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I'm walking in the park And I'm talking to the dark But there ain't nobody listening My heart has turned to stone When I found myself alone Now all I do is whisper to the dark

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Make me blind, cover my eyes

Da sitzt sie wieder, genau wie gestern. Sie wirkt so zierlich und zerbrechlich und doch strahlt sie eine ungeheure Stärke aus. Wer sie wohl ist? Gestern hatte ich mich nicht getraut sie an zu sprechen und wie ich mich kenne heute auch nicht. Wie kann ich Idiot nur so schüchtern sein!?

Ihre Schönheit bannt meinen Blick an sie. Ihre Freundin bringt ihr wieder ein Drink, lächelte sie an und flüstert ihr was zu. Sie scheint erschrocken zu sein über das was sie ihr sagt. Ihre Freundin lächelte mir zu. Ich blicke zu Boden, spüre wie meine Wangen glühen.
„Sprich sie doch endlich an. Hast doch nichts zu verlieren,“ meinte Aki grinsend. „Ich kann nicht. Ich weiss nicht wie.“
Die zwei Mädchen stehen auf und gehen auf die Tanzfläche. Mein Engel schliesst die Augen und tanzt. Geschmeidig wie eine Katze bewegt sie sich zur Musik.
Aki zieht mich auf die Tanzfläche. „Nein, ich kann doch nicht tanzen,“ ging es mir durch den Kopf. Doch zu spät, schon standen wir neben den Mädchen.
Aki schnappte sich die Freundin und tanzte mit ihr. Ich fühlte mich wie der letzte Idiot.
Plötzlich blieb Sie stehen, bewegte sich nicht mehr. Sie rief etwas, doch ihre Stimme wurde von der dröhnenden Musik unterdrückt.
In ihren Augen spiegelt sich die pure Verzweiflung. Was hat sie bloss?
Sie hält sich an dem Pfeiler neben ihr, beginnt zu weinen und gleitet langsam zu Boden. Ich gehe in die Knie und lege meine Hände auf ihre Knie. Sie zuckt zusammen. Ich nehm sie auf meine Arme und trage sie raus.
Verängstigt sitzt sie nun neben mir.

Faiths Sicht

Wieder sitz ich hier in diesem dummen Club. Was solls, besser als mich zu verstecken. Amy bringt mir meinen Drink und flüstert mir zu: „ Da steht ein Typ, der gleiche wie gestern und starrt dich die ganze Zeit an.“ Geschockt sah ich sie an...
Amy zog mich auf die Tanzfläche. Wie immer liess ich mich von der Musik leiten. Es machte mir Spass und für einen Moment war ich nicht anders als alle anderen jungen Leute hier.
Plötzlich hatte ich ein komisches Gefühl in mir.. ich wurde unruhig und rief nach Amy. Keine Antwort. Neben mir war ein Pfeiler. Ich hielt mich fest und liess mich daran runtergleiten. Tränen füllten meine Augen, Angst lähmte mich.
Jemand berührte meine Knie, aber es war nicht Amy, sie benutzte kein Aftershave. Dieser jemand hob mich hoch und brachte mich vor die Tür. Die frische Luft tat gut. Beschützend legte der Fremde seine Arme um mich, liess mich an sich anlehnen.

„Wie heisst du?“ fragte eine sanfte Männerstimme. „Faith und du?“ „Lauri. Was war vorher mit dir? So sahst aus als hättest du Todesangst.“ Sie lachte sanft:“ Du hast es nicht bemerkt.“ Fragend seh ich sie an, doch sie starrt immer noch auf den Boden.
„Was soll ich bemerken?“ „Ich bin blind. Ich hab meine Freundin nicht mehr gefunden, und hab Panik bekommen.“
„ Tut mir leid, dass hab ich nicht mitbekommen. Deine Freundin tanzt mit meinem Freund.“ Faith lächelte verlegen: „ Dann musst du der Typ sein der mich immer angestarrt hat?“ „ Emm.. j.. ja. Aber woher weißt du das?“ „Amy hat es mir gesagt. Find ich süss von dir.“
Faith schlingt ihre Arme um seinen Oberkörper und drückt ihn sanft an sich.

Teil 2

Ich lege meine Arme um sie. „wieso sie mir so vertraut?“ fragte ich mich.
„Darf ich..?“ fragte sie plötzlich. „Was denn?“ Sie dreht sich mit ihrem Gesicht zu mir, „Schliess deine Augen“, sagte sie und strich sanft über mein Gesicht, Stück für Stück. „Was hast du für eine Augen- und Haarfarbe?“ „ Schwarze Haare und grüne Augen.“ Sie grinst mich lieb an, ihre blauen Augen strahlen mir entgegen.
„Was grinst du so?“ „ Nichts versuch mir nur gerade vorzustellen, wie du wohl aussiehst.“
„Und was denkst du?“ „ Süss“, grinste sie,“ ein Typ mit so einer süssen Nase muss einfach zum knuddeln sein.“
Sie setzte sich auf meinen Schoss und sah mich an. Irgendwie wirkte es nicht so als wäre sie blind. „Wie kann es sein dass du blind bist und mich trotzdem so ansiehst, als würdest du direkt in meine Seele sehen?“ „ Ich war nicht immer blind. Ich hatte vor 3 Jahren einen schlimmen Autounfall, bei dem auch mein Freund starb. Durch den Aufprall hab ich meine Augen verletzt. Nur wenn es hell ist, kann ich noch so eine Art Schatten erkennen, aber so wie jetzt bei Dunkelheit, bin ich blind. Daher kann ich mir auch vorstellen wie schön deine grünen Augen sein müssen, denn ich kenn die Farbe ja.“
Etwas geschockt sah ich sie an. „Es tut mir leid, es muss sehr schlimm gewesen sein.“ Sie nickt sanft:“ Aber ich habe noch ne Chance. Seit ich aus dem Krankenhaus bin spare ich auf eine Operation, die könnte mir das Augenlicht zurück geben. Aber ich muss noch ein Jahr sparen dafür.“ Sie legt ihren Kopf an meine Schulter, ich spür ihren Atem an meinem Hals.
Ich stosse die etwas weg von mir, so dass ich ihr Gesicht sehen kann, kleine Tränen fliessen über ihre Wangen.
Sanft streiche ich sie weg. „Ich muss es einfach tun,“ denke ich mir. Zart lege ich meine Hände auf ihre Wangen und ziehe sie leicht zu mir. Zärtlich küsse ich sie.
Sie hat nichts dagegen, legt ihre Hände in meinen Nacken und zieht sich noch etwas näher zu mir.
Sie küsst so liebevoll. Wenn ich daran denke, dass vor kurzer Zeit mich nicht mal getraut habe mit ihr zu reden und jetzt sitzen wir hier und küssen uns.
Sie entfernt sich etwas von mir und sieht unsicher zu Boden. Ihre zarten Finger streichen sanft über meine Hände.
„Hab ich was falsch gemacht, du siehst so traurig aus“, fragte ich unsicher.
„Nein, du bist nur der erste der mich, seit ich blind bin. Normalerweise wollen Männer nichts mehr von mir, wenn sie es wissen. Kein Mann will einen Krüppel als Freundin. Sie sehen mich als Hindernis.“ Geschockt sah ich sie an. „Du bist kein Krüppel und auch kein Hindernis. Ich mag dich, ob du mich sehen kannst oder nicht.“ Insgeheim wusste ich, dass ihre Blindheit eher das Gegenteil war. Sie mochte mich, weil ich nett bin und nicht weil ich ein Rockstar bin.
„Sollen wir Amy suchen?“ fragte ich. „Nein, lass mal. Wenn sie schon mal Spass hat mit deinem Freund. Können Wir meine Sachen holen, ihnen Bescheid sagen und dann zu mir gehen. Da lauf ich wenigstens in keine Tische rein“, grinste sie verlegen.
Ich nahm ihr Hand und half ihr hoch. Sie hielt mich am Ellbogen fest und lief neben mir.
Sie vertraut mir völlig – ging es mir durch den Kopf.
Wir fanden die anderen Zwei rasch. Aki sah mich schief an, Amy muss ihm wohl das über Faith erzählt haben. Gemütlich spazierten wir zu Faith nach Hause.
Bei ihrer Wohnung angekommen staun ich nur noch. Es ist wunderschön hier, gemütlich, farbig und sehr gut eingerichtet.

„Setzt dich ruhig. Möchtest du auch ein Bier?“
„Ja, gern. Sieht toll aus hier.“
Faith geht zum Kühlschrank, als könnte sie sehen, sie war kein bisschen unsicher, nicht wie auf der Strasse.
„Hier, und nochmals Danke für alles.“
„ Ist ok, ich mein ich konnte dich doch nicht einfach am Boden lassen.“
Sie gab mir sanft einen Kuss auf die Wange. Dann lehnte sie sich zurück.
„Erzähl mir was von dir, bitte.“
„Was denn so?“ fragte ich. „Alles was du machst und so.“
„Ach nichts wichtiges.“ Ich griff nach der Gitarre die neben mir stand und begann etwas zu spielen. Faith lächelte mich freudig an.
„Du spielst gut.“ „Danke, darf ich dir was vorspielen?“ „Klar, was den?“
„Einen Song den ich vor langer Zeit geschrieben hab. Er heisst Liquide.“
Gespannt sass sie da und hörte zu. Plötzlich sang sie mit. Ihre Stimme war wunderschön, wie die eines Engels.
„Du kennst den Song. Ja hab die CD, aber weiss nicht wie die Band heisst, kann ja schlecht lesen. Hast du den Song wirklich geschrieben?“
„Ja, die Band heisst The Rasmus und ich bin der Sänger.“ „Muss dir wohl glauben, kann ja nicht das Gegenteil behaupten, aber die gleiche Stimme hast du. Ich mag sie.“
„ Danke du singst auch gut. Wie ein kleiner Engel.“ „So klein bin ich auch nicht, bin immerhin 1.63m.“ „Ok, mein grosser Engel.“ „Schon besser,“ grinste sie und küsste mich zärtlich. Ich legte die Gitarre zur Seite. Mit sanftem Druck bewegte ich dazu sich hinzu legen. Vorsichtig legte ich mich auf sie stützte meine Arme neben ihr ab. Wir küssten uns leidenschaftlich. Faith schlingt ihre Beine um meine Hüfte und lässt mich ihr ganz nahe fühlen.
Ich kann nicht mehr, ich will mehr .... meine rechte Hand gleitet unter ihr Shirt. Ich streich sanft über ihre zarte Haut. Sie ist einfach der Wahnsinn geht es mir durch den Kopf. Ich schiebe ihr Shirt hoch, küsse ihren Bauch, immer fordernder.
Sie drückt mich von sich weg und steht auf. „es tut mir leid, ich bin wohl zu weitgegangen“, entschuldige ich mich. Sie lächelt nur greift nach meiner Hand und führt mich in ihr Zimmer.
Dort steht ein riesiges Bett, ganz in schwarz. Schwarze Mückennetze hängen darüber. Sie schubst mich leicht. Ich sitzt nun auf ihrem Bett und sie steht vor mir.
Langsam öffnet sie ihr Hemd. Dann setzt sie sich auf meinen Schoss.
Sie küsst meinen Hals zärtlich und zieht mir mein Hemd aus.
Nun drehe ich den Spiess um. Ich schlinge meine Arme um ihre Hüfte und legte sie aus Bett. Langsam öffne ich ihren Rock und zieh ihn ihr aus.


Teil 3

Ich wache langsam auf und drehe mich zu meinem Nachttischchen. Vorsichtig taste ich nach der Uhr. Der Zeiger steht auf neun.
Langsam taste ich mein Bett ab, aber es ist leer. „Er ist wirklich gegangen“, geht es mir durch den Kopf.
Ich steh auf und geh in die Küche, erst mal einen leckern Kaffee trinken.
Gemütlich setzte ich mich auf die Couch und höre meinen AB ab. Eine Nachricht von Lauri ist darauf.
„ Hi Faith, tut mir leid dass ich so schnell verschwinden musste aber ich hatte noch einen Termin. Wie wäre es heute Abend mit einem Abendessen? Ich koche für dich und keine Angst ich vergifte dich nicht – Ehrenwort. Freu mich auf deine Antwort. Meine Nummer ist .........
Ich hab dich lieb und bis später.“

Faith huschte ein Lächeln übers Gesicht. Klar wollte sie ihn wiedersehen. Schnell tippte sie seine Nummer ins Telefon und wartete nervös darauf das er abnahm.
„ Hallo?“
„Hi Lauri, ich bins Faith.“
„Oh, hy Faith, gut geschlafen?“
„Ja, nur schade das du nicht mehr da warst. Wegen heute Abend, klingt gut für mich.“
„ Wirklich? Und keine Angst von meinen Kochkünsten?“
„ Ne, bin ganz tapfer“, grinste Faith.
„ Dann ist ja gut. Sagen wir um 8 hol ich dich bei dir ab.“
„ Ja ist gut. Mal sehen wie oft ich bei dir in irgendwas rein renne.“
„ Ich werde auf dich aufpassen und alles mit Kissen abdecken“, lachte Lauri.
„Also bis dann. Hab dich lieb.“
„ Hab dich auch lieb, freu mich.“

Überglücklich legte sie den Hörer auf.

Teil 4

Nun war es 7 Uhr und Amy war gekommen um mir beim Outfit und den Haaren zu helfen. Nervös sass ich auf dem Stuhl. „ Was ist eigentlich da zwischen euch gelaufen?“, fragt mich Amy scheinheilig. Obwohl ich nichts sehen kann weiss ich genau wie breit ihr Grinsen ist. „Was meinst du?“ „ Ach tu doch nicht so. Aki hat mir schon geschrieben, dass da was war, sonst würde Lauri nicht den ganzen Tag schon dumm rum grinsen, wie er gemeint hat.“ „ Und was läuft da mit Aki, häh?“
„Was meinst du?“ „Naja wenn da nix wär wieso schreibt er dir ne SMS und wieso tratscht ihr über uns.“
„Ich weiss nur dass er dich mag und wollte nur wissen ob es dir auch so geht.“ „Amy, ich sitze hier und dreh vor Nervosität schier durch, ja ich mag ihn.“
So ging es die ganze Zeit weiter, bis ich fertig gestylt war und es an der Türe klingelte.
Ich öffnete die Tür. „ Wow, Faith du siehst wunderschön aus.“ „ Danke, können wir gehen?“ „ Ich habs mir anders überlegt.“ Mein Lächeln verschwindet. „Wie, anders?“
Wir essen hier bei dir, damit du nicht irgendwo rein rennst. Ich hab Pizzen hier, dann brauchst du auch keine Angst haben, es nicht zu überleben.“
„Ist ja süss wie du dir sorgen machst. Komm rein und setzt dich. Kann ich dir was zu trinken bringen?“ „ Ja ein Bier wär toll.“
Sie ist echt süss, ist nicht wütend dass ich noch kurzfristig die Pläne geändert habe. Sie setzt sich neben mich und reicht mir das Bier. Ich stelle die Flasche auf den Tisch. Ich drehe mich zu ihr und streiche zart ihre Wangen. Sanft küsse ich sie auf ihre Lippen. Sie fühlen sich zart wie Seide an. Sie ist einfach der reinste Wahnsinn.
Ich hätte nie gedacht, dass ich mich so kurzer Zeit mich so sehr verlieben könnte.

Später machten wir dann die Pizzen und stopften uns so richtig voll.


Teil 5

„Sie sieht echt süss aus, wie sie wohl etwas zu grossen Stücke ins sich stopft,“ denke ich mir. „ Du siehst aus wie ein kleiner Hamster wenn du die Pizza so in dich stopfst“, grinste ich sie an. „Ich weiss, aber ich liebe nun mal Pizza und dann Hamster ich immer so“, lächelte sie fröhlich zurück. Faith greift nach meiner Bierflasche:“ Die ist ja leer. Willst du noch eins?“ „Ja gern, aber ich kanns auch selber holen. Möchtest du auch noch eins?“ Faith nickt mir zu und ich geh in die Küche. Als ich zurückkomme lächelt sie mir schon zu: „ Mit was hab ich eigentlich so jemanden liebes verdient?“ „ Weil du ein Engel bist, und Engel nur das Beste verdienen.“ Faith lief etwas rot an, was sie noch süsser aussehen liess.
„ Ich wollte dich noch etwas fragen. Hättest du Lust morgen zu meinem Konzert zu kommen.“ „ Gerne, aber da wird ich doch nur zerdrückt.“ „ Nein, du kommst Backstage und kannst am Bühnenrand sitzen, da passiert nichts, ich pass auf dich auf.“ Sie lächelt mich an und schlang ihre Arme um meinen Hals. „ Ich hab dich lieb“, flüsterte sie mir zu.
Ich drück sie ganz sanft an mich. Ich fühle ihren langsamen ruhigen Atem auf meinem Hals. Ich schliess meine Augen und geniesse es einfach nur sie zu halten.
Ich liebte sie über alles, dass wusste ich, aber wie sollte ich es ihr Beweisen.
Ich hatte die Idee...“ Das wäre doch perfekt...“

Einen Tag später.....

„ Vorsicht 3 Stufen“, sagte Lauri als er mich in die Halle führte. Doch zu spät, ich stolperte bereits. Zum Glück hielt er bereits meine Hand und konnte mich auffangen. „Das nächste Mal bitte etwas früher, oder ich stell einen neuen Rekord im blaue Flecken bekommen auf.“ „ Tschuldigung, das ist eben alles noch neu für mich“, sagte ich entschuldigend. Sie grinste mir frech zu. Ich liebte dieses Lächeln und ich war froh dass sie nicht schnell böse wurde, immer hin wäre sie jetzt bereits zum 6-mal gestürzt wegen mir.

In der Gardarobe angekommen führte ich sie zum Sofa. Gemütlich lehnte sie sich zurück und schloss ihre Augen. Ich setze mich neben sie und legte meinen Arm auf die Sofalehne. Sie legte ihren Kopf an meine Schultern und genoss es einfach da zu sitzen.
„Wann spielt ihr denn? Ich meine haben wir noch genug Zeit?“ fragte sie vorsichtig. „In ca. 2 Stunden. Du siehst etwas müde aus, wenn du willst kannst du etwas schlafen.“ Sie lächelt mich müde an und legt ihren Kopf auf meine Schoss, schliesst ihre Augen und schlief mit einem Lächeln auf den Lippen ein.
Zart streiche ich über ihre Wangen, beobachte sie beim träumen.
Nach einer Weile geht die Tür auf und die Jungs kommen rein. Verwundert schauen sie mich an. „Hi Jungs, seit nicht so laut, Faith schläft.“ „ Wer ist sie und was macht sie hier?“, fragt Eero und kommt aus dem Staunen nicht mehr raus.
„ Das ist seine Freundin, ich wusste es doch“, grinst Aki.
Lauri erzählte den Jungs alles.
Bald würden sie auf die Bühne müssen, deshalb weckte Lauri Faith auf. Etwas verwirrt sah sie sich um. Wegen dem nur sehr schwachen Licht in dem Raum konnte sie nicht mal Schatten erkennen. „Was ist denn?“ „ Wir müssen bald auf die Bühne.“ „Oh, ok. Kannst du nicht das Licht stärker machen, ich kann nichts erkennen.“ „Ja, Klar. Pauli kannst du mal?“ Noch verwirrter sah nun Faith in Lauri Richtung. „ Ach ja, die andern sind jetzt auch da.“ Faith lächelte etwas verlegen. „ Lauri kannst du mir einen Zigarette anzünden?“ fragte Faith während sie sich wieder richtig auf die Couch setzt. Er zündet ihr eine an und führt ihre Hand zur Zigarette, damit sie sich nicht verbrannte.
„Danke“, sagt sie als Lauri ihr noch den Aschenbecher gab. Das Licht war nun etwas besser und sie konnte leichte Umrisse erkennen.


Teil 6

„ Hi Jungs, Zeit für euch um auf die Bühne zu gehen“, sagte er Mann der ohne Anklopfen reinkam. Lauri nahm mich an der Hand und führte mich zum Bühnenrand. Ich setzte mich auf den Boden und hielt Lauris Hand. Als er los musste gab er mir noch einen Kuss und strich mir aufmunternd durchs Haar.

Sekunden später hörte man Schreie, gefolgt von ersten Takten einer ihrer Songs.
Ich schloss meine Augen und lauschte der Musik.
Alles schien so unreal zu sein, nicht greifbar. So in meiner eigenen Welt versunken merkte ich nicht dass das Konzert vorbei war. „ Faith alles in Ordnung? Wieso weinst du?“, fragte Lauri. „ Hmm..?“, fragen sah ich ihn an und bemerkte erst jetzt meine nassen Wangen. „ Ich weiss nicht, ich hab es gar nicht bemerkt.“ Tröstend nahm er mich in seine Arme. „ Übrigens das Konzert war toll. Ich hab alles um mich herum ganz vergessen“, lächelte ich ihm zu. Zärtlich küsste er mich. Er muss ja ziemlich rumgezappelt haben, denn seine Kleidung war triefend nass. „ Geh lieber mal duschen, bevor du dich noch erkältest“, grinste ich ihm zu. „ Ok, Komm aber mit runter in die Gardarobe.“ Er nahm mich an der Hand und zog mich nach unten.
Als wir in den Raum traten, beschwerte sich Aki gleich , von wegen Mädchen sollen ihm beim umziehen nicht sehen. Faith legte ihren Kopf schief und sah fragend in Akis Richtung. „Blödmann ich bin blind.“ „ Sorry habs vergessen“, wütend sah Lauri ihn dabei an. „ Überleg doch einmal im Leben bevor du was sagst“, maulte Lauri ihn an.

Faith setzte sich wieder aufs Sofa und wartete. Nach einer Stunde waren alle bis auf Lauri fertig. „Was macht der so lange?“ fragte Faith. Pauli begann zu lachen:“ Er stylt seine Haare, dass kann noch dauern.“ Faith stand auf und ging vorsichtig zu Lauri:“ Schatz, du musst dich nicht für mich schön machen, seh ja eh nix, und auch wenn ich was sehen würde, wäre ich schon lange verhungert bis du kommst. Und dann kann ich dein Meisterwerk auch nicht mehr bewundern“, grinste Faith frech. Die Jungs begannen zu lachen und auch Lauri sah es ein.
Endlich konnten wir essen gehen. Die Jungs einigten sich auch Asiatisch, was für mich eine echte Herausforderung ist. Versucht ihr doch mal ohne was zu sehen mit Stäbchen zu essen.
Also bestellte ich mir Frühlingsrollen, die kann man wenigstens von Hand essen. Naja ich wurde trotzdem noch zur Lachnummer des Abends, denn als ich verzweifelt nach meiner Sweet&Sour – Sauce gesucht habe, habe ich aus versehen grünen Senf erwischt. Die Jungs lachten sich natürlich kaputt, nur ich war bereits am weinen weil der scheiss so brennte.
Nach einer Stunde und der Eiscreme die Lauri von der Pizzeria neben an kommen liess, spürte ich meine Zunge wieder. „Danke fürs auslachen Jungs, war mir ne Ehre Clown zu spielen.“ „Tut mir Leid Schatz, ich hab leider nicht mitbekommen, dass du die Sauce suchst“, entschuldigte sich Lauri.
„Schon gut, sind ja nur noch ein Jahr und kann wiedersehen.“

Der Abend verlief ohne weitere Komplikationen. Später gingen sie in Lauris Wohnung, in der Faith auch übernachten würde.
Gemeinsam sitzen sie im Wohnzimmer und kuscheln auf dem Sofa. „ Ich wollte dir noch etwas geben“, sagte Lauri und stand auf. Als er zurückkam drückte er Faith einen Umschlag in die Hände. „Was ist das?“ „Dein Arzttermin“, grinste dieser. „Was meinst du?“ „ Ich zahle dir die Augenoperation. Ich liebe dich und ich möchte nicht dass du noch solange warten musst, obwohl ich dir ohne Probleme helfen könnte.“ Tränen liefen über ihre Wangen.
„Danke“, schluchzte sie und fiel ihm um den Hals. „ich werde dich auch begleiten wenn du zum Arzt musst und ins Krankenhaus.“

Teil 7

2 Wochen später war es soweit. Faith musste ins Krankenhaus. Amy, Aki und Lauri begleiteten sie. Die Operation würde nur eine Stunde gehen, doch danach müsste sie 3 Tage im Krankenhaus liegen in einem dunkeln Raum. Sie hatte sehr viel Angst, was wohl folgen würde. Lauri gab ihr einen Abschiedskuss und dann wurde sie in den OP gerollt. Die Augen wurden mit Tropfen betäubt. Der riesige Laser über ihr wirkte sehr erschrecken und sie wurde noch nervöser.
Die OP Schwester sprach ihr beruhigend zu und strich über ihre Hand. Der Chirurg begann mit der OP.

Draussen auf dem Gang....

Unruhig rutscht Lauri auf seinem Stuhl herum. Amy hingegen war bereits blass und versteckte ihr Gesicht in Akis Shirt. Die Zwei verstanden sich unterdessen sehr gut. Obwohl alle vermuteten das da was lief, gaben sie es trotzdem nie zu.
Es war still und keiner der Dreien wusste was sie sagen sollten.
Schweigen sassen sie da.

Die OP Tür ging auf und der Arzt kam auf sie zu. Unruhig und erwartungsvoll sah Lauri ihn an. „ Die OP ist gut verlaufen, doch wie gut sie sehen wird und ob werden wir erst sehen wenn wir ihr den Verband in drei Tagen abnehmen.“
„ Darf ich zu ihr?“, fragte Lauri. „Ja, aber überanstrengen sie sie nicht.“ Lauri und die anderen folgten dem Arzt in Faiths Zimmer. Lauri setzte sich zu ihr aufs Bett und hielt ihre Hand. „Hi Schatz, ich bins. Wie geht es dir?“ „ Hi, so weit gut“, lächelte sie schwach.
Faith erzählte von der Operation. Gespannt sassen ihre Freunde da und waren auf eine Art Froh, dass sie so was nicht erleben mussten.
Nach einer halben Stunde verliessen sie das Krankenhaus, den Faith musste sich ja noch ausruhen.


Teil 8

Am nächsten Morgen...

„Schatz, bist du schon wach?“, fragte Lauri sanft und streicht Faith durchs Haar. „Ja, Guten Morgen Schatz.“ Leicht lächelt sie ihn an.
„ Der Arzt hat gesagt du darfst heute nach Hause kommen. Ich hab ihm versprochen mich um dich zu kümmern. Ich hab auch deine Sachen schon gepackt. Wenn du dich jetzt anziehst können wir gleich nach Hause gehen.“ „Wirklich!? Du bist der beste“, sagt sie und setzt sich auf. Vorsichtig tastet sie nach Lauri und küsst ihn überglücklich.
Lauri hilft ihr aufzustehen und reicht ihr die Kleider. Er war wirklich sehr fürsorglich, was Faith immer noch oft überraschte. Es gab es selten, dass ein junger Mann heutzutage noch eine Freundin lieben konnte, die nicht perfekt war und immer auf ihn angewiesen war.
Fertig angezogen machten sie sich auf den Weg nach Hause. Aki wartete mit seinem Auto bereits beim Eingang. „Hi Faith alles ok?“ „ Ja, darf ja wieder nach Hause“, lächelt sie ihm entgegen.
An Lauri gekuschelt fuhren wir nach Hause. Doch zu Hause angekommen, waren wir nicht wie erwartet alleine, nein, Lauri und seine Jungs haben eine fette Willkommensparty organisiert. Etwas erschrocken stand ich nun in meiner Wohnung. Lauri führte mich zur Couch und fragte ob ich auch etwas zu trinken möchte. Schnell holte er mir ein Cola, denn Alkohol durfte ich zur Zeit noch nicht trinken.
„Wie geht es dir kleines?“, hörte ich Amy fragen. „Gut, danke. Aber ich möchte auf den Balkon, kommst du mit bitte. Mir ist es ein bisschen zu laut.“
Amy nahm mein Arm und brachte mich hinaus. Draussen zündete ich mir eine Zigarette an und Amy gab mir den Aschenbecher. „Ich geh noch was zu trinken holen“, sagte Amy.
Nach einer Minute setzt sich jemand zu mir und gab mir einen Kuss. Jedoch wusste ich, dass es nicht Lauri sein konnte. So schnell wie die Person kam verschwand sie auch wieder.
Verwirrt sass ich nun da. Eine Hand liess sich auf meiner rechten Schulter nieder. Aus meinen Gedanken gerissen sah ich hoch und wartete darauf dass sich jemand zu erkennen gab. „Schatz alles ok mit dir? Ich hab dich plötzlich nicht mehr gesehen.“ „ Mir war es zu laut. Ich bin gerade nicht so in der Stimmung zu feiern. Schliesslich weiss ich ja nicht ob die Operation was gebracht hat“, sagte ich zu Lauri. Dieser liess sich an der Wand runter gleiten und setzte sich neben mich. Zart strich er über meinen Rücken. Ich liebte es wenn ich mich streichelte. Er hatte unglaublich zarte Hände. „Hast du Angst davor?“ „ Ja, ich habs so satt immer auf andere angewiesen zu sein. ging rein, den die Musik stoppte und die Leute verliessen meine Wohnung. Danach hörte Verlässt du mich wenn ich nie mehr sehen kann? Ich meine was ist wenn du auf Tour bist?“ fragte ich. Erschrocken sah Lauri Faith an. „ Ich werde dich nie verlassen, ich liebe dich. Und du hast gute Chancen, dass du wieder sehen kannst. Mach dich nicht mit deinen Ängsten fertig.“ Er nahm mich in seine Arme und drückte mich fest an sich.

Danach stand er auf und ich Schritte auf mich zu kommen. „Sie sind jetzt weg. Möchtest du etwas essen?“ „Nein, ich bin müde. Können wir uns etwas hinlegen?“, fragte ich zuckersüss. „Ja natürlich.“ Er half mir auf zustehen und trug mich dann in mein Zimmer. Vorsichtig legte er mich aufs Bett.


Teil 9

Ich lag auf dem Rücken und Lauri legte sich neben mich. Zart strich er mit seinen Fingern über meinen Bauch. Normalerweise war ich total kitzelig, doch jetzt fühlte es sich eher entspannend an. Er schob mein Shirt etwas hoch und begann meinen Bauch zu küssen. Vorsichtig strich ich über seine Haare. Aus seiner Frisur wurde ich immer noch nicht schlau, aber ich konnte mir vorstellen wie witzig es aussehen musste. Aber das liebte ich so an meinem kleinen verrückten Vogel.
Seine Küsse wanderten hoch bis zu meinen Lippen. Innig küssten wir uns. Ich schlang meine Arme um seinen Hals. Meine Beine ruhten seitlich seiner Hüften. Ich liebte es ihn so nahe bei mir zu spüren.
Sie liebten sich als würde es keinen Morgen geben (klingt ein bisschen kitschig )
An ihn geschmiegt schlief Faith ein.


Sie bekam keine Lust mehr, jemand drückte ihre Luftröhre zu. „Nein“, wollte sie schreien doch kein Ton kam aus ihr. Verzweifelt schlug sie um sich, weinte aus Angst zu sterben. Jemand packte sie an ihren Schultern und schüttelte sie. Sie hörte ihren Namen, Lauri rief ihn.
Lauri legte sanft seine Arme um sie und tröstete sie:“ Du hast nur was schlimmes geträumt.“ Schniefend lag sie in seinen Armen. Der Traum was so real. Sie zitterte leicht und Lauri strich ihr deshalb beruhigend über den Rücken. Zärtlich küsste er ihre Tränen weg. Nach einer Weile schlief sie wieder erschöpft ein.

Als ich aufwachte war Lauri weg. Ich griff nach dem Diktiergerät dass er mir geschenkt hat. Er konnte mir ja schlecht einen Zettel schreiben wo er war, also sprach er darauf.

„Hallo Schatz, ich hatte noch Termine, darum konnte ich nicht bleiben. Ich bin aber bald wieder zurück. Hab dich lieb.“

Ich kramte nach meinen bequemsten Kleider und zog mich an. Entspannt legte ich mich aufs Sofa. Fernsehen konnte ich ja nicht also legte ich meine Yellowcard CD ein und lauschte der Musik.
Plötzlich viel etwas zu Boden. Total erschrocken setzte ich mich auf, schaltete die Musik aus. Ich hörte Schritte auf mich zu kommen. „Lauri? Bist dus?“ Keine Antwort. „Hör auf damit, du machst mir Angst.“ Immer noch keine Antwort. Ich wollte schreien, doch eine Hand schloss meinen Mund. Ich trat um mich, hatte Todesangst. Die Person packte mich und donnerte mich gegen die Wand. Die Musik wurde laut aufgedreht. Ich schrie so laut ich konnte, doch niemand hörte mich. Die Musik war einfach zu laut. Ich konnte auch nicht wahrnehmen wo die Person stand.
Jemand drückte mich brutal zu Boden. Ich schlug meinen Kopf hart am Boden an. Ich spürte wie jemand mir die Klamotten vom Leib riss.
Wieder fühlte ich die gleichen Lippen auf meinen wie gestern auf dem Balkon.
„ Lass das, wer bist du?“, schrie ich. „ Ich habe dir damals gesagt, dass du dafür bezahlen wirst.“ „Oh mein Gott, ich kenne diese Stimme“, ging es mir durch den Kopf. Gelähmt aus Angst liess ich alles über mich ergehen.

Es war so schrecklich. Es war das schmerzhafteste und ekligste was ich je erlebt habe. Weinend kroch ich in einen Ecke, zog die Beine an und weinte wie schon lange nicht mehr.

Die Tür ging auf und Lauri kam rein. Sein Lächeln verschwand rasch als er seinen Engel in der Ecke weinen sah. Nackt nur in eine Decke gewickelt sass sie da.
„Was ist passiert?“, fragte er und setzte sich vor sie. „Es.. es war so schrecklich“, stotterte sie leise vor sich.
Lauri rief die Polizei. Diese fragten sie aus, über jegliche schrecklichen Details, doch sie gaben ihr nicht viel Hoffnung, denn obwohl sie die Person kannte, konnte es nicht als Beweis gezählt werden, da sie ihn nicht sehen konnte.
„Ich bin mir aber sicher das es Tim war. Er war der beste Freund von meinem Ex. Er machte schon immer mich verantwortlich für seinen Tod. Und er hat mir auch schon oft gedroht, dass ich dafür bezahlen muss. Ausserdem habe ich seine Stimme erkannt“, sagte Faith verzweifelt.
Die Polizisten notierten sich alles und machten sich wieder auf den Weg. Immer noch weinend lag Faith in Lauris Armen. Sie fühlte sich so dreckig, hilflos und leer.
„ Ich bring dich lieber noch zum Arzt. Sicher ist sicher.“ Lauri stütze Faith die sich ihren schmerzenden Unterleib hielt.
Im Krankenhaus wurde sie gleich untersucht. Nach diversen Abstrichen, Blutentnahmen und anderen nicht gerade angenehmen Tests wurde sie in ein Zimmer verlegt. Sie hatte Angst einzuschlafen, deshalb durfte Lauri im Krankenhaus bleiben.
Er legte sich neben sie ins Bett, hielt sie in seinen Armen fest. Sie weinte wieder, wie schon so oft heute. Zärtlich strich er ihr die Tränen von den Wangen.
Langsam schlief sie ihn seinen Armen behütet ein.


Am nächsten Morgen wurde sie durch Lauris zarte Küsse geweckt. „Guten Morgen Schatz, wie geht es dir?“ Sie lächelt ihn an und küsst ihn. Zärtlich schmiegt sie sich an ihn. „Lass mich nie mehr los“, flüstert sie leise.
Der Arzt betrat das Zimmer. Guten Morgen, ich habe die Testergebnisse. Sie sind gesund und durch die DNA–Proben können wir auch den Täter finden. Es wird also wieder alles gut. Ausserdem können wir heute die Augenbinden abnehmen. Ich komme heute Nachmittag dafür vorbei.“ So schnell der Arzt kam, ging er auch wieder.

„Weißt du was“, fragte Faith. „Was denn?“ „ Ich bin gespannt wie du aussiehst“, sagte sie und grinste Lauri entgegen.
„ Ich hoffe du erschreckst nicht gleich“, lachte er.
„Nein, ich liebe dich wie du bist, so wie du mich liebst, ob ich sehen kann oder nicht.“
Sie küssen sich zärtlich.


Teil 10

Später am Nachmittag....

„Wo bleibt er denn? Er hat doch gesagt er bleibe nicht lange, hole nur kurz was“, dachte Faith. Sie wartete bereits auf ihren Lauri, denn sie wollte dass er dabei ist, wenn sie ihr die Binden abnahmen.
„ So Faith, sind sie bereit“, der Arzt trat ins Zimmer. „Wo ist Lauri, er wollte doch kommen?“ „Vielleicht ist ihm etwas dazwischen gekommen. Können wir trotzdem die Binden entfernen?“
Faith nickte etwas traurig.
Der Arzt verdunkelte den Raum, und legte die Schere, Tupfer und Sonnenbrille bereit. „So entspannen sie sich und lassen sie die Augen geschlossen bis ich ihnen Bescheid gebe.“ Er schnitt vorsichtig die Binden auf. Es fühlte sich komisch an, plötzlich nichts mehr auf den Augen zu haben. Er wischt ihr das restliche Brandwasser um die Augen weg und setzte ihr die Brille auf.
„Versuchen sie nun langsam die Augen zu öffnen“, sagte der Arzt. Faith blinzelte vorsichtig. Ihre Augen brannten ein wenig, als Luft auf diese traf.
„Ich kann nichts sehen, es ist so verschwommen“, sagte sie leise. „Keine Sorgen, das wird nur die ersten Minuten so sein.“ Faith blickte umher, alles wurde nun klarer. „Oh mein Gott, ich kann wieder sehen. Ich kann sie sehen“, strahlte sie und viel den Arzt um den Hals.
Der Arzt ging und Faith wählt Lauris Nummer:“ Schatz, wo bist du? Die wollen mir doch die Binden abnehmen!“ „ Tut mir Leid, ich komme zu spät. Die lassen mich hier nicht weg. Aber ich versuch möglichst schnell zu kommen,“ sagte er und hängte auf.
Faith war etwas enttäuscht von ihm. Er hatte wohl kalte Füsse bekommen.
Faith wurde heute entlassen und packte nun ihre Sachen. Der Arzt kam noch mal rein, für einen letzten Check. Sie musste die Brille noch ein paar Tage tragen wenn sie draussen war, da ihre Augen noch etwas empfindlich waren.
Amy holte sie ab und fuhr mit ihr nach Hause. Bei ihr zu Hause, räumten sie die Klamotten ein und kochten sich was schönes. Nach dem leckeren Essen verkrümelte sich Faith in ihrem Bett und Amy verliess die Wohnung.
Faith konnte nicht lange schlafen, also beschloss sie sich anzuziehen und etwas spazieren zu gehen. Sie ging in den Park um die Ecke. In ihren kuscheligen Sweater eingepackt, setzte sie sich auf eine Bank. Vor ihr war ein kleiner Teich, darin spiegelten sich die vielen kleinen Sterne. Am Horizont tanzen bunte Nordlichter. Der Anblick war wunderschön und Faith flossen einzelne Tränen übers Gesicht.
Sie war glücklich und sehr gerührt von diesem Anblick.
Ihr Handy riss sie aus ihren Gedanken. „Ja“, antwortete sie. „Hi Ich bins. Wo bist du? Du warst nicht im Krankenhaus und zu Hause öffnet auch niemand die Tür“, fragte Lauri nervös.
„Ich bin im Park um die Ecke.“ „Ok ich komm gleich.“
Nervös sass sie auf der Bank. Konnte kaum erwarten Lauri zu sehen, das erste Mal zu sehen, doch andererseits hat sie auch sehr Angst davor.

„Da ist sie ja“. Dachte Lauri als er das zierliche Wesen auf der Bank sitzen sah. Er machte sich auf den Weg zu ihr. Ihre Tränen glitzerten im Mondschein. „Sie weint? Nein, bitte lieber Gott straf sie nicht noch mehr“, dachte er sich. Vorsichtig setzte er sich neben sie. Schüchtern sah sie zu Boden, konnte oder wollte ihn nicht ansehen. Sie schloss ihre Augen.
Ich nahm ihr Kinn in meine Hände und küsste sie zärtlich. Zart legte sie ihre Hände in meinen Nacken, streichelte ihn, wie sie es immer tat.
Langsam lösten wir uns. Faith wollte ihre Augen nicht öffnen, sie wollte doch nur glücklich sein und den Kuss geniessen doch nun war es Zeit. Vorsichtig öffnete sie ihre Augen und sah in 2 strahlend grüne Sterne.


Teil 11

Faith kam nicht mehr aus dem staunen heraus. „ Was kuckst du so? So hässlich kann ich auch wieder nicht sein“, grinste Lauri ihr entgegen.
Langsam konnte sie sich wieder fassen und stotterte los:“ Ich hätte nie gedacht, dass jemand so schöne Augen haben kann.“ Ihre Augen strahlten ihm verliebt entgegen.
„Ich bin so froh das die OP gelungen ist. Endlich kann ich dir alles zeigen.“ Zart strich er ihre Wangen und küsste sie.
Lange sassen sie noch aneinander gekuschelt auf der Bank und sahen hoch zu den Sternen.

Am nächsten Morgen....

Noch etwas verschlafen öffnete Lauri die Augen. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht als er sie sah, seine kleine Faith ganz nahe an ihn gekuschelt.
Er wollte sie nicht alleine hier lassen, doch er musste zur Probe. Er zog sich rasch an und schrieb ihr eine Notiz.
Hi Engel
Ich bin bei der Probe. An der Türe hängt noch ein Zweitschlüssel für meine Wohnung, damit du kommen und gehen kannst wenn du willst. Ich bin gegen 6 Uhr wieder zurück. Hab dich lieb,
dein Lauri.

Schnell packte er seine Rucksack und machte sich auf den Weg. Bevor er sich in das Gebäude begab, ging er noch kurz zur Bäckerei um etwas zu essen zu holen.
Mampfend betrat er den Proberaum.
„Hi Jungs“, rief er strahlend. „Hi was strahlst du so? Es ist noch Morgen, da maulst du doch sonst immer.“ „Bin eben gut drauf.“ „Wie geht es Faith“, fragte Eero nach. „ Gut, alles ist super. Und sie findet mich nicht mal hässlich. Hab eigentlich erwartet dass wenn sie mich sieht gleich umfällt“, grinste er jetzt noch breiter. Die Jungs hatten ihn damit aufgezogen, was ihn nicht gerade beruhigt hatte.
„Sie ist nicht schreiend davon gerannt?“ fragte Aki nach. Er konnte es wieder mal einfach nicht lassen.
Lauri streckte im trotzig die Zunge raus und machte sich auf den Weg zum Mikro. „Los Jungs nicht schlafen, spielen!“ rief er und grinste breit.

Ich wachte auf und schrie vor Schmerzen auf. Die Sonne schien direkt in das Zimmer. Meine Augen brannten, ich hätte nie gedacht, dass die so empfindlich sein würden.
Mit der Decke über meinem Kopf lief ich ins Wohnzimmer und kramte nach meiner Brille in meiner Tasche.
„Endlich!“, rief ich als ich sie gefunden hatte und auf setzte. Müde trampelte ich zurück ins Schlafzimmer. Es war leer und Lauri schien weg zu sein.
Auf dem Nachttischen befand sich eine Notiz. Langsam liess ich sie durch. Ein Lächeln huste über meine Lippen.
Fröhlich trällerte ich ein Lied, das im Radio lief vor. Ich zog mich an und beschloss mir ein Brötchen zu holen und mich in den Park zu setzten.
Zum Glück schien die Sonne so dass ich nicht so auffiel mit meiner dunklen Sonnenbrille.
Gemütlich setzte ich auf die selbe Bank wie gestern und hielt mein Gesicht Richtung Sonne. Es tat gut wieder mal warme Strahlen auf meinem Gesicht zu spüren.
Enten quakten glücklich und plansten im Wasser, Kinder spielten auf dem Spielplatz und frisch verliebte Pärchen sassen auf den Bänken.
Ich kramte mein Handy raus und schrieb Lauri eine SMS:
Hallo Engel,
Ich sitz gerade im Park und geniess die Sonne. Schade dass du nicht hier bist. Vermisse dich ganz doll. Ich hab dich auch lieb und freue mich dich heute Abend wieder zu sehen. Küsschen Faith.

Faith beschloss noch etwas einkaufen zu gehen. Sie wollte endlich wieder einkaufen gehen und die Kleider sehen.
Übermütig stürmte sie jede Boutique die sie sah. 2 Stunden später war sie bepackt mit Tüten. Ein schwarzer Falten Mini, 2 Paar Hosen, 4 neue sexy Tops in Schwarz, rot, blau und türkis, 2 Paar flache Sportschuhe, 1 Paar Highheels und 1 Paar Stiefel.
Total aufgedreht machte sie sich auf den Weg nach Hause, blieb aber vor einem Tattoo Studio hängen. Sollte sie es wirklich tun?


Teil 12

Sie nahm ihren ganzen Mut zusammen und begab sich ins Studio. Der Tätowierer sah sie etwas verwirrt an, lächelte sie dann aber freundlich an. „Was kann ich für sie tun?“ fragte der Mann. Er war etwas älter und wirkte sehr seriös und fast etwas väterlich, wenn da nicht die vielen Tattoos wären.
„Ich möchte ein Tattoo machen lassen“, lächelte ich.
„Wissen Sie schon welches Motiv?“ Ich schüttelte den Kopf:“ Nicht genau.“
Er hielt mir ein Buch hin mit diversen Bildern.
„So was die das da.“ Der Mann begann zu zeichnen. „Wie gefällt ihnen das?“ „Super, kann ich es gleich machen lassen?“ „Ja, wo möchten sie es den?“ Ich zeigte auf die Stelle. Er zeichnete die Vorlage und begann die Stelle vorzubereiten.
Das tätowieren tat nicht weh, was mich wunderte. Eineinhalb Stunden später war ich stolzer Besitzer meines ersten Tattoos. Schnell machte ich mich auf den Weg nach Hause. Ich war gespannt was Lauri sagen würde.
Schnell zog ich meinen neuen Rock an, plus das rote Top und meine Stiefel.
Meine Haare band ich hoch. Etwas Make up und fertig.
Genau als ich aus dem Band kam, ging die Tür auf. Lauri stand mit offenem Mund vor mir.
„Ach du heilige Scheisse!“ rief er und stand geschockt da. Verwirrt sah ich ihn an, so schlimm konnte ich nicht aussehen. „Was hast du? Gefall ich dir nicht?“ „Doch, aber , wow, sehr wenig Stoff“, sagte er und legte den Kopf schief. Ich konnte kaum noch vor lachen, er sah einfach so süss aus, mein kleiner Pokemon.
„Ich hab noch ne Überraschung für dich“, meinte ich grinsend und Lauri fielen fast die Augen aus dem Kopf. „Was denn?“, wollte er unsicher wissen. „Komm näher“, grinste ich fies. Nun stand er direkt vor mir. Ich schob meinen Rock etwas runter und gewährte ihm einen Blick auf meine neue Errungenschaft.
Erschrocken sah er mich an. „Das bist du und ich“, grinste ich. Ich liess mir ein Tattoo stechen so dass es halb sichtbar war wenn ich einen Slip trug. Es zeigte einen Engel, auf dessen Arm eine Krähe sass.
„Es ist schön“, grinste Lauri und gab mir einen Kuss.
„Und wie waren die Proben heute?“ „Super, nur die Jungs haben mich die ganze Zeit aufgezogen.“ „Wieso“ „Tja, bin eben verliebt und grinse nur noch die ganze Zeit.“ „Dass ist doch gut oder nicht?“ „Ja, aber früher hab ich nie so viel gelacht.“
Faith schlang ihre Arme um ihn und drückte in zärtlich an sich.
„Was willst du heute machen?“ fragte ich neugierig. „Hast du Lust mit den anderen Jungs in ein paar Bars zu gehen?“ „Oh ja, endlich kann ich sehen was ich da immer so trinke“, grinste ich fröhlich.
Lauri lachte und griff zum Telefon:“ Hi Aki, kommst du heute auf ne Sauftour?“ „Ömm.. klar doch. Wann und wo?“ „In ner halben Stunde bei mir.“ „Ok, bis dann.“
Das gleiche Spiel noch zweimal und bald standen alle Jungs in Lauris Wohnung.


Teil 13

Es dauerte nicht lange und wir sassen in einem kleinen gemütlichen Pub. Amy kam auch mit, denn sie und Aki waren so was wie einheimliches Paar, obwohl es ziemlich auffällig war. Ich bestellte jegliche Drinks die farbig waren. Endlich konnte ich wiedersehen was ich trinke. Die Stimmung war sehr ausgelassen und es wurde definitiv zu viel getrunken. Aki und Amy lagen schon halbwegs aufeinander, Eero grinste nur noch dumm, der Arme war sich ja Alk nicht wirklich gewöhnt, Lauri versuchte nun seit 5 Minuten eine Zigarette anzuzünden, was sehr schwer ist wenn man nicht mehr weiss wie man ne Flamme hinbekommt und Pauli war schon seit 10 Minuten auf der Toilette. „Isch geh mal nasch Pauli schaun“, lallte ich und versuchte Richtung Toiletten zu gehen. Als ich endlich den Flur erreicht habe, falle ich über etwas.
Pauli liegt besoffen an die Wand gelehnt. „Hei Zwerg, wo ist der Schlumpfi?“ Fragend sah ich Pauli an. „Was ist?“ „Komm her Zwerglein“, sagte er und griff nach meinem Nacken. Etwas grob zog er mich zu sich und was dann folgte, auf das war ich nicht gefasst. Zärtlich küsste er mich, hält mich in seinen Armen. Ich löse mich von ihm und kuck ihn an:“ Geht nicht grosser, bischt nischt mein Teddy“, lallte ich und versuchte auf zu stehen, doch ich viel wieder hin. Pauli Grabstee nach mir. Ich knallte ihm eine als er mir zwischen die Beine griff und versuchte dann davon zu kriechen. Doch kaum hatte ich mich gelöst krallet sich Pauli mich wieder. Was dann folgte würde ich nie mehr vergessen können. Er zog mich in eine Abstellkammer, schloss die Tür und riss mir die Kleider vom Leib. Ich wollte sterben, wollte das nicht mitbekommen. Irgendwann liess er dann von mir ab. Weinend verkroch ich mich in einer Ecke. Er verliess ohne ein Wort zusagen die Kammer. Ich weiss nicht wie lange ich dort in dieser dunklen Kammer sass, doch irgendwann stellte mein Verstand ab. Ich war wie ein Roboter. Ich verliess die Kammer und ging zu Toilette und wusch mir das Gesicht, wusch das verlofene Makeup weg, machte meine Haare und versuchte meine Kleidung zu richten. Der Schmerz in meinem Unterleib verdrängte ich. Noch etwas wackelig lief ich zurück zu den Jungs. Lauri sah immer noch gebannt auf das Feuerzeug und hoffte auf eine Flamme. Ich klaute ihm eine Zigarette und zündete beide an.
Meine Hände zitterten aus Angst als ich in Paulis Hass erfüllten Augen sah. Was habe ich ihm getan, dass er mir so weh tat. Nun wusste ich zu mindest wer mich auf dem Balkon geküsst hatte. Es waren seine Lippen.

Teil 14

Ich stütze Lauri ab und brachte ihn nach Hause. Ich zog ihm die Schuhe aus und legte ihn in sein Bett. Er schlief friedlich vor sich hin und hatte keine Ahnung was passiert war. Ich setzte mich auf die Couch und weinte wieder. Ich hasste meinen Körper, ekelte mich von mir selbst. Wie konnte das nur passieren. Ohne es wirklich zu realisieren, ging ich auf den Balkon. „Was wäre wohl, wenn ich einfach springen würde?“, dachte ich mir. Geschockt über diesen Gedanken, sank ich zu Boden. Mein Blick schweifte über die Strassen unter mir und was ich dort sah, liess mir das Blut in meinen Adern gefrieren. Pauli! Er stand wirklich da und sah hoch zu mir. Ängstlich kroch ich zurück in die Wohnung.
Irgendwann muss ich wohl eingeschlafen sein.
„Nein, lass mich. Hör auf du tust mir weh. Lauri!“, durch lautes hysterisches Schreien wurde ich wach. Mit einem morz Kater rannte ich ins Wohnzimmer. Faith lag weinend am Boden und wehrte etwas im Traum ab. Ich schüttelte sie und rief ihren Namen. Ruckartig riss sie ihre Augen auf und fiel mir weinend um den Hals. Sie zitterte am ganzen Leib, etwas musste ihr fürchterlich Angst gemacht haben. Erst jetzt bemerkte ich die Blutlache in der sie sass. Hecktisch rannte ich zum Telefon und rief die Ambulanz, welche in wenigen Minuten bei mir war.

Teil 15

Nervös sass ich im Krankenhaus und wartete auf den Arzt. Die Jungs waren auch hier. Aki versuchte wieder einmal Amy zu trösten und Pauli und Eero redeten beruhigend auf mich ein.
Ich wusste, irgendetwas schlimmes musste passiert sein. Der Arzt bat mich zu sich ins Zimmer. Meine kleine Faith lag blass nebenan im Bett.
„Bitte setzten sie sich“, bat mich der Arzt. Gespannt sah ich ihn an. „Ich muss ihnen leider mitteilen, dass ihre Freundin vergewaltigt wurde und ihr Kind verloren hat.“ Mit offenem Mund starrte ich ihn an. „Vergewaltigt, Kind verloren? Sie war schwanger?“ „Sie wussten das nicht, ja seit ein paar Wochen.“ Der Arzt verliess das Zimmer. Weinend brach ich zusammen. Wie konnte ich es nicht bemerken, wie ist es bloss passiert? Tausende Fragen und keine Antworten.
Eine kalte Hand tätschelt meinen Kopf. Ich sehe hoch und traue meinen Augen fast nicht.
Faith sitzt in ihrem Bett und lächelt mich lieb an. „Schatz alles ok mit dir“, fragt sie mit ihrer zärtlichen Stimme. Ich nickte stumm, stehe auf und setzte mich neben sie aufs Bett. „Wer war es? Sag es mir, wer hat dir so was angetan?“ Ihr Lächeln verschwindet. „Ich weiss es nicht, kann mich nicht erinnern“, log sie. Pauli würde sie umbringen, wenn sie was sagen würde, dass wusste sie. „Du weißt es, ich kann es in deinen Augen sehen“, flehte er. „Lass mich in Ruhe Lauri. Verschwinde und kümmere dich um deine Band“, zischte sie und versuchte es ernst klingen zu lassen. „Sag mir wer es war ich bring diesen Arsch um“, schrie er und rüttelte sie durch. „ Was ist passiert? Und wieso hast du mir nicht gesagt, dass du schwanger warst?“ Geschockt sah sie Lauri an. „Ich war schwanger? Denkst du wirklich wenn ich dass gewusst hätte, hätte ich Alkohol getrunken? Wohl kaum.“ Lauri wurde es zu viel und er verliess den Raum.
Er rannte so schnell er konnte nach Hause.
Eero und die anderen kamen in ihr Zimmer. Pauli hatte immer noch diese kalten Augen. Aus Angst schickte sie alle raus und sagte sie sei müde. Pauli schloss die Tür hinter sich und trat an das Bett.
„Was hast du ihm gesagt?“ „Nichts, verschwinde endlich aus meinem Leben.“ „Willst du denn gar nicht wissen, weshalb du?“ Entsetzt sah sie ihn an, als er ihr den Grund nannte.


Teil 16

Sie zog sich schnell um und flüchtete aus dem Krankenhaus. Sie wollte nur zu Lauri, sich in seinen Armen liegen. Ihre Arme bluteten, denn sie riss sich aus Panik den Tropf ab. Sie rannte die ganze Strecke und erreichte Lauris Wohnung. Mit zitternden Beinen brach sie zusammen. Weinend fand sie Lauri in einer Ecke kauern. Er hielt ein Messer in seinen zitternden Händen.
Schnell kroch ich zu ihm hin. „Lauri, was hast du?“, fragte ich ihn mitfühlend.
„Es ist alles meine Schuld, ich war betrunken und hab dich sicher nicht schreien gehört. Ich verdiene einen solchen Engel wie dich nicht.“ „Sag so was nicht. Ausserdem ist es nicht hier passiert und es ist auch nicht deine Schuld.“ Lauri wollte das Messer an seinen Arm setzten, doch ich legte meinen auf seinen: „ Wenn du sterben willst, ok. Aber lass mich nicht hier alleine. Wenn du gehst musst du mich vorher zu erst erlösen“, sagte ich. Lauri sah mich geschockt an und liess das Messer fallen. „Du liebst mich obwohl ich dich im Stich gelassen habe?“ „Du hast mich nicht im Stich gelassen. Du konntest es nicht ändern. Aber vertrau mir, alles wird wieder ok“, lächelte ich und drückte ihn an mich. „ich liebe dich über alles, verlass mich bitte nie“, flüsterte ich und küsste ihn zärtlich. Mit seinen roten verweinten Augen sah er mich an, doch ein kleines sanftes Leuchten darin, zeigte mir, dass wirklich alles wieder gut werden würde. Wir legten uns ins Bett, beide waren wir doch müde und mitgenommen von dieser Situation. Ich legte mich in seine starken Arme. Ich fühlte mich so geborgen als er mir über den Rücken streichelte. Sein gleichmässiger Puls beruhigte mich und durch die wohlige Wärme seines Körpers schlief ich auch bald ein.

Teil 17

Schweissgebadet und weinend wachte ich auf. Meine Augen brannten und mein Herz schien aus meiner Brust zu springen. Lauri sass neben mir und sah mich entsetzt an. Erst nach einiger Zeit faste er sich wieder und sagte:“ Pauli?! Er hat dir das angetan? Das darf nicht wahr sein, dieser Arsch. Er weiss doch wie viel du mir bedeutest!“, schrie er und sprang aus dem Bett. Ich wollte ihn noch aufhalten aber er war zu schnell, riss sich immer wieder von mir los. Schnell zog ich meine Sachen wieder an und rannte hinter Lauri her. Ich kam bei Paulis Haus an und die Tür stand offen. Rasch ging ich die Treppen zu dessen Schlafzimmer hoch. Die Jungs schrieen sich gegenseitig an und Paulis Freundin sass verwirrt auf dem Bett und sah mit offenem Mund zu.
„Du Drecksau, wie konntest du nur. Du blöder perverser Arsch.!“, schrie Lauri, der danach von Pauli eine geknallt bekommen hat. „Glaubst du etwa so einer billigen Schlampe? Ich war das nicht.“ „Doch du warst es, sie hat deinen Namen geschrieen als sie einen Alptraum davon hatte!“ Diesmal schlug Lauri zu. Ich konnte es nicht mehr mit ansehen und ging dazwischen und bekam natürlich eine Faust ab. Besorgt beugt sich Lauri über mich und streicht mit über die rote Stelle. „Verdammt hört auf zu streiten. Ich kann so nicht weiter machen, ich will nicht der Grund für eine Bandtrennung sein“, jammerte ich und kauerte am Boden. „Was redest du da? Dieser Arsch hat angefangen, du bist sicher nicht dran Schuld“, sagte Lauri mit zitteriger Stimme. Pauli rannte aus dem Haus und fuhr davon, was auch besser war, denn Lauri wollte die Polizei rufen.
Paulis Freundin faste sich langsam wieder und setzte sich neben mich. „Es tut mir so Leid“, flüsterte sie und begann zu weinen. Sie erzählte uns, dass er wohl öfters etwas daneben war und auch ihr mal eine scheuerte und sie auch öfter betrug.
Ich konnte nicht glauben was sie mir da erzählte. Ich kannte Pauli seit der Schule und habe nie bemerkt dass er so was tun konnte, nie.


Teil 18

2 Monate sind vergangen und von Pauli gab es keine Spur. Faith spielte nun mit uns bis wir einen neuen Gitaristen finden. Aber ehrlich gesagt, fand ich es toll mit ihr zusammen zu spielen. So musste ich sie nie alleine zu Hause lassen.
„Hi Leute ich geh mal ne Zigarette rauchen, bin gleich zurück“, sagte sie und ging vor die Tür.
Gemütlich zündete ich mir eine an und zog den Rauch tief in meine Lungen. Es tat so gut. Die Alpträume waren immer noch da und ich war müde und ängstlich, aber in der Band zu spielen half mir wirklich.
Die Tür hinter mir ging auf und zwei warme Arme legten sich um meine Schultern. „Alles ok bei dir?“, fragend sah er mich an. Ich lächelte zurück und nickte. Wir standen noch eine Weile so und rauchten unsere Zigaretten. Danach hiess es weiterproben bis die Arme abfallen. Todmüde lagen wir auf dem Sofa als die Tür zum Proberaum ausgerissen wurde. Eine verweinte junge Frau kam hinein gerannt und schrie hysterisch. Es war Paulis Freundin. „Es ist eure Schuld! Wegen dieser kleinen Schlampe hat er es getan.“ Weinend brach sie zusammen. Eero versuchte sie zu trösten und fragte was los war. Pauli war tot. Er hatte sich von einer Brücke gestürzt. Mir war das ziemlich egal. Er hatte mein Leben zerstört, wieso sollte ich Mitleid haben. Ich stand auf und verliess den Raum. Lief schnell nach Hause. Ich setzte mich auf den Balkon und rauchte noch eine. Was war bloss mit mir los. Ich war eiskalt geworden, war ein gefühlloses etwas. Ich hasste mich selber und liess es auch öfters an mir aus. Die Schnitte in meinen Armen waren nicht mehr zu übersehen. Ich wünschte ich könnte meinen Hass an Pauli auslassen, hatte immer gehofft ihn mal zu sehen und zu schlagen. Doch nun war er fort für immer und ich musste mit meinem Hass leben. In Gedanken versunken bemerkte ich nicht, dass Lauri hinter mir stand. Er nahm mir die Brosche aus der Hand, mit der ich mich immer ritzte. Er setzte sich neben mich und gab mir einen Kuss. Danach zog er seinen Ärmel hoch und ritzte sich selber. Sein ganzer Arm war voller Kratzer. Ich musste so in meinem Ego versunken sein, dass ich nicht einmal das bemerkt hatte. Geschockt sah ich ihn an. „Was tust du da? Lass das!“, schimpfte ich. Traurig sah er mich an. „Ich habe es nicht anders verdient, wenn du deine Wut auf mich nicht rauslassen kannst, dann tu ich es eben für dich.“ „Ich hasse dich nicht! Nicht du hast mir weh getan. Bitte hör auf damit. Ich brauche dich doch.“ Schweigend sassen sie neben einander.

Teil 19

„War das wirklich alles passiert? Wieso? Was war bloss aus uns geworden?“, dachte ich mir. Zusammen sassen wir nun da und weinten, wussten nicht was zu tun. „Lass uns beide vergessen was passiert ist. Anders können wir es nicht handhaben“, sagte ich mit zitternder aber bestimmter Stimme. Er sah mich an. Seine Augen waren Blutrot. Er nickte stumm und sah wieder zu Boden. „Ich liebe dich“, flüsterte ich und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Ein schwaches Lächeln war zu sehen. „Es tut mir Leid. Ich wollte nur dass du glücklich wirst.“ „ Ich bin glücklich wenn es dir auch gut geht. Und ich bin sicher bald ist wieder alles in Ordnung.“ Ich versuchte ihn aufzumuntern und schaffte es auch ein wenig.
Aneindergekuschelt legten wir uns ins Bett. Lage konnten wir beide nicht schlafen, lagen einfach so dort. „Was hältst du von Urlaub?“, fragte Lauri und sah zur Decke. „Wohin?“ „In den Norden von Finnland irgendwo in der Natur. Blockhütte, Kamin und keine Menschen.“ „Klingt gut, dann hätten wir Zeit für uns.“ „Ich buche Morgen gleich. Ich will einfach weg hier.“ Mit diesem Gedanken schlief er auch bald ein.
Schon lange sah ich Lauri nicht mehr so depressiv. Und insgeheim hoffte ich dass in den Ferien alles anders werden würde. Vorsichtig legte ich meinem Arm um seinen Bauch und schlief ein.

Teil 20

Wie gesagt so getan. Zwei Tage später fuhren wir los. Lauri buchte die perfekte Hütte. In Mitten von einem Wald in einer Lichtung. Daneben war ein kleiner See. Gemütlich packten wir unsere Sachen ins Haus und machten es uns auf der Terrasse bequem. Man hörte die Vögel zwitschern und roch die frische Luft. Lauri strahlte mich glücklich an. Endlich strahlten seine grünen Augen mich wieder an.
„Es ist wunderschön hier“, flüsterte ich und schloss meine Augen und hielt mein Gesicht der Sonnen entgegen.
Schatten fiel auf mein Gesicht und ich öffnete verwundert die Augen. Lauri stand grinsend vor mir. Mit seinen Händen griff er nach meinen und zog mich zu sich hoch. Seine Hände ruhten an meinem Nacken. Leidenschaftlich küsste er mich. Erstaunt sah ich ihn an. Ich war überrascht wie schnell er sich verändern kann. Vorsichtig hob er mich hoch und trug mich ins Haus. Sanft liess er mich aufs Bett fallen, küsste meinen Nacken. Ich schloss meine Augen und genoss all seine Zärtlichkeiten.


Am nächsten Morgen

Durch warme Sonnenstrahlen wurde ich aus meiner Traumwelt geführt. Glücklich wachte ich auf und blickte mich um. Lauris Kopf lag auf meiner Brust und seine Arme umschlangen meinen Körper. Er sah so süss aus. Friedlich träumte er vor sich. Zärtlich strich ich über seine Wangen, betrachtete ihn eingehend. Er wirkte manchmal so zerbrechlich und doch wusste ich dass es viel brauchte, dass es ihn umhaute.
Er drückte mich etwas fester und begann meinen Bauch zu streicheln. Etwas mürrisch öffnete er seine Augen, doch als er sah dass ich wach war lächelte er mich an. „Guten Morgen Engel“, grinste ich. „Morgen, wieso bist du schon wach?“, fragte er erstaunt, denn jeder wusste, dass ich den ganzen Tag im Bett liegen konnte. „Die Sonnenstrahlen haben mich geweckt und dann hab ich dir noch was beim schlafen zu gesehen.“ „Ich geh Kaffee machen und dann können wir uns überlegen was wir tun wollen.“ Ich nickte und er krabbelte aus dem Bett.

Nach einem gemütlichen Frühstück setzten wir uns mit Kaffeetasse und Zigarette bewaffnet auf die Terrasse. Irgendwie fühlte ich mich wie ein altes Ehepaar, die dort sitzen, mit den Wolldecken über den Beinen und nicht wussten was mit ihrem Tag anzufangen. Doch ich mochte das irgendwie auch sehr.
Wie entschieden uns einen schönen Spaziergang zu gönnen. Händchenhalten liefen wir den kleinen Pfad entlang. Ich fühlte mich wie ein kleiner verliebter Teenie. Wir entdeckten eine kleine Sandbucht. Ganz alleine setzten wir uns dort hin. Ich lehnte mit meinem Rücken an seinem Bauch. Es war wirklich wie das Paradies hier. Lauris Hände glitten unter mein Shirt und streichelten meinen Bauch. Ich liebte diese zärtlichen Berührungen, er wusste wirklich wie man jemanden verwöhnen kann. Er küsste meinen Hals und ich schloss meine Augen. Das Wasser stieg und ich spürt wie es meine Füsse umspielte, während Lauri sich auf mich legte und mich leidenschaftlich küsste. Die Wellen spülten den dünnen Rock den ich trug hoch, so dass man bereits meine Unterwäsche sehen konnte. Sanft strich er die Träger meines Shirts von meinen Schultern und küsste auch diese. Bald hatten wir keine Kleidung mehr an und liebten uns unter dem rot gefärbten Himmel.

Teil 21

Mit nassen Haaren und in eine warme Decke eingewickelt lagen wir vor dem Kamin. Ich konnte immer noch nicht genug von ihm bekommen. Kleider hatten wir uns erst gar nicht angezogen, brachte ja nichts wenn wir uns 5 Minuten später eh wieder an die Wäsche gingen. Lauri beugte sich über mich und küsste mich zärtlich. Mein Blick fiel wieder auf seine Narben am Arm. „Bist du glücklich?“, fragte ich und strich über die Narben. „Ja, mit dir immer. Ich liebe dich über alles.“ Ich lächelte ihn glücklich an und küsste ihn wieder. Ich hatte die Idee und wollte ihn überraschen. „Warte hier, ich habe eine Idee.“ Grinsend ging ich ins Schlafzimmer. Als alles vorbereitet war, ging ich zurück um Lauri zu holen. Dieser grinste dreckig:“ Was hast du vor?“ „Lass dich überraschen.“ Ich schob ihn in Richtung Bett so das er sich auf den Rücken legen musste. Ich band ihm ein Tuch um die Augen, sein Grinsen wurde grösser. Mit einem anderen Tuch band ich ihn am Bett fest.
Zärtlich küsste ich seinen Oberkörper bis hinunter zum Bauchnabel. Er musste lachen, denn er war kitzelig, was noch mehr Spass machte ihn etwas damit zu quälen.
Vorsichtig setzte ich mich auf ihn und begann mich bewegen. Er wollte das Tuch von seinen Augen wegmachen, doch ich liess ihn nicht. „Ich hab dir doch gesagt, wenn man blind ist, ist alles intensiver. Geniesse einfach und lass mich machen,“ flüsterte ich und sein Grinsen wurde breiter.
Er wollte mich küssen, doch wusste mich wo ich war. Dies schien ihn noch mehr zu erregen, denn er zog immer fester an den Tüchern. Plötzlich rissen die Tücher. Er packte mich an den Hüften und drehte mich so dass er nun oben war. Leidenschaftlich nahm er mich……

Teil 22

Die restlichen Ferien waren wunderschön, doch morgen würden wir wieder nach Hause fahren und ich hatte etwas Angst davor, dass alles wieder wie vorher war.
Unsere Wunden waren verheilt und es sollte keine neuen mehr geben.

Am Morgen fuhren wir früh los. Ich fuhr und Lauri sass neben mir noch etwas verkatert. Das dieser Mann einfach nie weiss wann er zu viel hatte. Ich musste etwas lächeln. Ich schnappte mir die erste CD die ich fand und schaltete den Player an. „ 3 Doors down, ich liebte die neue CD. Laut sang ich mit und Lauri sah mich nur schräg von der Seite an und brach dann in Lachen aus.
„Was ist so lustig?“ „Ach, nichts. Sieht nur lustig aus.“ „Sagt gerade der richtige. Deine Bühnenoutfits sind eher zum Todlachen.“ Böse kuckte er mich an, begann aber dann auch zu lachen.
„Kannst du mir auch eine anzünden?“, fragte ich als ich sah, dass er sich eine Zigarette ansteckte. Er nickte und zündete eine weitere an.
Lauris Handy klingelte und ich schaltete den Player aus.
„Ja“, antwortete er kurz.
„Hey ich bins Aki. Ich wollte nur mal fragen wies so geht und wann ihr zurückkommt.“
„Heute Abend sind wir wieder zu Hause, wieso?
„Unser Management nervt uns zu Tode, von wegen Ersatz finden für Pauli.“
„Kotzbröcke, ist doch nicht deren Problem, ausserdem haben wir uns ne Pause verdient.“
„Das schon aber die haben bereits einen Ersatz gefunden.“
„Was?! Ohne uns überhaupt zu fragen?“
Wütend greift er fester an das Steuer, so dass seine Finger fast weiss waren.
„Ja, wird ich. Bis heute Abend.“
Fragend sah ich ihn an als er auflegte.
„Was ist denn los?“
„Die haben einen Ersatz für Pauli. Wie können die nur über unsere Köpfe entscheiden.“
Mit verständnisvollem Blick sah ich ihn an und gab ihm die eben angezündete Zigarette.

Wieder zu Hause....

Erschöpft von der Fahrt lagen wir nun aneinander gekuschelt auf der Couch. In Gedanken versunken streichelt mir Lauri durchs Haar. Mit ausdruckslosen Augen starrt er vor sich hin.
„An was studierst du die ganze Zeit rum?“ fragte ich vorsichtig. „ Mhhmm nichts. Ist schon gut“, sagte er etwas traurig. Natürlich glaubte ich nicht, aber ich wusste, dass wenn er nicht darüber sprechen wollte, brachte man auch nichts aus ihm heraus. Müde legte ich meinen Kopf an seine Brust und schlief ein.

Lauris Sicht:

In Gedanken versunken betrachte ich Faith beim schlafen. Friedlich und leicht lächelnd träumt sie vor sich hin. Es war seltsam, dass sie immer wusste wenn ich etwas habe, aber heute wollte ich wirklich nicht darüber reden. In 5 Minuten muss ich los, zu dieser beschissenen Besprechung. Vorsichtig hebe ich ihr Kopf an um von der Couch auf zu stehen. Friedlich schlummert sie weiter. Ich hole die Decke und decke sie zu. Schonlange habe ich sie nicht mehr so müde erlebt. Kurz im Bad aufgefrischt und schon muss ich los.

Stunden später
Faiths Sicht:

Durch ein lautes Rumpel wurde ich geweckt. Verwirrt schaute ich mich um, doch es war zu dunkel um etwas zu sehen. Ich ging vorsichtig zur Lampe und knipste sie an. Vor meinen Füssen lag ein betrunkner, lallender und ziemlich bemitleidenswerter Lauri.
Etwas verwirrt sah ich ihn an, er hingegen lag nur auf dem Boden und grinste mich bedusselt an.
„Was hast du? Was ist passiert, dass du um...“, sagte ich und schaute auf die Wanduhr,“ ein Uhr morgens betrunken nach Hause kommst?“ Geduldig wartete ich auf eine Antwort, doch Lauri war noch zu beschäftigt damit, sich gerade hinzusetzten. „Es ist vorbei“, murmelte er leise vor sich hin. „Was soll vorbei sein“, fragte ich und versuchte ihn hoch zu ziehen.
„Die Band ist Geschichte, alles vorbei“, wimmerte er vor sich hin. „ Nicht weinen, du wirst sehen, alles kommt wieder in Ordnung.“ Traurig sah er mich an und wurde blass um seine Nase, dass erste Zeichen ihn schnell ins Bad zu bringen. Und 10 Minuten später war es auch so weit. Ein kleiner blasser Lauri lag im Bad und begrüsste sein Essen wieder. „Ich werde es echt nie verstehen, wie du immer so viel trinken kannst und deine Grenzen nicht kennst“, sagte ich leise und reichte ihm den nächsten kühlen Waschlappen.
2 Stunden später und komplett entleert, half ich ihm ins Bett wo er gleich einschlief.
Wach lag ich neben ihm und beobachtete ihn im Schlaf. Er wimmerte etwas vor sich und weinte, doch ich konnte es nicht verstehen. Ich machte mir nur Sorgen, dass er abstürzen konnte.


Teil 23

Durch ein murren und stöhnen wurde ich geweckte. Ein mit schmerzverzerrtem Gesicht, blasser und verschlafener Lauri blickte mir entgegen. „Morgen Süsser, flüsterte ich ihm entgegen, ich wollte ja nicht dass sein Kopf explodiert. Mehr als ein brummen kam mir nicht entgegen und deshalb stand ich auf und machte meinem Schatz erst mal einen Kaffee um ihm wieder etwas Leben einzuhauchen.
Glücklich versuchte er mich an zu lächeln, aber seine Kopfschmerzen waren wohl doch stärker, denn rasch zuckte er vor Schmerzen wieder zusammen.
Wie ein kleines Baby lag er in einen Armen mit angezogenen Beinen und schien sich selber zu verfluchen, für den gestrigen Abend. „Willst du mir jetzt erzählen was los ist?“, fragte ich sanft. „Es gibt keine Band mehr, ich mach da nicht mehr mit und die anderen auch nicht. Ich hab die ganze Scheisse so satt.“ „Was ist denn noch passiert, oder liegt es an dem neuen?“ „ Ich kann den Typen nicht haben. Der .. der ist so komisch eben.“ Ich lächelte ihn an und erntete einen bösen Blick. „Kuck nicht so böse, andere würden auch sagen, dass du komisch bist, aber deswegen hab ich dich trotzdem lieb“, grinste ich und gab ihm einen Kuss auf die Stirn.
„Du hast mich lieb?“, fragte er zuckersüss mit quiekender Kinderstimme. „Ja hab ich“, sagte ich und drückte ihn. „So und jetzt ab unter die Dusche, dass du wieder wie ein Mensch aussiehst“, grinste ich und schubste ihn etwas.
Knurrend verabschiedete er sich ins Bad.
Eine halbe Stunde später und mit tropfenden Haaren kam mir Lauri entgegen. Die Schmerztablette lag bereits auf dem Tisch neben einem vollen Glaswasser. Glücklich grinste er mich an:“ Du weisste echt immer was ich brauche.“ „Das war ja auch ziemlich eindeutig, findest du nicht?“ Er wurde rot im Gesicht und sah zu Boden. Er wusste wie sehr ich es hasste ihn abends betrunken nach Hause zu schleppen.
„Es tut mir Leid. Ich werd nie mehr trinken. Ich schwöre es.“ Wie ein kleiner Hund sah er mich an und ich konnte mir ein Lachen nicht mehr verkneifen.
Ich konnte ihn überreden etwas im Wald zu spazieren, also zogen wir uns an und machten uns auf den Weg. Ich wollte einfach wissen was mit ihm los war – was wirklich mit ihm los war.

Teil 24

Hand in Hand schlenderten wir dem kleinen Pfad entlang. „Willst du mir nicht sagen, was wirklich mit dir los ist?“, fragte ich ihn. „Es ist einfach so viel passiert. Ich versteh Pauli einfach nicht, wie konnte er nur? Er war mein Freund und er schien dich zu mögen, genau wie wir alle.“ „Ich weiss wieso. Er hat es mir im Krankenhaus gesagt.“ Entsetzt sah Lauri mich an und blieb wie angewurzelt stehen. „Was! Wieso hast du nichts gesagt!? Was soll der Grund sein meiner Freundin so weh zu tun und den eigenen besten Freund?“ „Ich weiss nicht wie ichs sagen soll.“ Lauri dreht sich zu mir, seine Finger klammern sich an meinen Schultern fest:“ Sag es mir bitte.“ Flehend sah er mich an. „Mein Ex Freund der bei dem Unfall starb war sein Bruder. Ich hatte keine Ahnung, dass er einen Bruder hatte da er nicht mehr mit seiner Familie sprach. Er wollte sich an mir rächen.“ Tränen kullerten über ihre Wangen. Lauri stand immer noch vor ihr, hielt sich an den Schultern und schien erstarrt zu sein.
„ Er und Tim hatten alles geplant. Sie wollten mich büssen lassen für den Unfall.“
Faiths Beine gaben nach und sie sackte zu Boden. Lauri folgte ihr und hielt sie an sich gedrückt.
Zusammen weinten sie all den Schmerz aus ihren Herzen, reinigten ihre schwarzen Seelen. Es schien als sassen sie für Stunden da. Es war bereits am dunkeler werden, als sie sich auf den Weg nach Hause machten. Auch Lauri sprach überall seine Sorgen und Ängste und wie schuldig er sich fühlte.

Teil 25

Es begann zu regen. Mit triefenden Kleidern machten sie sich Arm in Arm auf den Weg nach Hause. Alles war gesagt was sie belastete. Faith legte ihren Kopf müde an Lauris Schulter. Er hingegen schien immer noch angestrengt zu überlegen. „Was wohl in seinem Kopf vorgeht?“, fragte sie sich und sah ihn müde von der Seite an.
Zuhause angekommen liess sich Faith auf das Sofa fallen und war schon fast eingeschlafen, als sie plötzlich Lauris Hand auf ihrer Wange fühlte. Müde öffnete sie ihre Augen, als er sie hoch hob. Lauri trug sie ins Badzimmer, indem auch schon ein warmes Bad wartete. Vorsichtig zog er sie aus und legte sie in die Wanne. Er zog seine eiskalten, nassen Klamotten auch aus und setzte sich hinter sie. Zärtlich strich er über ihre Schultern, küsste sie und liess seinen Kopf auf ihnen ruhen.
Ihr Körper war immer noch kalt und ihre Lippen bläulich. Zärtlich schlang er seine Arme um ihren zierlichen Körper. „ Danke“, flüsterte sie ihm leise zu. „ Geht es dir schon etwas besser. Du bist ganz kühl, obwohl das warme Wasser mich fast verbrennt“, fragte er liebvoll. „ Ich fühl mich schon besser dank dir“, lächelte sie lieb zurück.

Das Wasser wurde kühler, deshalb trug Lauri Faith ins Schlafzimmer und deckte sie mit der kuschelig warmen Decke zu. Als er das Licht löschte kroch er auch mit unter die Decke und kuschelte sich in ihre Arme. Vorsichtig legte er seinen Kopf auf ihre Brust und lauschte ihrem regelmässigen Herzschlag. Zärtlich strich sie ihm durch sein Haar, bis auch ihre Augen zu vielen.

Teil 26

Durch das Ringen meines Handys wurde ich aus meinen Träumen gerissen. Müde lief ich ins Wohnzimmer und nahm den Anruf an. „ Ja?“ „He Lauri, alles klar? Vergiss nicht dass wir in einer Stunde im Studio sein müssen“, erinnerte mich Aki. „Klar, ich werde da sein“, murmelte ich und hing auf. Schon wieder hat ich einen Termin vergessen, wie kann man nur in so jungen Jahren so vergesslich sein? Immer noch schlaftrunken ging ich zurück ins Schlafzimmer. Faith träumte immer noch. Ich setzte mich neben sie und sah ihr etwas zu. Zärtlich küsste ich sie. „Hallo Schatz“, murmelte sie, lächelte, hielt aber immer noch die Augen geschlossen. „Morgen Engel, gut geschlafen?“ „Ja, immer wenn du bei mir bist.“ Vorsichtig öffnet sie ihre Augen und strahlt mich an. „ Ich muss in einer Stunde im Studio sein. Kannst du bitte auch mit kommen?“, fragte ich sie und setzte mein süssestes Lächeln auf.
„Ja, gerne. Ich war ja schon lange nicht mehr da, ausserdem muss ich doch den Verrückten mal seien, grinste sie zurück. Verwirrt sah ich sie an. Sie begann zu lachen:“ Euren neuen Gitaristen“, grinste sie frech. Ich musste auch lachen und zog sie zu mir um sie richtig mal zu knuddeln. Danach gingen wir duschen und machten uns bereit für den voraussichtlich langen Tag.

Verträumt gingen sie Hand in Hand zum Studio. Es war ein schöner Tag, die Sonne schien und es war angenehm warm. Der Weg war nicht lange, doch wir spazierten gemütlich, deshalb trafen wir auch 10 Minuten zu spät ein. „Hey ihr zwei Verliebten, auch schon hier?“, grinste Eero. Aki sass schon hinter seinen Drums und grinste munter vor sich hin.
„ Du solltest dich doch langsam daran gewöhnt haben, dass mein Engel immer zu spät kommt“, antwortete ich ihm. Eero nickte grinsend und ging zurück zu seinem Platz. Ich setzte mich hin und sah Lauri fragend an: „Und wo ist euer Freak?“ Lauri musste lachen und zuckte mit den Schultern, da ging auch schon die Tür auf. Ein ca. 1.90 cm grosser Typ mit blauen Haaren und einem Piercing in der Lippe stand vor mir und grinste mich ziemlich dämlich an. „Das ist Kai, Kai das ist Faith, meine Freundin“, sagte Lauri. Ich musste etwas lächeln, wie er das „meine“ betonte, süss. Ich reichte ihm meine Hand und grüsste ihn freundlich, auch wenn er wirklich unsympathisch war.
Die Jungs begannen zu spielen und probten sämtliche alten Songs. Verträumt sass ich da und sah Lauri zu. Ich liebte diese Stimme und ich war froh, dass ich auch die Person zu dieser Engelsstimme sehen kann.


Teil 27

Sie probten bereits 4 Stunden als ich beschloss meinen „Männern“ etwas zur Stärkung zu besorgen. Also machte ich mich auf den Weg zu dem Bäcker um die Ecke. Dort kaufte ich Sandwiches und kühle nicht-alkoholische Getränke. In Gedanken versunken lief ich zurück. Dieser neue Typ war mir wirklich unsympathisch, aber wieso? Kopfschüttelnd warf ich meine Gedanken wieder aus meinem Kopf. In den letzten Wochen war einfach zuviel passiert, deshalb war ich wohl zu misstrauisch.
Ich öffnete die Tür und sah die verschwitzen Jungs immer noch fleissig am spielen. Wie sie das bloss aushielten? Grinsend schwenkte ich die Tüte mit den Brötchen in der Hand und die Jungs stoppten sofort. Tja, wie kleine Hunde, hat man was zu essen, vergessen sie alles.
Zufrieden setzte sich Lauri neben mich und knabberte an seinen Brötchen. Verschmust legte er seinen Kopf an meine Schulter und belegte damit meine Hundetheorie. Zufrieden über diese Feststellung lehnte ich mich zurück.

Ich beschloss nach einer Weile eine draussen zu rauchen. Alleine stand ich vor der Eingangstür, windgeschützt von der Kellertreppe. Die Tür ging hinter mir auf und ich dachte Lauri wäre es, also drehte ich mich mit einem breiten Grinsen um. Etwas enttäuscht sah ich dann den Neuen an, Kai.
„Hast du mal Feuer?“ „Klar“, antwortete ich und reichte es ihm. „Danke“, sagte er und grinste mich schleimig an. Ich drückte meine Zigarette aus und ging an ihm vorbei zur Türe. Plötzlich packten mich zwei starke Arme von hinten und drückten mich an die kalte Wand. Meine Arme schmerzten und ich musste keuchen, da ich keine Luft mehr bekam. „Schade, kleine Faith, dass du nicht mehr weißt wer ich bin.“ „Ich kenne keinen Kai.“ „ Kai nicht, aber Tim“, säuselte er in mein Ohr. Tränen liefen über mein Gesicht, starr stand ich dort an der Wand. „Ich warne dich, wenn einer erfährt, wer ich wirklich bin, bring ich dich um, du Schlampe“, drohte er mir. Ich nickte und er liess mich los. Rasch wischte er mir die Tränen weg und küsste mich. Ruckartig schubste ich ihn weg und lief zur Toilette, auf der ich mich übergab. Ich wusch mein Gesicht und spülte meinen Mund aus. Ich ging zurück ins Studio und setzte mich wieder auf das Sofa, ganz eng angeschmiegt an Lauri. Hier konnte er mir nichts tun.

Teil 28

Gelassen kam Kai wieder zurück ins Studio und setzte sich mir gegenüber und beobachtete mich. „Wie lange probt ihr noch“, fragte ich Lauri leise und sah ihn flehend an. „Noch etwa 3 Stunden, wieso? Ist was?“ „Ich fühl mich nur nicht so wohl. Ich glaub ich geh besser, wir sehen uns dann heute Abend Zuhause wieder.“ „Ok, aber hast du was? Ich meine, willst du mir irgendwas Bestimmtes sagen?“ „Nein, ich bin ok. Nur mein Magen streikt etwas“, versuchte ich mich heraus zu reden. Ich gab Lauri einen sanften Kuss und verabschiedete mich von den Jungs. Rasch schloss ich die Tür hinter mir. Ich fühlte wie die ersten Tränen wieder über meine Wangen liefen. Rasch setzte ich meine Sonnenbrille auf und lief der Strasse entlang. In Gedanken versunken, landete ich schlussendlich in dem Park um die Ecke. Müde setzte ich mich auf eine Bank. „Was soll ich bloss tun? Wieso quält mich Kai immer noch? Was hat er bloss vor? Ich hoffe er tut den Jungs nichts. Aber wieso spielt genau er in der Band, was sollte es ihm nützen? Ich hoffe er will sich nicht zwischen mich und Lauri drängen. Lauri ist doch das einzige das ich noch habe.“ Meine Gedanken schwirrten wirr durch meinen Kopf. Ich musste einfach nicht was ich denken, glauben oder befürchten sollte.

Zwei Wochen waren seit dem verstrichen. Die Band akzeptierte Kai und er erhielt den Job als Gitaristen. Allen schien es besser zu gehen, nur ich war immer noch am fallen. Lauri war fast jeden tag im Studio, ich aber blieb Zuhause und ging Kai aus dem Weg. Mehrmals täglich musste ich mich übergeben. Meine Ängste machten mich fertig. Doch Lauri konnte mir nicht helfen, denn er bekam es gar nicht mit über. Meistens schlief er im Studio. Nun sah ich ihn schon ganze 5 Tage nicht mehr. Ob er mich überhaupt noch erkennen würde? Ich hatte etwa 8 Kilo verloren und war nur noch ein Schatten meiner selbst. Ich war alleine und mir viel die Decke auf den Kopf. Ich beschloss alleine in den Club nebenan zu gehen. Gestylt, schwarz gekleidet und geschminkt machte ich mich auf den Weg. Ich setzte mich direkt an die Bar und bestellte mir den ersten Wodka. Aus diesem einten wurden 5, plus 2 Whisky Cola, was auf leeren Magen eigentlich unmöglich ist. Es war bereits 3 Uhr morgens, das konnte ich noch knapp erkennen. Jemand packte mich an der Schulter. Fast viel ich von dem Hocker. Dümmlich grinste ich die Person an. „Hey wie geht hes dir?“ lallte ich und hielt mich am Gegenüber fest. „Hast dir wohl ziemlich die Kante gegeben? Was wohl Lauri dazu sagen wird?“ „Der wird nischz sagchen, denn der isch ja nie da.“ Von meinem Gegenüber wurde ich aus dem Club getragen. „Was machscht du mit mir in diescher dunklen Gasse?“, fragte ich und lachte mich halb tod. „Ich will dich, hier und jetzt“, säuselte er und begann mich zu küssen. Wie ich das vermisst habe. Lauris Küsse und Berührungen fehlten mir so. Er schob meinen Rock hoch und nahm mich. Mein Kopf war ausgeschaltet und ich genoss es – genoss wie mir Kai wieder wehtat.
Als er fertig war liess er mich los, darauf hin viel ich zu Boden. Ich hatte keine Kraft mehr, verstand nichts mehr. „Kai? Was wilscht du erreischen? Tu Lauri nischt weh, bitte.“ Dreckig lachte mich aus. „Ich wird ihm nicht wehtun, nur dir.“ Ein letztes Mal küsste er mich und ging.
Ich weiss nicht wie lange ich noch dort lag, irgendwann begann es zu regen. Durch das kühle Nass etwas ausgenüchtert machte ich mich auf den Weg nach Hause.

Teil 29

Konsentriert öffnete ich die Tür und trat ein. Was ich dort sah, gab mir den Rest. Die ganze Band inklusiv Kai sass im Wohnzimmer und feierte. „He Jungs, was feiert ihr denn so?“, lallte ich und liess mich an der Wand runtergleiten. Lauri sah mich geschockt an, ich wusste ich seh fürchterlich aus, abgemagert, blass und sturzbesoffen. „Was verdammt noch mal hast du getan?! Wo warst du?!“, schrie Lauri und zog mich an den Armen hoch. „Ich war in der Bar. Ich war allein und mir wars langweilig.“ Wütend funkelte er mich an und begann mich zu schütteln. „Was fällt dir ein allein dir die Kante zu geben. Was ist eigentlich mit dir los? Wieso kommst du nicht mehr zu den Proben!“ Er schrie mich an und schüttelte mich kräftig. Erschrocken riss ich mich los und rannte zur Toilette, wie jeden Tag in letzter Zeit.
Nach 2 Stunden würgen über der Toilette war ich leer. Ich ging zurück ins Wohnzimmer und verkrümmelte mich in einer Ecke. Lauri war immer noch sticksauer auf mich und begann wieder sich mit mir zu fetzten. Ich flüchtete in die Küche. „Lauri beruhig dich endlich. Sei musste dich ja auch schon oft aus der Bar tragen“, meinte Eero beruhigend. „Ich geh mal nach ihr sehen“, meinte Kai und folgte ihr in die Küche. „Hey Schlampe, hast dich wieder beruhigt? Siehst du ich tu dem kleinen Lauri nicht weh, das wirst du für mich tun.“ „Ich hasse dich du Arschloch! Verpiss dich endlich aus meinem Leben.“ „Nein, du wirst leiden.“ „ Ich habe genug gebüsst. Ich hab schliesslich auch meinen Freund verloren, denkst du mir hat es nicht wehgetan!?“ Wütend schrie ich Kai an. Dieser schlug mir mit der Faust ins Gesicht. „Halt die Klappe Schlampe, du hast doch keine Ahnung!“
Durch den Lärm aufgeschreckt, versuchten die Jungs in die Küche zu gelangen, doch Kai hatte sie von innen abgesperrt. „ Faith, was ist los? Lass uns rein!“ Kai griff nach einem Küchenmesser und zerschnitt meine Kleidung. Nun wurde ich in die Enge getrieben. Allein in der Küche, ohne Fluchtmöglichkeit. Kai hielt mir das Messer an die Kehle. Was sollte ich tun?

Teil 30

Ich trat ihm zwischen die Beine. Mit schmerzverzerrtem Gesicht liess er das Messer fallen und duckte sich. Ich trat nochmals zu, in sein Gesicht. Die Jungs traten die Tür ein. Aki stützte sich auf Kai, wurde aber von diesem zurück gestossen. Lauri drängte sich vor. Kai griff nach einem anderen Messer und wollte Lauri erstechen. Nun hatte er ihn im Schwitzkasten und hielt Lauri das Messer an die Kehle. „Kai, was soll die Scheisse?“, schrie Pauli. „Nicht Kai – Tim“, konterte Tim. In seinen Augen konnte man den Wahnsinn förmlich sehen. Er hob seinen Arm und wollte gerade zu stechen. Ich griff nach dem anderen Messer und stach zu. Blutend sank er zu Boden. Ich stach immer wieder zu, weinte und schrie. Was genau bekam ich nicht mehr mit, bis Lauri und Pauli mich von Tim wegzogen.

Endlich war ich ihn los. Weinend lag ich in Lauris Armen. Ich erzählte ihm alles, es sprudelte förmlich aus mir heraus. Ich wusste, dass es ihm wehtat, aber ich musste es loswerden.


Teil 31

Wir beschlossen in einen Therapie zugehen, zusammen. Nach ein paar Monaten war eigentlich alles wieder normal. Ich war wieder glücklich, konnte lachen und hatte keine Angst mehr. Lauri und ich zogen in eine andere Wohnung ausserhalb von Helsinki.
Es war Weihnachten und ich dekorierte unseren kleinen Baum.

Lauri kam lächelnd aus der Küche und hielt zwei Rotweingläser und eine Flasche in der Hand. Gemütlich setzten wir uns auf die Couch. „Schön hast du den Baum geschmückt. Ich glaub, dass wird das erste Weihnachten auf das ich mich richtig freue. Einfach nur wir beide.“ Zärtlich küsste er mich. „Ich liebe dich Lauri“, flüsterte ich ihm ins Ohr. Er beugte sich nach vorne und reichte mir ein Glass Rotwein. „Ich dich auch mein Engel.“ Die ganze Atmosphäre war romantisch gestaltet. Kerzen brannten und erhellten unser gemütlich eingerichtetes Wohnzimmer.
Nach einer halben Flasche war uns richtig gemütlichwarm und ich kuschelte mich an Lauri.
Draussen schneite es, die Lichter der Stadt waren zu sehen und ich lag in den Armen des Mannes den ich so liebte. Alles war perfekt – doch das Beste würde erst noch kommen. „Faith“, Lauri flüsterte meinen Namen und ich sah ihn an. „Ja?“ „Ich wollte dich schon lange etwas fragen. Ich liebe dich über alles und auch wenn wir schwere Zeiten hatten, war ich noch nie so glücklich in meinem Leben, wie mit dir. Faith, möchtest du mich heiraten?“ Lauri hielt zärtlich meine Hand. Seine Augen sahen mich unsicher, etwas ängstlich an. Ich beugte mich zu ihm und küsste ihn leidenschaftlich. „Ja“, natürlich wollte ich ihn heiraten. Tränen liefen über meine Wangen, doch Lauri küsste sie zärtlich weg.
Wir verbrachten eine wunderschöne unvergessliche Nachte zusammen.

Teil 32

Im Sommer

Bald würden wir heiraten. Ich weiss das ging etwas schnell, aber wir hatten so viel überstanden, dass wir uns sicher waren, dass alles gut gehen würde. Uns ging es soweit wieder gut. Die Therapie hatte etwas gebracht. Wir waren beide wieder glücklich miteinander, vertrauten uns und konnten über alles reden. Manchmal Faith noch Alpträume aber seltener und weniger heftig als zu Beginn. Schlafend lag sie nun in meinen Armen, lächelte sanft dabei und atmete ruhig ein und aus. Sanft streichelte ich ihr durchs Haar, über ihre Wange und beobachte sie im Schlaf. Sie hatte viel Schlimmeres erlebt als ich und doch war sie in den letzten Monaten immer für mich da. Manchmal hatte ich noch Probleme damit was Faith angetan wurde. Ich hatte nicht einmal mitbekommen wie schlecht es ihr ging. Zum Glück konnte sie jetzt wieder essen und hatte ihre Kilos wieder zurück. Doch ob ihre seelischen Narben wieder weggehen werden? Ich weiss es nicht. Ich hoffe es jeden Tag, dass sie aufsteht und mich glücklich anlächelt. Ich wünsche es für sie, dass sie eines Tages nicht immer wieder an die schrecklichen Geschehnisse erinnert werden wird. Unsere Narben an den Armen verblassten langsam. Manchmal war es immer noch schwer dem Drang zu ritzen zu wiederstehen, doch ich wollte es einfach nicht riskieren Faith evtl. da wieder mit rein zu ziehen. Sie brauchte mich – ich muss stark sein für sie. Aber bald wird sie meine Frau sein und dann werden wir für immer glücklich sein. Ich werde sie nie mehr alleine lassen. Und wenn ich wieder auf Tour muss pack ich sie in meine Tasche, wie ich es ihr versprochen habe. Müde kuschle ich mich an sie, halte sie ganze nahe bei mir.
Meine müden Augen brennen, auch wenn ich sie bereits zu habe.
Tränen löschen das Brennen, gleiten meine Wange herunter und verlieren sich in meinem Kopfkissen. Wieder weine ich heimlich den Schmerz aus meiner Seele.

Teil 33

Ich habe meine Augen noch geschlossen bin aber wach. Ich höre ihn schluchzen, bin davon aufgewacht. Immer ist er stark für mich, doch ich weiss ihm geht es auch nicht gut. Wieso können wir nicht einfach beide zusammen schwach sein? Zusammen weinen? Ich drehe mich zu ihm, tue so als würde ich schlafen. Ich nehme ihn in meine Arme. Er hält mich fest, weint sich an meiner Schulter aus. Sein Körper zittert stark und sein Atem stockt öfters. „Ich will doch auch für dich da sein“, flüstere ich sanft. Erschrocken blickt er mich an. „Wein doch nicht immer ohne mich“, füge ich hinzu. Er nickt stumm und bricht in Tränen aus. Ich schlinge meine Arme um ihn und drücke ihn so fest an mich wie ich kann, will ihn nicht loslassen müssen. Irgendwann werden wir bestimmt wieder glücklich sein. Ich lass mir doch nicht mein Leben kaputt machen. Ich will nur mit Lauri glücklich sein und die Vergangenheit endlich Vergangenheit sein lassen. „Lauri?“, sage ich und er sieht mit verweinten Augen zu mir hoch. „Lass uns endlich mit der Vergangenheit abschliessen. Ich will eine glückliche Zukunft mit dir und nicht jeden Tag depressiv herumsitzen. Ich will doch noch so viel mit dir erleben.“ Langsam wischt er sich die Tränen weg und sieht wieder zu mir hoch. „Du hast recht. Weißt du ich möchte nichts anderes als dass du wieder lachen kannst. Ich will auch nur glücklich sein mit dir.“ Ich lächle ihn erleichtert an. Endlich hatten wir beide über unsere Gefühl gesprochen und versuchten wieder klar zu kommen. Ich war sicher – irgendwann würden wir beide wieder ehrlich lachen können.

Ende




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