ich setzte mich auf den Balkon und hoffte darauf, dass sie eine rauchen kommt.

Nach einer Weile öffnete sich die Tür und sie kam raus. Auf wackeligen Beinen stand sie nun dort und rauchte. Ihr Körper zitterte. Ich stand hinter sie und legte meine Arme um ihren Bauch. Vorsichtig legte sie ihren Kopf an meine Schulter und sah schweigend den Horizont an. „Wie heisst du eigentlich, Hamsti?“ „Lauri und ich bin kein Hamster. Und du?“ „Lara, aber ich bin wirklich ne blöde Kuh“, lallte sie traurig vor sich. „Wieso weinst du eigentlich?“ „ Alles geht schief zur Zeit und ich tu den Menschen weh die ich mag. Das ist doch krank?“ Ich drehte sie zu mir und zog sie an mich, liess sie sich in meinen Armen ausweinen.
Schon lange hatte ich nie mehr jemanden so weinen sehen, es brach mir fast selber das Herz, doch wusste ich nicht wie ich ihr helfen sollte. „Möchtest du darüber reden? oder willst du etwas spazieren gehen, vielleicht fühlst du dich ein bisschen besser?“ „Nein, ich geh besser schlafen. Dieser blöde Wodka macht müde.“ „Ok, aber wenn was ist, ich bin da für dich.“ Noch einmal nahm ich sie in die Arme und wünschte ihr eine gute Nacht.

Ich blieb noch auf dem Balkon und liess mir die Situation nochmals durch den Kopf gehen. Vor ein paar Stunden war sie noch fröhlich und süss und jetzt todtraurig. Ich wusste ich wollte ihr helfen, doch wie?
Auch durch die Nacht ging sie mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich ging wieder raus eine rauchen und wollte sehen ob Lara vielleicht wach ist.
Ein kleines Bündel sass eingewickelt in einer Decke auf einem Stuhl. „Lara? Geht es dir besser?“ „Ja, ich glaube schon. Und dir?“ Ich nickte und setzte mich neben sie auf den Stuhl. „Tut mir leid, dass ich wieder meine schlechte Laune an dir ausgelassen habe. Ich bin einfach nur müde und nervlich total fertig.“ „Wieso? Kannst du denn nicht schlafen oder so?“, fragte ich naiv. Sie lächelte:“ Schlafen könnte ich wenn ich die Zeit hätte. 6 Monate Tour sind ziemlich krass, das kannst du dir gar nicht vorstellen.“ Ich musste mir mein lachen verkneifen, wenn sie wüsste. „Was hattest du eigentlich zu feiern?“, fragte sie und sah mich an. Ihre Augen glänzten müde. „Es war so eine Art Release-Party von unserer neuen CD.“ „Du machst auch Musik?“, fragte sie und kam fast nicht mehr aus dem staunen. Sie sah richtig süss aus, etwas kindlich mit ihren grossen staunenden Augen. Ich lächelte:“ Ja, seit etwa 8 Jahren.“ Sie schien fast vom Stuhl zu fallen. „Hät ich jetzt echt nicht gedacht.“ „Wieso nicht?“ „Kann ich nicht sagen, aber ich hielt dich eh für ne doofe Hamsterfresse.“ „Hielt? Heisst das du magst mich jetzt?“ „Bist ganz ok“, grinste sie mich an. „Danke du auch“, sagte ich und strich ihr sanft durch ihr Haar.
Gehirn an Lauri! – Nicht alles anfassen, es könnte beissen.
„Ich geh schlafen“, meinte sie und stand auf“, schlaf gut, Kleiner“, grinste sie und gab mir ein Küsschen auf die Wange. Etwas geschockt sass ich da und sah ihr nach. Hatte sie mir wirklich ein Küsschen gegeben? Mit noch etwas weichen Knien begab ich mich auch ins Bett und hatte einen ziemlich seltsamen Traum.

Part 6

Dream World

Ich befand mich am Hafen in der kleinen Bucht und lief im Sand. Es war Nacht und die Sterne leuchteten auf mich hinunter. Ich hörte meinen Namen flüstern, doch da war niemand. Ich folgte der Stimme, lief am Strand entlang weiter. Da! Da stand jemand, ein Mädchen in einem Strandkleid. Es flatterte im Wind. Ich rannte auf sie zu, wollte wissen wer sie ist. Einzelne Strähnen verdeckten ihr Gesicht. Ich stand vor ihr, es war Lara. Ich wollte sie in meine Arme nehmen und strich ihr die Strähnen aus dem Gesicht. Blutige Tränen liefen über ihr Gesicht. „Hilf mir. Rette meine Seele“, flüsterte sie und strich mit ihren eiskalten Fingern über meine Wange und sah zu Boden.
Plötzlich sah sie wieder hoch zu mir. Ihre Augen waren nicht mehr blau, sondern schwarz. Ich war vor Schreck erstarrt, sah nur in ihre Augen. „Rette dich selber!“, flüsterte sie bedrohlich. Plötzlich löste sie sich in Luft auf.

Schweiss gebadet wachte ich auf. Mein Herz pochte und schien aus meiner Brust zu springen. Wieso hatte ich das geträumt. Was wollte mir dieser Traum sagen?


Part 7

Lara’s Sicht

Erschrocken riss sie ihre Augen auf. Sie träumte schon wieder. Jeden Nacht wurde sie in diese skurrile Traumwelt gezogen, ohne jede Chance zu fliehen. Wieso musste sie immer wieder leiden? Hatte sie nicht schon genug gebüsst? Sie war doch noch so klein, konnte nichts dagegen tun. Sie wusste es doch nicht besser und war bestimmt kein böser Mensch.

Immer wenn sie jemand mochte, tat sie ihnen weh, ohne es zu wohlen, liess sie sterben. Vor 3 Jahren entschied sie sich niemanden mehr zu lieben. Sie dürfte es nicht, wollte nicht mehr.

Nassgeschwitzt und immer noch erschöpft ging sie duschen. Sie hatte oft das Verlangen alles wegzuwaschen, doch auch wenn sie eine Stunde duschte, sie fühlte sich immer unrein, beschmutzt. Nur wegen ihm? Der, der ihr so weh tat und dafür bezahlen musste? Er war doch schuld, aber wieso fühlte sie sich dafür verantwortlich? Weil sie die anderen nicht retten konnte?
„Ich war doch so klein“, flüsterte sie leise und brach wieder in Tränen aus.

Eiskaltes Wasser prasselte auf sie nieder und riss sie aus ihren dunklen Gedanken.
Vor Kälte schlotternd lief sie in ihr Schlafzimmer und zog sich an. Sie musste wirklich endlich aus ihrem Loch der Schuldgefühle rauskommen, endlich wieder neue Songs schreiben, ihr Leben geniessen, ohne Angst, aber was wäre wenn wieder jemand dafür bezahlen müsste.

Sie setzte sich auf den Balkon und rauchte erst einmal eine Zigarette.


Part 8

Jemand setzte sich neben mich. Ich wusste es war Lauri ohne auf zusehen. Er war ja der einzige, der auch auf diesen Balkon konnte. „Gut geschlafen?“, fragte er mich. „Nicht wirklich. Irgendwie klappt es momentan nicht, spielt keine Rolle ob du ne Party machst oder nicht“, grinste sie. „Möchtest du heute Abend mit mir und den Jungs in nen Club gehen?“ „Klar, wieso nicht. Bin dabei.“ „ Wir treffen uns alle bei mir so gegen acht Uhr, dass wird bestimmt lustig“, lächelte er.
„Ja ich könnte Ablenkung gebrauchen“, sagte ich und legte meinen Kopf an seine Schulter. Obwohl ich ihn nicht kannte und zu Beginn nicht ausstehen konnte, fühlte ich mich doch wohl. Fast zu wohl für meine Geschmack, denn ich wusste ich dürfte ihn nicht mögen, auch wenn er noch so nett und heiss war.



Part 9

Am Abend

Es klingelte an der Tür und Lara öffnete sie rasch und blieb erstarrt stehen. Erstaunt starrte sie ihr Gegenüber an. „Du siehst toll aus“, grinste Lauri und schob ihren Unterkiefer wieder hoch. „Du auch, echt chic.“ Wieder konnte er sich sein Grinsen nicht verkneifen, griff nach ihrer Hand und zog sie mit sich. Hand in Hand liefen die beiden zum Club und unterhielten sich angeregt. Sie hatten ziemlich viel gemeinsam, nicht nur den Musikgeschmack.
Im Club angekommen fanden sie die anderen Jungs rasch. Gemütlich setzten sie sich auf die runde Eckcouch die im hinteren Bereich des Raumes – so konnten sie ungestört feiern.
Nach ein paar Runden von den feinen bunten Drinks war die Stimmung sehr ausgelassen und die Hemmungen und das Niveau sanken zusehends.
„Was trägst du eigentlich für Unterwäsche?“, fragte Aki mit breitem Grinsen. „Ömm, weiss nischt .. kannscht du mal nachsehn Laurilein?“, fragte Lara ihn noch breiter grinsend. „Wart mal“, grummelnd Lauri und fummelt an ihrer Hose rum, „ Ich würd sagen seeehhrr rot. Sieht lecker aus.“ „Ich bin auch lecker, willste mal beissen?“, bietet ihm Lara an. Dieser grinst und beisst ihr sanft in den Bauch. „Aua, nicht so doll“, jammert sie beginnt aber gleich wieder zu lachen, denn seine Bartstoppeln kitzelten auf ihrer Haut.
„Du musst echt ein Weichei sein, wenn du nur kleine Mädchen ärgern kannst;“ jammert Lara, die von Lauri schon die ganze Zeit geärgert wird. „Booaah, du verträgst einfach nichts, kleines Baby du.“ „ Wer ist hier ein Baby hä?“, jammerte sie und zog eine Schnute. „Oh, meine kleines Engelchen, komm zu Papi,“ grinste Lauri und streckte die Arme aus. Lara nahm Anlauf und sprang in seine Arme. Mit einem Rumsen landeten beide auf dem Boden neben dem Sofa und lachten sich schlapp.
„Ou mann, geh runter von mir, du bist so schwer“, schrie Lauri. „Ich und schwer?! Never – du bist nur ein Waschlappen, ein Warmduscher“, kicherte sie und liess sich noch schwerer auf ihn plumpsen.
„Na warte“, donnerte er und sprang hoch und setzte sich triumphierend auf sie.
Seitlich ihrer Kopfes hielt er ihre Hände fest. „Gefällt dir das?“, grinste er frech. „Oh ja Baby, zeigs mir“, flüsterte sie bedrohlich.

„Ne, nicht hier, was würden die Leute denken wenn sie dich schreien hören“, grinste er frech und liess von ihr ab.

„Aber ich hätte Lust zu tanzen, kommst du auch?“ „Ja, klar. Ist aber schon lange her“, lächelte sie und griff nach seiner Hand.

Lauris Sicht:

Als wir die Tanzfläche erreichten, begann gleich ein langsamer Song ( Anm. d.A. Was für ein Zufall ;-) )
Unsicher sah Lara mich an, hielt immer noch meine Hand. Langsam zog ich sie an mich, legte meine Arme um ihre Hüfte und vergrub mein Gesicht in ihren Haaren. Sie rochen gut nach Erdbeeren. Zärtlich strich ich ihren Rücken, genoss ihre Nähe. Durch den Alkohol verlor ich all meine Hemmungen und Schüchternheit. Ich löste mich ein wenig von ihr um ihr in die Augen zu sehen. Ihre Augen waren immer noch geschlossen, sie schien nichts mehr wahrzunehmen. Sie war wunderschön, Engelsgleich. Oh Gott ich musste wirklich zuviel getrunken haben. Meine laute Nachbarin – Engelsgleich?
Das Lied war zu Ende und sie löste sich zögerlich von mir.
„Lauri?“ „Ja?“, erwartungsvoll sehen ich sie an. „Ich gehe besser nach Hause ich bin müde“, sagt sie leise und sieht zu Boden.
„Ok, ich komme mit dir“, erwiderte ich und nahm sie bei der Hand. Wir holten nur kurz unsere Sachen und sagten den Jungs bescheid.
Nun liefen wir schweigend dem Hafen entlang. „Hast du was? Du siehst so traurig aus?“ „Nein, es war echt ein schöner Abend.“ „Hab ich denn etwas falsch gemacht? Bin ich dir beim tanzen auf den Fuss getreten?“, fragte ich sie. Verwirrt sah sie mich an und begann zu lachen. „Nein, es war schön mit dir zu tanzen, - zu schön“, fügte sie leise, fast nicht hörbar an. „Wieso zu schön?“
Sie zog mich zu einer Bank und setzte sich hin. Erwartungsvoll setzte ich mich neben sie und sah sie fragend an.


Part 10

„Was hast du denn? Wieso bist du plötzlich so traurig?“ „Ich kann es dir einfach nicht sagen. Ich weiss nur ich darf keinen mögen – auch dich nicht.“ „Aber ich mag dich und ich kann nicht verstehen was daran falsch sein soll.“ „ Du darfst mich nicht mögen, der Preis ist zu hoch dafür. Verschwinde einfach!“ „Ich lass dich nicht hier alleine. Wir gehen jetzt sofort zusammen nach Hause und sprechen alles aus.“ „Nein Lauri, ich will dass du verschwindest, lass mich verdammt noch mal alleine!“
„Was soll das Lara! Was hab ich dir getan dass du mich wie Dreck behandelst`?“, schrie er sie an. Lara stand auf und sah ihn mit stechenden Augen an:“ Verpisst dich endlich! Denkst du wirklich ich würde so ne Mopsfresse wie dich mögen können?!“
Sie zitterte vor Wut am ganzen Körper. Aus Wut über ihr Schicksal, über die Lügen die sie zu ihm sagte. Tränen liefen über Lauris Wangen und sie konnte sein Schluchzen vernehmen. „Ich hasse dich!“, schrie sie ihn an und gab ihm den Rest. Rasch drehte er um und rannte davon – weg von ihr. Weinend brach sie auf die Bank nieder. Sie hasste sich dafür, wieder jemandem weh getan zu haben.
Die ersten Sonnenstrahlen erschienen am Horizont. Lara stand auf und ging langsam nach Hause. Immer noch trauerte sie um Lauri. Er war nicht tot, aber doch unerreichbar für sie. Sie wusste was sie zu tun hatte, doch konnte sie es wirklich?
Traurig lief sie die Treppen hoch. Vor ihrer Haustüre blieb sie stehen. Auf der Matte lag ein kleiner Umschlag. Sie hob ihn hoch, öffnete die Tür und trat in ihre Wohnung ein. Müde liess sie sich auf das Sofa fallen, starrte auf den Umschlag. Er war nicht angeschrieben. Vorsichtig öffnete sie den Umschlag und zog den kleinen Zettel aus ihm. Sie faltete den Zettel auf. Es war ein Brief von Lauri.
Tränen liefen über ihre Wangen.

Part 11

Liebe Lara

Ich weiss zwar nicht was heute Nacht genau passiert ist und wieso du all diese Ding zu mir gesagt hast. Trotzdem, wenn du jemanden zum reden brauchst werde ich da sein. Ich mag dich sehr und würde so gerne verstehen was in dir vorgeht – von was du so sehr angst hast.

Ich hab dich lieb,

Lauri


Immer mehr Tränen liefen über ihr Gesicht. Sie liess den Brief fallen und rannte in ihr Schlafzimmer. Rasch zog sie ihre Sachen aus und legte sich hin, weinte stumm in ihr Kissen.
Irgendwann schlief sie ein.

Die Sonne ging unter und der Himmel strahlte in rot. Es fühlte sich gut an in seinen starken Armen zu liegen. Zärtlich küsste er meinen Hals. Ich drehe mich zu ihm um, setzte mich auf seinen Schoss und küsse ihn leidenschaftlich. Der Moment ist einfach perfekt. Ich liebe ihn und er liebt mich und nichts scheint sich zwischen uns zu drängen. Ich ziehe ihm sein Shirt aus und küsse seinen freien Oberkörper. Sein Herz rasst, sein Atmen wird schneller.
Seine Hände gleiten und mein Top, streicheln zart meinen Bauch.
Ich küsse ihn wieder, doch etwas ist anderes, ich schmecke Blut. Ängstlich öffne ich meine Augen. Er fällt zurück auf seinen Rücken, ringt nach Atem wie ein Fisch am Land, Blut läuft aus seinem Mund, seine Augen sehen mich entsetzt an.
Seine Lippen formen: Ich liebe dich. Die letzten Worte.

Schreiend wache ich aus diesem Horror aus, breche wieder weinend zusammen.

Es klingelt an meiner Tür, jemand schlägt wie wild dagegen und schreit meinen Namen.


Part 12

Müde schleiche ich zur Tür und öffne sie eine Spalt. Lauri sieht mich entsetzt an und drückt die Tür auf. Hinter sich schliesst er sie wieder und zieht mich mit im mein Wohnzimmer. Wir setzten uns auf die Couch. Ich bin müde und lege meinen Kopf auf seinen Schoss – bin noch nicht ganz zurück aus meiner Traumwelt. Immer wieder sehe ich die Bilder. Zärtlich streicht er durch meine Haare, sagt nichts, sieht mich nur an. Minutenlang schweigen wir uns an. Irgendwann schlief ich wieder ein und diesmal träumte ich nicht – fühlte mich einfach nur geborgen.

Part 13

Ich nahm sie auf meine Arme und brachte sie in ihr Schlafzimmer und legte sie dort vorsichtig auf ihr Bett. Sie musste sehr müde gewesen sein, denn sie bekam nichts mit. Ich zog mich bis auf die Shorts aus und legte mich zu ihr – hielt sie einfach fest. Sie hatte mich mit ihren Worten sehr verletzt, doch ich wusste sie meinte es nicht böse, sonst hätte sie doch nicht so bitterlich geweint. Und wieso hatte sie geschrieen? Ich würde sie fragen, wenn sie wieder wach war.
Ich nahm sie noch etwas fester in meine Arme und schloss meine Augen, lauschte nur ihrem regelmässigen Atem und schlief bald darauf hin ein.

Als ich am Morgen wieder aufwachte, lag ich alleine im Bett. Hektisch stand ich auf und lief durch die Wohnung, suchte nach ihr. Die Balkontüre stand offen. Ich ging hinaus und fand sie zusammengekauert auf einem der Stühle sitzen.
Wie versteinert sass sie da und schien mich gar nicht wahrzunehmen.
Langsam ging ich zu ihr und setzte mich neben sie. Noch immer starrte sie vor sich hin, bemerkte mich nicht. Ich nahm mir eine Zigarette aus der Packung und steckte sie mir an.
Irgendetwas stimmte mir ihr nicht, dass wusste ich und es schien sie innerlich kaputt zu machen, doch was konnte es sein? Was war so schlimm, dass sie es mir nicht sagen konnte?
Vorsichtig nahm ich ihre Hand in meine. Sie war eiskalt. Ohne Widerwillen liess sie sich hoch ziehen. Ich führte sie zurück zum Bett und packte sie erst mal unter die Decke, hatte sie denn nicht bemerkt wie kalt ihr Körper war? Mit ihren leeren gefühllosen Augen starrte sie zur Decke, schien mich immer noch nicht wahrzunehmen.

Die nächsten Stunden änderte sich nichts. Abwesend starrte sie an die Decke ohne jegliche Emotion.

Ich lag auf dem Sofa und starrte ebenfalls zur Decke. Irgendwann verschwamm alles und ich fiel in einen tiefen Traum.

Part 14

Durch das Piepsen meines Handys wurde ich aus meinen Träumen gerissen. Eine Sms von Lara? Hastig öffnete ich diese und las rasch:

Es tut mir leid, aber ich konnte nicht bleiben. Bitte sei mir nicht böse, es ist besser für dich. Ich hab dich lieb Lara.

Was?! Rasch rannte ich in ihr Zimmer. Ihr Schrank war halb leergeräumt und ihre Tasche war weg. Sie war wirklich abgehauen. Ich wählte ihre Nummer wollte sie zu Verstand bringen, doch dies war ausgeschaltet. Vielleicht hatte sie es sogar weggeworfen. Weinend brach ich zusammen. Ich hatte sie verloren. Ich hatte keine Chance sie zu finden.


Teil 15

Es waren 3 Monate vergangen. 3 harte Monate in denen Lauri Lara vermisste. Jeden Tag fragte er sich was er hätte anderes machen können. Wäre er doch nicht eingeschlafen, hätte sie nie fliehen können – einfach aus seinem Leben wegrennen.
Nun waren sie seit 2 Monaten wieder auf Tour. Das erste Mal, dass es ihm keinen Spass machte, denn was wäre wenn sie wieder nach Helsinki kam und er nicht dort war? Er hatte sich tatsächlich in sie verliebt und sie brach ihm das Herz. Für das hasste er sie und doch vermisste er sie.
„Komm Junge, vergiss sie endlich. Ihr kanntet euch doch noch nicht mal richtig. Da gibt’s bestimmt bessere“, versuchte Aki ihn aufzumuntern, erntete aber nur böse Blicke. Er wusste er musste sie vergessen, doch wie? Er konnte sich doch nicht einfach das Herz rausreissen, auch wenn er es sich noch so sehr wünschte.

„Heute Abend gehen wir wieder etwas aus, vielleicht findest was zum ablenken“, meinte Pauli und klopfte seinem Freund auf die Schulter. Etwas abwesend nickte Lauri.

Am Abend

Wieder mal sassen die Jungs in einem Strippclub, ihrem Lieblings Ausgangsziel.

Schon etwas angeheitert sassen die Jungs in ihrem Stammecken. Alle waren gutgelaunt und starrten förmlich den Stripperinnen auf die wackelnden Hintern. Nur Lauri schien etwas abwesend zu sein. Gedankenverloren sah er zur Bar. Fasziniert sah er die junge Frau an, die mit dem Rücken zu ihm sass. Irgendetwas erinnerte ihn an ihr an Lara. Genervt über sich, schüttelte er den Kopf. Wieso konnte er sie nicht vergessen. Sie war schliesslich abgehauen, hatte ihm sein Herz gebrochen.
Mit einem kräftigen Schluck Wodka versuchte er seine Gedanken wegzuspühlen – erfolgreich.
2 Stunden später versuchte er zur Toilette zu laufen, was sich als Hindernislauf herausstellte. Noch nie brauchte er so lange – doch nach 10 Minuten hatte er Mission Toilette hinter sich gebracht. Sichtlich erleichtert schloss er wieder die Tür hinter sich .
„Hey Süsser kann ich dir helfen?“, fragte die kühle Blonde neben ihm. „Was?“, überrascht sah er sie an. Grinsend ging sie auf ihn zu, legte ihre Hände auf seine Hüfte und drückte ihn sanft an die Wand. Langsam begriff er und grinste versaut.
Ihr Grinsen wurde immer breiter. Zärtlich begann sie seinen Hals zu küssen, biss ihn zart. Seine Hände lagen auf ihrem Po und zogen sie näher an seinen Unterleib. Er war heiss und das wusste sie. Ohne etwas zu sagen griff sie nach seiner Hand und zog ihn in ein Nebenzimmer. Dort schubste sie ihn auf ihr Bett. Ihre Katzenaugen funkelten ihn verführerisch an.
Ohne den Blick von ihm abzuwenden, öffnete sie sein Hemd und liess es zu Boden fallen. Sanft küsste sie seinen Oberkörper, machte sich an seinen Hosen zu schaffen.
Vorsichtig zog er ihr Top aus und drückte sie auf den Rücken, küsste ihren Bauch, wanderte höher, küsste ihren Hals, Wangen...
Plötzlich fühlte sie seine Lippen auf ihren. Doch es schien ihr zugefallen. Noch nie wurde sie so voller Leidenschaft geküsst. „Wieso war er so zärtlich?“ fragte sie sich und genoss es einfach. Die erste zarte Geste seit 3 Monaten. So sehr hatte sie es vermisst, doch sie wusste, sie war selber schuld gewesen.

Leidenschaftlich liebten sie sich – ja, sie liebten sich. Er war nicht wie all die widerlichen Typen, die sie zuvor hatte. Sie genoss es sich geliebt zu fühlen.
Sie fühlte seine Erregung und wusste das er bald kommen würde, und alles wieder vorbei wäre. Er legte seinen Kopf ganz nahe an ihren, hauchte in ihre Ohr. Voller Sehnsucht legte sie ihre Arme noch fester um ihn.
Er stöhnte immer lauter und als er kam hörte sie noch ein letztes Mal seinen schweren Atem flüstern. Doch was er sagte liess sie erstarren. „Lara.“
Das erste Mal sah sie ihn etwas genauer an. Geschockt riss sie ihre Augen auf. Konnte nicht glauben was sie getan hatte.
Rasch sprang sie auf, zog sich an und wollte davon laufen, doch Lauri packte sie am Arm und zog sie zu sich wieder aufs Bett. „Willst du nicht noch dein Geld haben?“ Das erste Mal in ihrem Leben verletzte sie dieser Satz.
Er griff sein Hose und fischte 100 Euro raus. „ Hier für dich. War schön mit dir,“ flüsterte er in ihr Ohr und küsste sie ein letztes Mal bevor sie davon lief.

Er legte sich zurück aufs Bett und entspannt noch ein bisschen. Nach kurzer Zeit stand er aber wieder auf und zog sich an. Als er nach seinem Hemd griff, viel im ein glänzender Gegenstand auf. Eine Kette lag am Boden. Neugierig hob er sie hoch. Ob sie wohl der Kleinen gehörte? Vorsichtig öffnete er das Amulett. Erschrocken starrte er auf das Bild. „Lara?“, flüsterte er leise. Erst jetzt verstand er was passiert war und wieso sie plötzlich weg wollte, wieso er sie geküsste hatte und sich so unglaublich wohl fühlte. Wie vom Blitz getroffen schoss er auf und rannte zurück zur Bar. Hektisch suchend sah er sich um.

Teil 16

„Wo ist sie bloss? Es kann doch nicht sein, dass ich Idiot sie wieder gehen liess.“ Ich spürte wie die Wut in mir hoch kam. Wieder verliess sie mich, brach mir mein Herz. Ich rannte auf die Strasse , sah mich um doch nichts war zu sehen.
Traurig begab ich mich wieder zu den anderen.
Wieso tat sie das? Und wieso war sie hier in einem Strippclub? War das ihr Geheimnis?

Als er zu Hause ankam liess er sich müde ins Bett fallen, versuchte seine Gedanken unter Kontrolle zu bekommen. Doch es liess ihm keine Ruhe.
Müde ging er auf den Balkon um zu rauchen. Als er die Türe öffnete fand er einen Zettel davor. Er öffnete ihn:

Lieber Lauri

Es tut mir leid was heute passiert ist. Ich wollte dir nicht wieder weh tun.
Bitte denke nicht schlecht über mich, dass heute hat nichts mit meinem Geheimnis zu tun. Ich vermisse dich sehr und doch habe ich Angst dich zu Nahe an mich zu lassen. Ich will nicht, dass du auch stirbst, wie alle die ich geliebt habe. Ja, ich liebe dich und es zerbricht mir das Herz zu wissen, dass wir nie zusammen sein können.
Ich werde gehen für immer, in ein anderes Dasein.

Vergiss mich nie.

In liebe

Lara


Was hatte sie bloss vor? Ein anderes Dasein? Sie wollte doch nicht, oder doch?!

Teil 17


Ich hatte einige Sachen gepackt. Ich setzte mich ins Auto und fuhr zum Hafen. Dort nahm ich die Fähre in ein neues Leben. Ich musste Lauri vergessen, weil ich ihn liebte.
Als die Fähre den Hafen verliess, stand ich an der Absperrung und genoss den letzten Anblick von Helsinki. Ich würde mein Zuhause vermissen, dass wusste ich.
Tränen liefen über meine Wangen.

Nun war 1 Jahr vergangen, doch noch immer dachte ich jeden Tag an Lauri. Sie waren nun hier auch sehr bekannt und ich sah ihn jeden Tag im Fernsehen oder in einem Magazin. Er hatte sich verändert, zu mindest erschien es mir so.
Nicht äusserlich, aber etwas war anders an ihm.
Heute Abend waren sie in meiner Stadt und ich würde zu ihrem Konzert gehen, wollte ihn wieder sehen.
Als ich an der Halle ankam, waren die Türen schon offen. Ich betrat die Halle und stellte mich unauffällig neben die Bar. „Erst mal ein Bier;“ dachte ich mir. Mit dem kühlen Gebräu in der einten Hand und einer beruhigenden Zigarette in der anderen Hand stand ich nun da und starrte erwartungsvoll auf die Bühne. Nach einigen kräftigen Schlücken entspannte ich mich wieder ein bisschen – zumindest stand ich nicht mehr da wie ein Strassenschild. Ich ging nach hinten und setzte mich auf die Treppe die in den oberen Stock führte. Genüsslich zog ich an meiner Zigarette und sah zur Bühne. Die Vorband gab gerade ihr bestes. Ich schloss meine Augen und genoss die Musik. Jemand setzte sich neben mich, doch dass war mir egal, ich war beschäftigt mich an Lauri zu erinnern – zu mindest bis mich mein Nebenan an stiess. „Hey, hast du mal Feuer?“ Ohne auf den Störenfried zu achten, kramte ich nach meinem Feuerzeug und reichte es zur Seite – dass Leute immer mich in meinen Tagträumen stören müssen? Er reichte mir mein Feuerzeug wieder. Ich drehte mich zu ihm und erstarrte. „Das .. das.. kann nicht sein“, dachte ich mir. „Lara? Bist dus wirklich?“, fragte er. Ich nickte zaghaft. „Endlich haben wir dich gefunden. Wieso bist du einfach abgehauen?“, fragte er wie aus der Kanone geschossen. „Pauli, bitte sag ihnen nichts du hast mich nicht gesehen, bitte“, flehte ich und wollte aufstehen. Pauli packte mich grob am Arm und zog mich wieder runter. „Du kannst doch nicht immer davon rennen! Weißt du beschiessen es Lauri geht wegen dir? Du beleibst gefälligst hier!“, schimpfte er. Irgendwie schüchterte mich dieser grossen Brummbär ein, doch ich wusste es durfte nicht sein. Ich riss mich los und verschwand in der Menge.

Ich quetschte ich nach vorne in die 3. oder 4. Reihe. Hierher konnte mir keiner der Jungs folgen ohne von ihren Groupies umgerannt zu werden. Es wurde wieder dunkel und die Kleinen begannen zu drücken und zu quietschen. „ich bin doch auf einem Rockkonzert oder? Wieso quietschen die? “ fragte ich mich. Das Licht ging an und die Jungs standen vor mir auf der Bühne und liessen sich feiern. Nur Pauli stand etwas resigniert da und suchte möglichst unauffällig das Publikum ab. Ich versuchte mich hinter den Fans zu verstecken, leider erfolglos. Paulis Blick blieb an mir haften. Sie begannen zu spielen. Immer noch sah Pauli zu mir, versuchte wohl sicher zu gehen, dass ich nicht davon lief. Schon seit einer halben Stunde ging dies so.
Sie begannen Still Standing zu spielen. Lauri kam näher an die Bühne und die Fans drückten nach vorne. Ich verlor meinen Halt und fiel zu Boden. Mühsam versuchte ich wieder aufzustehen. Ich kroch nach vorne und zog mich am Geländer hoch, ein Fehler wie es sich erwies. Direkt vor mir stand Lauri und starrte mich erschrocken an. Erst jetzt sahen mich die anderen auch. Stille herrschte in der Halle.
Pauli sagte etwas auf finnisch zu einem der Crew-Typen. Er kam auf mich zu und zog mich aus der Menge. Er nahm mich am Arm und zog mich hinter sich nach in den Backstagebereich. Die Jungs entschuldigten sich kurz bei den Fans und spielten weiter. Ich hingegen sass jetzt in der Garderobe mit diesem Typen. Freundlich grinst er mich an und reicht mir ein Bier. „Du bist also die Kleine, die Lauri den Kopf verdreht hat. Mann, Mädchen, was machst du für Sachen. Verdrehst ihm den Kopf und haust ab.“ Erstaunt sah ich ihn an. „Er hat dir von mir erzählt?“ „Erzählt? Du bist gut. Er musste nichts sagen, der war nur noch ein Wrack. Kleines, dieser Mann da draussen liebt dich. Und du doch auch, so wie er mir erzählt hat – zu mindest dachte er das. Aber du lässt ihn leiden.“ „ich will ihn nicht leiden lassen, aber es ist gefährlich mit mir zusammen zu sein. Du kennst mich doch nicht, ihr alle kennt mich nicht!“, schrie ich ihn an. „Stopp, komm mal wieder runter. Wieso sollte ein kleines süssen Girl wie du gefährlich sein?“ „Ich kann nicht darüber reden. Es tut zu sehr weh.“ „Du musst nicht mit mir reden, aber Lauri verdient es die Wahrheit zu wissen, vielleicht kann er dann diese Situation besser handhaben. Zurzeit leidet er nur.“
Ich sah auf meine Hände und schwieg. Es tat mir so leid, ich wollte ihm doch nicht wehtun. Ich schämte mich in Grund und Boden.

Plötzlich wurde die Türe aufgerissen und ich viel vor Schreck fast vom Sofa. „Lara?!“, rief Lauri und viel mir um den Hals. „Wieso bist du einfach gegangen. Wieso hast du mich alleine gelassen?“, fragte er und weinte bitterlich. Ich legte meine Arme um seine Schultern, zog ihn näher an mich und strich ihm sanft über den Rücken.
Immer noch sah ich beschämt zu Boden und schwieg. Ich hörte wir jemand die Tür schloss – wir waren alleine.

Teil 18

Lauri kniete immer noch vor mir und sah mich erwartungsvoll mit seinen verweinten grünen Augen an. Mir wurde schlagartig klar – ich hatte nicht nur mir wehgetan und meine Band verloren, ich hatte der Liebe meines Lebens das Herz gebrochen.
Weinend brach ich zusammen. Lauri zog mich zu sich auf seinen Schoss und legte mir tröstend seine Arme um. „ Bitte bleib hier, geh nicht mehr weg ohne mich“, flüsterte er in mein Ohr. „Du willst mich immer noch? Auch wenn ich dir so wehgetan habe?“ „Ich will dich bei mir haben – an meiner Seite für immer.“ „Aber du kennst mich doch gar nicht. Ich bin ein schlechter Mensch und du könntest nie glücklich sein, wenn du meine Geheimnisse kennen würdest.“ Zärtlich strich er mir die Tränen weg und lächelte mich lieb an. „Erzähl es mir doch, denn ich glaube nicht, dass es etwas an meinen Gefühlen ändern würde.“
„Du wirst mich hassen, wie alle anderen auch.“ „Nein – werde ich bestimmt nicht.“
Ich atmete tief ein. „Ich .. ich habe etwas schreckliches getan. Aber ich war doch so klein. Ich wollte das nicht“. Wimmerte ich. „Lass alles raus, ich bin doch da für dich.“ „Mein Stiefvater hat immer bei mir geschlafen als ich klein war. Ich war 4 Jahre alt und er hat mir immer wehgetan. Irgendwann war es zu viel. Ich wollte nicht mehr, dass er bei mir schläft und mir böse Dinge antat. Ich habe ein Messer mit ins Bett genommen und als er wieder kam, hab ich ihn getötet. Ich hatte Angst und bin davon gelaufen. Ich muss eine Öllampe umgestossen haben, denn das ganze Haus brannte. Ich hab nach meiner Mami gerufen und wollte meine Schwester holen, doch die Flammen waren zu gross und ich zu klein. Ich habe meine Familie umgebracht, verstehst du. Ich bin eine Mörderin und es kann nicht sein, dass du mich noch liebst“, flüsterte ich und brach wieder in Tränen aus.

Lauris Sicht

Weinend lag sie in meinen Armen. Mein Hirn war am Rattern und trotzdem fand ich nicht die richtigen Worte. Sanft strich ich über ihren Rücken. „Du kannst nichts dafür. Du hast dich nur beschützt und der Brand war ein Unfall, du bist keine Mörderin und ich liebe dich trotzdem noch – viel mehr sogar, weil du ehrlich warst und dich mir anvertraut hast. Lara ich liebe dich und ich will dich wirklich bei mir haben und für dich da sein.“ Erstaunt sah sie zu mir hoch. Ihre Augen waren wässerig rot und doch voller Hoffnung. „Du willst mich immer noch?“ Ich nickte und küsste sie sanft.
Ich hatte sie wieder gefunden und war sicher, dass alles wieder gut werden würde.

Teil 19

Später fuhren wir alle ins Hotel. Lara schlief in meinen Armen. Die Beichte schien sie sehr viel Kraft zu kosten. Ich wusste nicht so recht ob ich glücklich sein sollte oder mich um sie sorgen. Wie es ihr wohl das letzte Jahr so erging, alleine in einem fremden Land?
Ich legte meine Arme fester um sie und schloss meine Augen und schlief rasch ein.

Am nächsten Tag

„Auch komm schon. Ich hab dich jetzt wieder gefunden, dann kann ich dich doch nicht einfach hier alleine lassen. Du kommst mit mir zurück,“ jammert Lauri. „Aber ich hab dort doch gar nichts mehr. Meine Band ist weg, ich hab keine Freunde dort und keine Arbeit.“ „Ich hab deine Wohnung mitbezahlt, hast also ein Zuhause, deine Band hat noch keine neue Sängerin und Kellnerin könntest du auch in Finnland sein, obwohl ich nicht dran glaube, dass das dein Traumjob ist,“ kontert er geschickt. Nun stand ich da mit offenem Mund. „Du hast meine Miete bezahlt?“ Zaghaft nickt er. „Wieso?“ „Ich hab immer gehofft, dass du zurückkommst und dann brauchst du doch dein ganzes Zeug noch. Als du weg warst, da hab ich gemerkt wie sehr ich dich vermisse. Auch wenn ich dich kaum kenne, mag ich dich doch so sehr. Jeden Tag hab ich gewartet, dass neben mir laute Musik gespielt wird oder die Balkontür aufgeht und du wieder bei mir bist. Darfst mich auch Hamsterfresse nennen, aber komm mit mir,“ grinste er liebevoll.
„Du hast recht, ich hab hier nichts wirklich.“ „Also kommst du mit mir zurück? In 2 Tagen verlassen wir Deutschland und kehren zurück.“

Kurz darauf gingen wir in meine kleine 2 Zimmer-Wohnung und packten meine Sachen. Ich hatte nicht viel, nur meine Klamotten ein paar CD’s, und was man so zum leben brauchte. Am selben Tag fuhren wir nach Köln. Lauri und ich verkrochen uns in seiner Koje. Ich kuschelte mich an ihn. Zärtlich strich er mir durchs Haar.
„Lara?“ „Ja?“ „Wieso hast du in den Stripclub gearbeitet?“ Lara schluckte schwer.
„Weil man anonym bleibt und gut Geld verdient. Vielleicht auch um mir selber weh zu tun, mich an die Qualen meiner Kindheit zu erinnern. Ich weiss nicht genau. Aber es war schön mit dir,“ grinst sie und wird rot im Gesicht. „Bitte mach so was dummes nie mehr. Ich liebe dich und will dich nicht teilen müssen.“ Lara nickt schuldbewusst. „Ich wollte dir nicht weh tun oder so, aber ich hab echt nicht gerechnet dass du da sein würdest.“ „Vergessen wir das ganze und fangen nochmals von vorne an?“, fragte Lauri. Glücklich strahlt Lara ihn an und küsst ihn leidenschaftlich.

Bald waren wir in Köln angekommen und entspannten etwas in den Gardaroben. Immer noch kuschelte sich Lara an Lauri und genoss seine zärtlichen Streicheleinheiten. Die Jungs wurden auf die Bühne gerufen um den Soundcheck zu machen. Gespannt sass ich am Bühnenrand und sah dem regen Treiben zu.
Ich bekam richtig Lust wieder selber Musik zu machen und vermisste meine alten Bandmates. „Wie konnte ich nur so doof sein und sie hängen lassen. Sie hatten sich wegen mir den Plattenvertrag verloren“, dachte sie sich. Sie hätte sich Ohrfeigen können. „Wieso hatte ich das Talent alles kaputt zu machen. Ich war endlich glücklich in meinem Leben. Ich hatte eine Band, war erfolgreich, liebe Freunde nur die Liebe fehlte mir. Nun hatte ich meine Liebe gefunden und vermisse die Musik. Wieso kann ich nicht einmal mit meinem Leben zufrieden sein?“, fragte sie sich. Genickt stand sie auf und verzog sich während dem Soundcheck in der Gardarobe. Lauris Gitarre lag noch auf dem Sofa. Vorsichtig nahm sie sie hoch und begann rumzuklimpern. Es tat ihr gut wieder zu spielen. Ein Lächeln huschte über ihre Lippen. Sie begann einen alten Song zu singen, denn sie schrieb als sie noch Teenager war….und sich nach Liebe sehnte……

If roses are meant to be red
And violets to be blue
Why isn't my heart meant for you

My hands longing to touch you
But I can barely breathe
Starry eyes that make me melt
Right in front of me

Lost in this world
I even get lost in this song
And when the lights go down
That is where I'll be found

This music's irresistible
Your voice makes my skin crawl
Innocent and pure
I guess you heard it all before

Mister Inaccessible
Will this ever change
One thing that remains the same
You're still a picture in a frame

Lost in this world
I even get lost in this song
And when the lights go down
That is where I'll be found

I get lost in this world
I get lost in your eyes
And when the lights go down
That's where I'll be found
Yeah yeah

I get lost in this world
I get lost in your eyes
And when the lights go down
Am I the only one
Ooh
(Anouk – lost)

Tränen rollten über ihren Wangen und doch fühlte sie sich besser.
„Hast du den Song geschrieben?“, erschrocken drehte sie sich um. „Ja, was machst du hier? Ich dachte du hast Soundcheck?“ Lauri setzte sich neben sie und legte seinen Arm um ihre Schulter:“ Du warst plötzlich weg und da hab ich mir Sorgen um dich gemacht. „Hey ich bin ein grosses Mädchen, ich pass schon auf mich auf.“ Vorsichtig wusch er meine Tränen weg. „Wieso hast du geweint?“ „Ich.. ich weiss nicht wie ichs sagen soll. Ich vermisse mein altes Leben. Ich hab soviel kaputt gemacht, hab alles verloren was mir Spass gemacht hat und meinem Leben seinen Sinn gab. Ich vermiss die Musik. Ich hab es erst realisiert als ich euch auf der Bühne gesehen hab. Ich fühl mich so nutzlos und leer“, weinend brach sie zusammen. Schluchzend lag sie ihn Lauris Armen und weinte sich aus.
„Aber die Band gibt es doch noch. Das wird bestimmt wieder gut. Dein Zuhause hast du auch noch und ich werde auch da sein für dich. Ich liebe dich doch.“ „Wie kannst du sagen du liebst mich? Ich hab dir doch nur immer Ärger gemacht? Ich will dir doch nicht schon wieder wehtun, aber was ist wenn wir doch nicht zusammen gehören? Verdammt ich dreh noch durch! All diese verwirrenden Gefühle und Gedanken“, jammerte sie und hielt ihre Hände vor ihr Gesicht, weinte wieder.
Geschockt sass Lauri neben ihr und starrte sie an. Sollte das heissen, dass sie ihn doch nicht liebte und nicht mit ihm zurückkehren würde?

Teil 20

„Willst du mich wieder verlassen, wieder weglaufen?“ „Nein, aber ich denke wir sollten nichts überstürzen. Ich weiss zurzeit gar nichts mehr.“ Lauri gab ihr einen flüchtigen Kuss auf die Stirn und verliess den Raum wieder. Allein sass nun Lara da und versuchte mühsam ihre Gefühle einzuordnen.
Die Tür ging wieder auf und Eero setzte sich zu ihr. „Lara? Was ist los mit euch? Lauri kuckt schon wieder wie 7 Tage Regenwetter.“ „Ich weiss nicht. Ich bin mir einfach unsicher. Ich mag ihn aber ob es reicht ihn glücklich zu machen weiss ich nicht. Ich will ihm nicht wehtun.“ „ Solche Dinge weiss man nie im vor aus. Kurz vor meiner Hochzeit habe ich auch kalte Füsse bekommen. Ich hab mich gefragt ob meine Frau je glücklich sein würde wenn ihr Mann immer auf Tour sein würde. Aber nun weiss ich es geht. Man muss nur viel reden und ehrlich sein. Versuch es einfach ohne gross nachzudenken. Ihr liebt euch beide, sonst würdest du dir keine Sorgen um ihn machen.“ Dankend viel ich ihm um den Hals. „Wo find ich Lauri?“ „Auf der Bühne oder auf dem Dach.“ Rasch lief ich los. Auf der Bühne war er nicht, also rannte ich aufs Dach. An die Wand gelehnt sass er da, rauchte und schien in Gedanken versunken zu sein. Vorsichtig setzte ich mich neben ihn. „Es tut mir leid, wenn ich dir wehgetan habe. Ich glaub ich habe einfach zu sehr Angst dir weh zu tun, oder dass ich plötzlich nicht mehr gut genug für dich bin. Ich mag dich so sehr und ich denke ich möchte wirklich mit dir zusammen sein. Gibst du mir noch eine Chance?“

Teil 21

Erschrocken sah er mich an. „Bist du dir sicher, dass du das willst?“ Ich nickte und sah ihn flehend an. Er nimmt mich in den Arm und drückt mich fest an sich. „Ich bin so froh, dass du bei mir bleibst. Auch wenn wir uns nicht so lange kennen, ich weiss ich liebe dich. Und wenn wir zuhause sind, haben wir ganz viel Zeit für uns. Dann wirst du sehen, dass es zwischen uns stimmt. Erinnere dich daran wie du mich gepflegt hast. Ich habe mich so wohl gefühlt. Oder als ich dich in den Arm genommen habe, als du geweint hast. Es hat sich alles so gut angefühlt. Seit dem bin ich mir sicher, dass ich dich an meiner Seite haben möchte. Du bist einfach nicht mehr aus meinem Kopf gegangen. Ich hätte nie gedachte, dass ich mich jemals so verlieben würde“, grinste er glücklich und küsste mich nochmals.
„Lauri? Wäre es möglich, dass ich einen festen Job in der Crew bekomme, dann müsste ich nicht allein Zuhause sitzen wenn du wieder unterwegs bist.“ „Ich wird mal unser Management fragen. Aber jetzt muss du dich noch nicht sorgen, bald sind wir zurück und dann wird erst mal entspannt. Ausserdem müssen wir noch was mit deiner alten Band abklären. Ich denke die vermissen dich auch ganz schön.“ Ich lehnte mich an ihn und genoss die Ruhe. „Nicht einschlafen bald müssen wir los“ Ich öffnete die Augen und blinzelte ihm müde entgegen. „Ich denke du gehst lieber ins Bett, sonst überlebst du die Abschlussfeier heute Abend nicht.“ Ich nickte und setzte mich wieder gerade hin. „Lass uns gehen.“ Lauri stand auf und zog mich zu sich hoch. Hand in Hand liefen wir zum Tourbus. Natürlich liess er es sich nicht nehmen, mich in die Koje zu stecken und zu zudecken. Noch einmal küsste er mich und legte sich dann neben mich. Sanft legte er seinen Arm um mich und streichelte sanft meinen Arm. Irgendwann schlief ich sanft ein...

Teil 22

„Aufwachen, jetzt wird gefeiert!“, durch nerviges Schütteln wurde ich aus meinen Träumen gerissen. „Was.. wie.. wo?“ Lauri sass neben mir mit einem breiten Grinsen. Seine Haare hingen nass runter. „Ich hab dich vermisst“, flüsterte er und küsst mich zärtlich. Sanft griff er nach meiner Hand:“ So und jetzt feiern wir und ab morgen können wir endlich alleine sein und die freie Zeit geniessen.“ Ich küsste ihn noch mal sanft auf die Lippen und krabbelte aus der Koje. Alle sassen schon mit Flaschen bewaffnet in der Sitzecke und plauderten fröhlich. Die Musik wurde etwas lauter, da ich ja wach war. Sie hatten wirklich rücksichtig darauf genommen? Ich lächelte ihnen entgegen und setzte mich auf den freien Platz neben Lauri. Er drückte mir eine Flasche Bier in die Hand und legte seinen Arm um meine Schulter. Gemütlich lehnte er sich zurück und lachte gerade über einen Witz. Alle schienen überglücklich zu sein, nach Hause zu kommen.
Ich nahm einen kräftigen Schluck und lehnte meinen Kopf dann an seinen Arm und lauschte dem regen Treiben.
Naja ein paar Stunden später war es zwar nicht mehr so laut aber um so lustiger. Die meisten konnten kaum noch stehen, was sonst schon schwer war in einem fahrenden Bus. Immer wieder fiel einer zu Boden, wobei alle in lachen ausbrachen. Mein Bauch tat mir schon weh vor lachen.
„Ach Jungs hört auf ich krieg keine Luft mehr vor lachen“, jappte ich. „Ich wird dich dann schon beatmen, keine Angst“, grinste Aki rüber. Dieser sah auch keinen Meter aus seinem Kopf und das lag bestimmt nicht nur dran dass seine Brille schief im Gesicht hing. Wie konnten die nur so viel saufen? Forschend sah ich Lauri an. Der schien noch putzmunter zu sein, grinste frech vor sich hin. Ich rutschte etwas zu ihm rüber. „Weißt du dass du einen leckeren Hals hast?“, grinste ich versaut. Lauri kuckt mich mit Kulleraugen an. Ich rutsch noch was näher und beginne seinen Hals zu küssen, lecken und knabbere an ihm. Ich höre ihn seufzen. Ich rutsche noch näher und setzte mich auf seinen Schoss. Vielleicht hatte ich doch mehr intus, als ich mir zugestehen wollte. Meine Hände suchten sich ihren Weg unter sein Shirt. Auch er strich sanft über meine Seiten. Innig küssen wir uns. Sanft streichelt seine Zunge über meine. In meinem Bauch beginnt es wieder zu kribbeln. Ich liebe dieses Gefühl – Ich spüre ich lebe. „Hey nehmt euch ein Hotelzimmer oder lasst mich mitmachen“, nuschelt Aki vor sich hin. Ich lasse von Lauri ab und grinse Aki an. „Hättest du wohl gerne.“ „Mano ich bin besoffen und ihr macht vor mir rum. Ich garantiere für nix Leute.“ Fragend sehe ich Lauri an. Dieser grinst mich nur an und zuckt mit den Schultern. Vorsichtig schiebt er mich von sich runter, steht auf und zieht mich hinter sich zu den Kojen. „Ist zwar nicht bequem, aber Aki-Gesichert“, lächelt er und zieht mich zu sich auf Bett. Sanft beginnt er wieder meinen Hals zu küssen. Seine Hände streichen sanft über meinen Rücken. Ich liebe es seine Hände auf meiner nackten Haut zu spüren. „Ich bin froh, wenn wir Zuhause sind, da hab ich ein schönes grosses Bett für uns“, flüstert er mir sanft zu. Seine Augen strahlen mir zu. „Hmm.. da weiss ich schon viele schöne Dinge die ich mit dir anstellen werde“, zwinkere ich ihm zu und sein Grinsen wird breiter. „Ich wusste gar nicht, dass du so versaute Gedanken hast.“ „Na dann haste wieder was gelernt.“ Wir kuschelten noch ne Weile bis wir beide irgendwann einschliefen.

Teil 23

Endlich Zuhause!!!!! Ich freu mich wie ein Kleinkind an Weihnachten als ich endlich meine Wohnung wieder betreten kann. Erschöpft lasse ich mich auf mein Sofa fallen. Lauri ging auch in seine Wohnung um sich auszuruhen, also habe ich den Rest des Tages Zeit für mich. Mit letzter Kraft rapple ich mich auf und gehe ins Schlafzimmer um mich erst einmal hinzulegen. Der Schlaf im Tourbus ist halt nicht der selbe wie in einem richtigen Bett. Müde schliesse ich meine Augen und schlafe sofort ein.

Lauris Sicht:

„Oh Man erst mal duschen,“ denke ich mir und zieh mir rasch die Klamotten aus. Das warme Wasser tut gut und langsam werde ich wieder wach. Rasch hüpf ich wieder aus der Dusche und trockne mich ab. Notdürftig wickle ich ein Handtuch um meine Hüfte und gehe ins Schlafzimmer. Dort such ich mir frische Klamotten raus und zieh mich an. Ich muss noch an meiner Überraschung für Lara arbeiten. Heute Abend sollten ihr die Augen aus dem Kopf fallen. Natürlich nicht Wort wörtlichgenommen. Sie soll sich einfach nur wieder Zuhause fühlen und glücklich sein.
Ich greife nach meinem Handy und ruf allen an um meinen Plan durchzusprechen.

Es ist Abend und ich klopfe an Lara Balkonscheibe. Langsam öffnet sie die Tür und grinst mich breit an. „Ich glaub ich muss dir echt nen Schlüssel geben oder die Balkontür für immer offen lassen.“ „Danke, aber ich hab schon einen Schlüssel. Der Abwart hat ihn mir gegeben.“ Sie lächelt mich glücklich an und küsst mich sanft. „Machst du dich bitte bereit, ich will mit dir noch wohin?“ Sie nickt skeptisch und geht ins Bad. 10 Minuten später steht sie geschminkt vor mir. „Und nimmst du mich so mit.“ Ich nicke und gebe ihr wieder einen sanften Kuss. „Ich bin so froh, dass ich dich bei mir haben kann,“ flüstere ich ihr zu und drücke sie an mich. „Ich bin froh, dass du mich nach all dem Ärger noch willst.“ Ich greife ihre Hand und ziehe sie auf den Balkon in meine Wohnung. „ÜBERRASCHUNG!!“, schreit eine Meute auf einmal. Lara zuckt zusammen und versteckt sich hinter mir. Nach einer Schrecksekunde begann sie wohl zu realisieren wer diese Leute waren und sprang dem erst besten um den Hals und quietschte vor Freude. Als sie alle geknuddelt hatte rannte sie zurück zu mir und viel mir glücklich um den Hals. „Ich liebe dich Lauri. Danke für die tolle Überraschung.“ Leidenschaftlich küsst sie mich. Wir setzten uns alle und reden über alles. Was sie alles erlebt hat, wieso sie weggelaufen ist und wie es weitergehen soll mit ihrer Band. Ich bin froh wieder ihre strahlenden Augen zu sahen.

Teil 24

Wochen später

Laras Band hatte sich nochmals zusammen gerauft. Nun waren sie zeitgleich wie wir am schreiben von neuen Songs. Beide Bands verstanden sich super und auch die Zusammenarbeit mit ihnen war sehr einfach. Sie waren nun auch bei Dynasty unter Vertrag.
Zur Zeit waren Lara und ich auf Wohnungssuche. Irgendwie ist es mühsam nicht zusammen zu wohnen und bald würden wir auch auf Tour gehen. So mussten wir wenigstens nicht mehr zwei Wohnungen zahlen.
„Was studierst du wieder so rum?“, frage ich sie. „Ach nur ob ich auch alles eingepackt habe.“ „Gibs auf irgend etwas wirst du immer vergessen“, lache ich. Seufzend lässt Lara sich neben mich fallen. „Hast du denn schon alles gepackt“, ich nickt. „Für irgendetwas habe ich eine Checklist. Dann muss ich nicht die ganze Zeit überlegen ob ich was liegen lassen.“ „Du hast ne Checklist?! Ich will auch! Her damit!“ „Die nutzt dir nicht viel. Oder vergisst du deinen Rasierer immer? Denk lieber an die Pille.“ Stolz grins ich mir einen ab. „Welche Pille?“, fragt sie. „Oh mein Gott! Du willst mir doch nicht angeben, dass wir ohne Verhütung.. du weißt schon was ich meine?!“ Mein Herz bleibt stehen, Schweissausbruch um Schweissausbruch überkommt mich. „War nur ein Scherz“, lacht Lara los. „Och, ich hasse dich. Ich hatte fast nen Herzkasper.“ „Naja, nur fast stimmt’s? Was würdest du machen wenn ich wirklich schwanger wäre?“ „Erst mal mit den Jungs saufen gehen, wegen dem Schock, dann Bücher und Videos kaufen, dich beim Schwangerschaftskurs anmelden und Pornos kaufen – natürlich nur für die Zeit wo du nicht mehr kannst“, grinse ich breit. „Du weißt hoffentlich das Frauen wenn sie schwanger sind immer können?“ „Ok, für die Zeit bei der ich nicht mehr will.“ „Du meinst – nicht mehr kann. Bei dem Anblick auch schwer was?“ „Ist heute grosser Ärger Lauri Tag?“ „Ne, das wär doch Weihnachten für dich?“
„Ich hab dich auch lieb.“ „Echt?! Ich dich auch.“ Der Bus macht sich vor dem Haus bemerkbar also packen wir unsere Taschen und machen uns auf den Weg nach unten.

Die Tour läuft super. Alle Konzerte sind ausverkauft und Laras Band wird von den Fans akzeptiert. Zuerst hatte ich ein bisschen Schiss ob die Fans meine Freundin respektieren würden. Bis jetzt schien es super zu gehen.

Ich stehe gerade wie jeden Abend auf der Bühne. Nun würde unser gemeinsamer Song dran sein. Wir haben zusammen ein Duett geschrieben – einfach der Hammer. Mein Schweiss rinnt mir über den ganzen Körper, mein Herz rast und mein Atem ähnelt bald einem Hecheln.
Lara betritt wie Bühne und beginnt mit der ersten Strophe. Ich setzte mit ein. Sie läuft zu mir hinüber, sieht mir tief in die Augen. Sie glitzern vor Glück.
Hand in Hand stehen wir nun dort und singen unser Lied.

Es geht dem Ende zu. Die letzten Wort verlassen ihren Mund. Die Musik wird leiser.
Ich setzte das Mikro an:“ Ich liebe dich Lara. Du bist mein Engel für immer.“ Ich ziehe sie zu mir und küsse sie leidenschaftlich. Ich vergesse alles, sogar der tosende Applaus verschwindet für einen kurzen Moment des absoluten Glücks. Nie mehr würde ich sie gehen lassen.

Ende










Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung